Folge 1265
14:10 - 15:00 Uhr (noch 9 min.)
14:51 Uhr
15:00 Uhr Tagesschau
15:15 Uhr Vom Dürrenstein bis an d...
Spielfilm Spanien / Frankreich 1999 (Todo sobre mi madre) - Filmreihe: Pedro Almodóvar
14:40 - 16:30 Uhr (noch 99 min.)
16:30 Uhr Alte Gene für neue Äpfel
Alles was recht ist -
Spielfilm Deutschland 2011
13:30 - 15:00 Uhr (noch 9 min.)
15:00 Uhr Das ist mein Tagwerk - K...
15:15 Uhr Deutschlands wilde Tiere
Stahl: Rückgrat der Industrie - Moderation: Voctoria Herrmann
14:30 - 15:28 Uhr (noch 37 min.)
15:28 Uhr MDR aktuell Eins30
Treppenland NRW - Faszination auf Schritt und Tritt
14:15 - 15:00 Uhr (noch 9 min.)
15:00 Uhr NDR aktuell
Treppenland NRW - Faszination auf Schritt und Tritt
14:15 - 15:00 Uhr (noch 9 min.)
15:00 Uhr NDR aktuell
Heute im Parlament -
Regierungserklärung des Ministerpräsidenten Matthias Platzeck zur Verschiebung der Flughafen-Eröffnung
13:00 - 15:00 Uhr (noch 9 min.)
15:00 Uhr Planet Wissen
16:00 Uhr saarland aktuell
16:00 Uhr SWR Landesschau aktuell ...
16:00 Uhr SWR Landesschau aktuell ...
Tennis: POWER HORSE WORLD TEAM CUP 2012
Mannschafts-WM live aus dem Rochusclub Düsseldorf
13:00 - 16:00 Uhr (noch 69 min.)
16:00 Uhr WDR aktuell
Der Architekt Hans Döllgast - Ein Film von Dieter Wieland "Topographie" - Themenreihe "Dieter Wieland zum 75. Geburtstag"
14:15 - 15:00 Uhr (noch 9 min.)
15:00 Uhr Schätze der Welt - Erbe ...
Nachrichten im Viertelstundentakt
09:00 - 20:00 Uhr (noch 309 min.)
20:00 Uhr Tagesschau
15:00 Uhr DASDING.tv
Der Kaffee ist fertig! - Moderation: Jo Hiller und Andrea Grießmann
14:15 - 15:15 Uhr (noch 24 min.)
15:15 Uhr nano
740-teilige deutsche Jugendserie 1998-2012
14:10 - 15:00 Uhr (noch 9 min.)
15:00 Uhr KlasseSegelAbenteuer
15:15 Uhr Katholikentag in Mannheim
Dieser Sendetermin liegt in der Vergangenheit
Die Personen sind prominent, die Umstände nahezu bühnenreif: die Täterin, eine Schauspielerin, die ehemals als blondes Kurvenwunder glänzte. Das Opfer, ein zwölf Jahre jüngerer Mann, der sterbend im verschneiten Rosenbeet gefunden wird.
20. Juli 1977. Bereits neun Stunden vor Prozessbeginn warten Hunderte Schaulustige vor dem Münchner Justizpalast. Das Sicherheitspersonal kann die Menschenmenge nur mühsam unter Kontrolle halten. Es müssen Barrieren errichtet werden, eine Glastür geht zu Bruch. Um 9.00 Uhr wird die Angeklagte Ingrid van Bergen durch einen Seiteneingang ins Gerichtsgebäude geführt. Sie soll ihren Geliebten Klaus Knaths erschossen haben: aus Eifersucht. Auf den ersten Blick ein "einfaches" Beziehungsdelikt, wie es nahezu täglich in Deutschland begangen wird. Doch "der Fall Ingrid van Bergen" wird zu einem Sensationsprozess. Ein Fall, der von Beginn an von Theatralik begleitet wird. Eine Handvoll mehr oder weniger prominenter Zeuginnen unterhielten ebenfalls Verhältnisse zum Opfer. Dazu Rolf Bossi als Staranwalt auf großer Bühne. Und schließlich die Mutter des Opfers, die die Tat am Telefon "live" mitverfolgte. Im Vorfeld hatten die Medien monatelang über den Fall berichtet, jedes noch so intime Detail über Opfer und Angeklagte verbreitet. In der medialen Aufbereitung wurde aus dem Tötungsdelikt ein Boulevardstück im Milieu der Münchner Schickeria. Auch vor Gericht entsteht der Eindruck einer großen Inszenierung. Die Angeklagte erscheint ganz in schwarz, mit mädchenhafter Gretchenfrisur, spricht druckreif und ohne größere Gefühlsäußerungen. Ist alles nur gespielt? Macht sie das aus Selbstschutz? Aus Berechnung? Oder kann sie gar nicht anders, als in immer neuen Rollen aufzutreten? In der Tatnacht hat sie stundenlang auf den Geliebten gewartet. Er trieb sich in Bars herum, wie so oft. "Das Ganze hat sich aufgebaut", sagt Ingrid van Bergen heute. "Ich war immer bereit, ihm zu verzeihen. Das ist doch klar. Wenn ein Mann zu mir sagt: 'Ich liebe Dich, es gibt außer Dir keine Frau und nichts anderes', glaubt man das doch allzu gerne." Doch als Klaus Knaths endlich nach Hause kommt, gibt es Streit. Tödlichen Streit. Sie habe gedacht, dies alles sei nur ein Spiel gewesen und der Revolver nicht geladen, erklärte Ingrid van Bergen den Polizisten, die in der Nacht vom 2. auf den 3. Februar 1977 als erste in der Starnberger Villa erschienen. Trotzdem feuerte sie drei Schüsse aus einer Smith Wesson, Kaliber 38. Der erste ging durch ein Fenster, die beiden anderen trafen das Opfer. Und doch wollte sie bis zuletzt geglaubt haben, ihr Geliebter spiele nur, sei nur leicht verletzt. An den genauen Tathergang, so versicherte sie immer wieder, könne sie sich nicht erinnern: "Ich weiß nicht einmal, dass ich geschossen habe. Ich weiß gar nichts."
Der Film von Ulrike Brincker und Rüdiger Liedtke rekonstruiert die Tatnacht und wirft einen Blick hinter die Kulissen der Münchner Schickeria. Die Dokumentation entwickelt das Psychogramm einer Täterin, die nach Liebe und Enttäuschung aus Eifersucht tötet. Den Autoren ist es gelungen, Ingrid van Bergen und deren Anwalt Rolf Bossi vor die Kamera zu bekommen und das "Liebesdrama aus Eifersucht" nach über 30 Jahren mit ihnen gemeinsam noch einmal Revue passieren zu lassen.
© programm.ARD.de, 2011