• 08.02.2016
      00:35 Uhr
      Die Deutsche Lady Jazz Inge Brandenburg | arte
       

      Inge Brandenburgs (1929-1999) Geschichte ist die einer Frau, die nie zur richtigen Zeit am richtigen Ort war. Und dennoch: 1960 wurde sie zur "besten Jazzsängerin Europas" gekürt. Doch für Inge Brandenburg, als selbständige, selbstbewusste Frau mit überregionalen Träumen, gab es damals in Deutschland einfach keinen Platz. Immer wieder wurde sie in die deutsche Schlagermusik hineingezwängt und die Jazzplatten, die sie aufnehmen wollte, als kommerziell nicht rentabel abgestempelt. Mit der Dokumentation wird ein zu Unrecht vergessener Star wiederentdeckt.

      Nacht von Sonntag auf Montag, 08.02.16
      00:35 - 01:30 Uhr (55 Min.)
      55 Min.
      VPS 01:05
      Stereo HD-TV

      Inge Brandenburgs (1929-1999) Geschichte ist die einer Frau, die nie zur richtigen Zeit am richtigen Ort war. Und dennoch: 1960 wurde sie zur "besten Jazzsängerin Europas" gekürt. Doch für Inge Brandenburg, als selbständige, selbstbewusste Frau mit überregionalen Träumen, gab es damals in Deutschland einfach keinen Platz. Immer wieder wurde sie in die deutsche Schlagermusik hineingezwängt und die Jazzplatten, die sie aufnehmen wollte, als kommerziell nicht rentabel abgestempelt. Mit der Dokumentation wird ein zu Unrecht vergessener Star wiederentdeckt.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Marc Boettcher

      Inge Brandenburg, war in schwierigen Verhältnissen aufgewachsen und hatte gerade deshalb einen beachtlichen Aufstieg hinter sich: Als neunjähriges Arbeiterkind sah Inge 1938 in Dessau mit an, wie ihr Vater, ein Kommunist, vor ihren Augen von der Gestapo niedergeschlagen und abgeführt wurde. Ihre Mutter verlor das Sorgerecht für ihre fünf Kinder und musste miterleben, wie diese in Heimen für Schwererziehbare gedemütigt und misshandelt wurden. Wenig später kam Inges Mutter wie der Vater in einem Konzentrationslager ums Leben.

      Nach dem Krieg floh Inge Brandenburg nach Augsburg. 1950 erhielt sie ihr erstes Engagement als Sängerin. Nach achtjähriger Tour durch amerikanische Clubs wurde sie schließlich entdeckt. In Frankreich kürte man sie 1960 zur "besten Jazzsängerin Europas", in Belgien siegte sie beim legendären Festival in Knokke-Heist. In den kommenden Jahren arbeitete sie mit den besten Musikern und Orchesterleitern zusammen - ein Who is who der internationalen Jazzelite! Das "Time Magazine" sprach von einer "neuen Billie Holiday".

      Doch mit der kommerziellen Vermarktung ihrer Person sah es düster aus. Inge Brandenburg unterschrieb mehrere Plattenverträge und man zwang sie, banale deutsche Schlager zu singen, was ihr die Jazz-Fans übel nahmen. Als sie rebellierte und vor Gericht zog, ließen die Produzenten sie fallen.

      Sie versuchte, sich mit Fernseh- und Theaterangeboten über Wasser zu halten, spielte in Anti-Vietnam-Stücken. Aus Enttäuschung und Resignation begann sie zu trinken, wurde zum Sozialfall. Mehrmalige lautstarke und gewalttätige Ausbrüche veranlassten die Staatsanwaltschaft, ein psychiatrisches Gutachten über sie anfertigen zu lassen. Nach einer Krebsoperation zog sich Inge Brandenburg ins Privatleben zurück. Mitte der 90er Jahre aber gelang ihr dann ein überraschendes Comeback.

      Der Soundtrack zum Film erhielt im Februar 2012 den renommierten Preis der deutschen Schallplattenkritik.

      Dokumentation Deutschland 2012

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      Nacht von Sonntag auf Montag, 08.02.16
      00:35 - 01:30 Uhr (55 Min.)
      55 Min.
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      Stereo HD-TV

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 18.11.2017