22.02.2012
22:45 Uhr
Anne Will Gauck, der Unbequeme - wie lange wird das Volk ihn dafür lieben? | Das Erste

Gäste u.a.:

  • Heinrich August Winkler
  • Vera Lengsfeld
  • Edith Franke
  • Christian Berg
  • Richard David Precht
  • Giovanni di Lorenzo

Im zweiten Anlauf soll Joachim Gauck, der "Präsident der Herzen", nun neuer Erster Mann im Staat werden. Kann er die großen Erwartungen, die an ihn geknüpft sind, erfüllen? Wie unbequem wird sich der Parteilose in aktuelle politische Debatten einbringen und wird er angesichts seiner Haltung zu Hartz IV oder der "Occupy"-Bewegung eine breite Unterstützung in der Bevölkerung genießen?

Gäste u.a.:

  • Heinrich August Winkler (Historiker)

Geboren am 19. Dezember 1938 in Königsberg, Studium der Geschichte, Philosophie, Politikwissenschaft und des öffentlichen Rechts in Münster, Heidelberg und Tübingen. Promotion im Jahr 1963, Habilitation 1970. Anschließend ist Winkler als Professor in Berlin und Freiburg tätig. Seine letzte Professur hat er von 1991 bis 2007 an der Humboldt-Universität zu Berlin. In seinem mehrbändigen Werk "Der lange Weg nach Westen" beschreibt Winkler Deutschlands Weg zum Nationalstaat und zur Demokratie. Fast ein Vierteljahrhundert wirkt Winkler als Herausgeber der Zeitschrift "Geschichte und Gesellschaft".

  • Vera Lengsfeld (CDU / DDR-Bürgerrechtlerin)

Geboren am 4. Mai 1952 in Sondershausen, Studium der Geschichte und Philospohie in Leipzig und Berlin, anschließend Mitarbeiterin der Akademie der Wissenschaften der DDR und Verlagslektorin. Aus der SED wird sie 1983 ausgeschlossen, 1988 bei einer Demonstration verhaftet und nach Verurteilung nach Großbritannien abgeschoben. Nach der Wende 1989 kehrt Lengsfeld zurück, wird für die Grünen in die Volkskammer und dann in den Bundestag gewählt. 1996 wechselt sie zur CDU, für die sie bis 2005 im Parlament sitzt. Derzeit arbeitet Lengsfeld als freischaffende Autorin in Berlin.

  • Edith Franke (Gründerin der "Dresdner Tafel")

Geboren am 11. Oktober 1942 in Dresden, Maschinenbau-Studium an der TU Dresden, anschließend Promotion in Soziologie. Ab 1987 arbeitet Franke als Dozentin, wird nach der Wende arbeitslos. Vorübergehend wird sie als ABM-Kraft beschäftigt. Im Jahr 1995 gründet Franke die Dresdner Tafel, die sich um Bedürftige kümmert. Es ist die erste Einrichtung dieser Art in Ostdeutschland. Für ihr Engagement wird sie 2006 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

  • Christian Berg (Student / Vorsitzender der Berliner Jusos)

Geboren am 5. Juli 1981 in Luxemburg, Studium der Philosophie und Soziologie in Tübingen und seit 2007 Fernstudium der Politik und Verwaltungswissenschften an der Fernuni Hagen. Seit 2008 ist Berg Mitarbeiter einer Abgeordneten im Deutschen Bundestag. Seit 2004 gehört er der SPD an, ist hochschulpolitisch engagiert und seit April 2010 Landesvorsitzender der Jusos Berlin.

  • Richard David Precht (Philosoph und Autor)

Geboren am 8. Dezember 1964 in Solingen. Studium der Philosophie, Germanistik und Kunstgeschichte in Köln. Promotion im Jahr 1994. 1997 ist Precht Fellow bei der Chicago Tribune, 2001 bis 2002 am Europäischen Journalistenkolleg in Berlin. Er schreibt als Essayist und Kolumnist für verschiedene Zeitschriften, u.a. von 2002 bis 2004 für die "Literaturen". 2007 erscheint sein Bestseller "Wer bin ich - und wenn ja, wie viele?", Prechts neuestes Buch heißt "Warum gibt es alles und nicht nichts?". Er ist Mitherausgeber des Magazins "agora42" und Honorarprofessor für Philosophie in Lüneburg.

  • Giovanni di Lorenzo (Chefredakteur "Die Zeit")

Geboren am 9. März 1959 in Stockholm, Studium der Kommunikationswissenschaft, Geschichte und Politik in München. Erste journalistische Sporen verdient sich di Lorenzo bei der Hannoverschen "Neuen Presse", 1984 startet seine Karriere als Fernsehmoderator bei der Jugendsendung "Live aus dem Alabama", 1989 steigt er bei der Talkshow "3 nach 9" ein, die er auch heute noch moderiert. Von 1985 bis 1998 arbeitet di Lorenzo in verschiedenen Positionen bei der "Süddeutschen Zeitung", leitet von 1999 bis 2004 die Redaktion des "Tagesspiegel" in Berlin und wechselt dann als Chefredakteur zur Wochenzeitung "Die Zeit".

Anne Will diskutiert mit ihren Gästen über politische Prozesse, wirtschaftliche Zusammenhänge und gesellschaftliche Trends. Sie bietet Gästen und Zuschauern die Plattform für eine gesellschaftspolitische Meinungsbildung: relevant und lebensnah.

Die besondere Stärke der Gastgeberin ist ihre konsequente und stringente Gesprächsführung. Sie fragt nach und erreicht durch verständliche, zugespitzte und manchmal ironische Fragestellungen immer einen hohen Gesprächswert. Mit Hartnäckigkeit, Charme und klugem Witz gelingt es Anne Will, politische und wirtschaftliche Fachsprache zu entschlüsseln, Floskeln zu entlarven und so zu einem neuen Politikverständnis beizutragen.

Bei der Gästeauswahl setzt Anne Will gemeinsam mit ihrer Redaktion auf bekannte Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur, gibt aber ebenso den "Köpfen von morgen" die Gelegenheit, sich in die gesellschaftliche Diskussion einzubringen. Außerdem wird die Debatte von Menschen bereichert, die von politischen Entscheidungen unmittelbar betroffen sind. Anne Will: politisch denken, persönlich fragen.

Mittwoch, 22.02.12
22:45 - 00:00 (75 Min.)
Stereo Untertitel für Gehörgeschädigte HD-TV