Folge 1532
15:10 - 16:00 Uhr (noch 49 min.)
15:11 Uhr
16:00 Uhr Tagesschau
15:30 Uhr Machtfaktor Erde
16:15 Uhr Unbekannte Schätze indis...
15:30 Uhr Wir in Bayern
15:15 Uhr Abenteuer Urwald - Unter...
Laser - die Kraft des Lichts
14:30 - 15:28 Uhr (noch 17 min.)
15:28 Uhr MDR aktuell Eins30
15:15 Uhr Traumzug durch Afrika
15:15 Uhr Traumzug durch Afrika
Was steckt in der Wurst? - Moderation: Andrea Grießmann und Jo Hiller
14:15 - 15:15 Uhr (noch 4 min.)
15:15 Uhr Zugspitze - Berg der Kon...
Johanna -
Spielfilm Deutschland / Österreich 2009
14:30 - 16:00 Uhr (noch 49 min.)
16:00 Uhr saarland aktuell
Johanna -
Spielfilm Deutschland / Österreich 2009
14:30 - 16:00 Uhr (noch 49 min.)
16:00 Uhr SWR Landesschau aktuell ...
Johanna -
Spielfilm Deutschland / Österreich 2009
14:30 - 16:00 Uhr (noch 49 min.)
16:00 Uhr SWR Landesschau aktuell ...
Amok: Töten in blinder Wut - Moderation: Andrea Grießmann und Jo Hiller
15:00 - 16:00 Uhr (noch 49 min.)
16:00 Uhr WDR aktuell
Wochenmagazin für Hörgeschädigte - Moderation: Jürgen Stachlewitz
15:00 - 15:30 Uhr (noch 19 min.)
15:30 Uhr nano
Nachrichten im Viertelstundentakt
09:00 - 20:00 Uhr (noch 289 min.)
20:00 Uhr Tagesschau
15:30 Uhr Mohn - Blume des Schlafs
Was steckt in der Wurst? - Moderation: Andrea Grießmann und Jo Hiller
14:15 - 15:15 Uhr (noch 4 min.)
15:15 Uhr nano
15:25 Uhr Der Sattelclub
15:15 Uhr Propaganda, Hass, Mord
Dieser Sendetermin liegt in der Vergangenheit
Die Dokumentation zeigt am Beispiel der sizilianischen Cosa Nostra, dass die Mafia inzwischen ein global erfolgreich operierendes Unternehmen ist und ihr Einfluss trotz aller Fahndungserfolge der letzten Jahre eher wächst als schwindet.
Als "Krake" wird die italienische Mafia oft bezeichnet, wegen der unzähligen Arme, mit denen sie bedrohlich und unheimlich in alle Bereiche der Gesellschaft eindringt. Doch die Bezeichnung ist falsch und auch gefährlich. Denn die Mafia ähnelt vielmehr dem evolutionär intelligentesten Wesen, dem Parasiten. Das Geheimnis ihres Erfolgs liegt in der Symbiose mit dem Wirt bis hin zur Manipulation seines Gehirns. Ähnlich wie ein Parasit nistet sich die Mafia nur dort ein, wo Reichtum bereits existiert. Sie schafft Abhängigkeit und sichert ihr eigenes Überleben, indem sie den Wohlstand im attackierten Organismus noch steigert und dessen Abwehrkräfte durch Mimikry ausschaltet. Sie kann sich jederzeit blitzschnell auf veränderte Bedingungen einstellen und zieht sogar aus Krisen noch Profit.
Am Beispiel von Sizilianern, die an vorderster Front im Kampf gegen die Cosa Nostra kämpfen, zeigt die Dokumentation, wie die älteste Mafia-Organisation der Welt parasitengleich in die gesellschaftlichen Strukturen eindringen konnte. Es ist eine Reise über eine Insel, auf der noch Hunderte Mafiosi auf freiem Fuß leben und schwer eskortierte Mafiajäger das Leben von Gefangenen führen. Staatsanwalt Roberto Scarpinato, der seit 21 Jahren keinen einzigen Schritt mehr allein gehen kann, weiß: "Die Mafia ist kein Relikt aus der Vergangenheit, sondern der kriminelle Protagonist des dritten Jahrtausends." Er warnt Deutschland davor, die "intelligenten Köpfe" der Cosa Nostra im eigenen Land nicht einmal zu erkennen.
Die Dokumentation begleitet auch Rosario Crocetta, den ehemaligen Bürgermeister eines berüchtigten Mafia-Nestes und jetzigen EU-Abgeordneten. Er glaubt, dass "auch traditionell nicht mafiösen Ländern ein furchtbares Szenarium bevorsteht, wenn Europa nicht endlich aufwacht und realisiert, dass die Cosa Nostra sich längst globalisiert hat". Und einer der führenden Mafia-Ankläger Siziliens berichtet, dass die Unabhängigkeit der italienischen Staatsanwaltschaft und damit die heikelsten Mafia-Ermittlungen erneut gefährdet sind, weil die Parasiten von der Cosa Nostra es wieder einmal geschafft haben, die Politik für ihre Interessen zu manipulieren.
Die globale Finanzkrise macht zwar zahlreichen Unternehmen zu schaffen, nicht aber der Mafia. Sie verdient sogar daran. Der Themenabend untersucht die komplizierten Strukturen der "ehrenwerten Gesellschaft" und ihr "parasitäres" Verhalten. Ein investigativer Report über die Müll-Mafia von Neapel, deren gefährliches Wirken bis vor deutsche Haustüren reicht, belegt diese These.
Die weltweite Finanzkrise bringt viele international agierende Unternehmen gehörig ins Schwanken. Doch selbst diese Krise kann den großen Mafia-Paten nichts anhaben - im Gegenteil: Sie verdienen sogar daran. Mit einem Gesamtumsatz von über 130 Milliarden Euro ist die Mafia eines der Top-Unternehmen in Italien und tritt global in Aktion. Der Themenabend unternimmt erstmals den Versuch, den Erfolg der Mafia anhand eines Vergleichs mit Parasiten zu erläutern und er räumt auf mit der Annahme, bei den Tätigkeiten der Mafia handele es sich um eine dunkle "Schattenwirtschaft".
Nach den Verhaftungen etlicher führender italienischer Mafia-Bosse in den vergangenen Jahren hofften viele Menschen im In- und Ausland, dass die Mafia besiegt wäre. Weit gefehlt. Das organisierte Verbrechen in Sizilien funktioniert weiter, aber wesentlich subtiler. Die Cosa Nostra in Sizilien ist zu einer Parallelgesellschaft mutiert, führende Mafia-Jäger sprechen von der "weißen Mafia": scheinbar unverdächtige Anwälte, Ärzte, Steuerberater, Unternehmer und Politiker. Sie werden zu Verbindungsgliedern zwischen legalen und illegalen Geldkreisläufen im mafiösen Netzwerk. Wer sich einbinden lässt, sichert sich und der Mafia Vorteile. Das große Beziehungsnetz lässt sich heute nicht mehr auf Begriffe wie Schutzgeld und Erpressung reduzieren. Wer die Mafia befürwortet, erkauft sich gegebenenfalls auch Vorteile für den Berufsstart der eigenen Kinder, für Bevorzugung in der Verwaltung oder im Krankheitsfall. Auch nach spektakulären Verhaftungswellen bleiben die Menschen in den mafiösen Strukturen gefangen. Nur ganz selten erheben sie ihre Stimme. Denn sie leisteten alle den Schwur auf das Schweigegelübde der Mafia, die Omertà.
© programm.ARD.de, 2011