• 28.10.2015
      02:15 Uhr
      Hubert Selby Jr: 2 oder 3 Dinge | arte
       

      Der amerikanische Autor Hubert Selby jr. (1928 - 2004) schlug sich zunächst als Aushilfslehrer und Stenotypist durch bevor er mit seinem literarischen Debüt, dem Kurzgeschichtenband "Letzte Ausfahrt Brooklyn" ("Last Exit to Brooklyn") über Nacht bekannt wurde. Das Buch verkaufte sich millionenfach und war gleichzeitig ein Skandal. Selby konnte nicht wieder an diesen sensationellen Erfolg anknüpfen. Er verfiel dem Alkohol und den Drogen, landete in der Psychiatrie und im Gefängnis.

      Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 28.10.15
      02:15 - 03:10 Uhr (55 Min.)
      55 Min.
      Stereo HD-TV

      Der amerikanische Autor Hubert Selby jr. (1928 - 2004) schlug sich zunächst als Aushilfslehrer und Stenotypist durch bevor er mit seinem literarischen Debüt, dem Kurzgeschichtenband "Letzte Ausfahrt Brooklyn" ("Last Exit to Brooklyn") über Nacht bekannt wurde. Das Buch verkaufte sich millionenfach und war gleichzeitig ein Skandal. Selby konnte nicht wieder an diesen sensationellen Erfolg anknüpfen. Er verfiel dem Alkohol und den Drogen, landete in der Psychiatrie und im Gefängnis.

       

      Der Filmemacher Ludovic Cantais begegnete Hubert Selby 1998 in Paris. Sein Film zeigt einen abgeklärt wirkenden Mann, der einen ebenso schonungslosen wie amüsanten Blick auf die eigene Vergangenheit wirft.

      Der amerikanische Schriftsteller Hubert Selby jr. wurde 1928 im New Yorker Stadtteil Brooklyn kurz vor der Weltwirtschaftskrise geboren - vielleicht ein Omen. Als junger Erwachsener erkrankte er an Tuberkulose und musste die Handelsmarine verlassen. Durch die Resektion eines Lungenflügels körperlich geschwächt, war Selby jahrelang nicht in der Lage, dauerhaft einer regelmäßigen Arbeit nachzugehen. Er begann, Kurzgeschichten zu schreiben.
      Sein literarisches Debüt gab er 1964 mit dem Kurzgeschichtenband "Letzte Ausfahrt Brooklyn" ("Last Exit to Brooklyn"), der damals wie eine Bombe einschlug. Das Skandalbuch verkaufte sich mehr als zweieinhalb Millionen Mal und brachte seinem Autor einen Prozess wegen Unsittlichkeit ein. Selbys 1971 erschienener Roman "Mauern" ("The Room") überzeugte jedoch weder die Kritik noch die Leser. Sein fünf Jahre später publiziertes Werk "The Demon" ("Der Dämon") wurde zwar von der Kritik als sein bisher bestes Buch gelobt, fand aber kaum Leser. 1986 erschien ein 15 ausgezeichnete Kurzgeschichten umfassender Band mit dem Titel "Song of the Silent Snow" ("Lied vom stillen Schnee"). Danach folgte eine lange Schaffenspause.

      Selby verfiel dem Alkohol und den Drogen, landete in einer Nervenklinik und im Gefängnis. Nach seiner Entlassung gelang ihm ein Leben ohne Drogen.

      Versuche, Selbys Werke zu verfilmen, schlugen lange Zeit fehl. Schuld daran waren verpasste Verabredungen, mangelndes Engagement und die Zensur. Doch 1988 schließlich drehte Uli Edel "Last Exit to Brooklyn" nach dem gleichnamigen Buch. Im Jahr 2000 folgte "Requiem for a Dream" nach Selbys 1978 erschienenen Roman. 1999 wurde in Deutschland Selbys Roman "Willow Tree" veröffentlicht, 2002 folgte "Galgenfrist" ("Waiting Period"). Zwei Jahre später starb Hubert Selby in Los Angeles.

      Ludovic Cantais' Porträt ist die bisher einzige filmische Dokumentation, die über den amerikanischen Schriftsteller gedreht wurde. Anlass war eine Lesung, die der Schriftsteller im September 1998 im Moondog Café in Los Angeles gab. Das Porträt zeigt einen inzwischen ruhig und abgeklärt wirkenden 71-Jährigen inmitten seiner Sammlung von Beethoven- und Arvo-Pärt-CDs. Der Schriftsteller erzählt von seiner Kindheit und davon, wie er zum Schreiben kam. Er spricht über seine Schreibtechnik, seine fixen Ideen, seine Niederlagen und über sein zunehmendes Streben nach Spiritualität. Bei dieser schonungslosen Selbstdarstellung wirft er einen amüsierten Blick zurück in die eigene Vergangenheit.

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