Folge 1532
15:10 - 16:00 Uhr (noch 49 min.)
15:11 Uhr
16:00 Uhr Tagesschau
15:30 Uhr Machtfaktor Erde
16:15 Uhr Unbekannte Schätze indis...
15:30 Uhr Wir in Bayern
15:15 Uhr Abenteuer Urwald - Unter...
Laser - die Kraft des Lichts
14:30 - 15:28 Uhr (noch 17 min.)
15:28 Uhr MDR aktuell Eins30
15:15 Uhr Traumzug durch Afrika
15:15 Uhr Traumzug durch Afrika
Was steckt in der Wurst? - Moderation: Andrea Grießmann und Jo Hiller
14:15 - 15:15 Uhr (noch 4 min.)
15:15 Uhr Zugspitze - Berg der Kon...
Johanna -
Spielfilm Deutschland / Österreich 2009
14:30 - 16:00 Uhr (noch 49 min.)
16:00 Uhr saarland aktuell
Johanna -
Spielfilm Deutschland / Österreich 2009
14:30 - 16:00 Uhr (noch 49 min.)
16:00 Uhr SWR Landesschau aktuell ...
Johanna -
Spielfilm Deutschland / Österreich 2009
14:30 - 16:00 Uhr (noch 49 min.)
16:00 Uhr SWR Landesschau aktuell ...
Amok: Töten in blinder Wut - Moderation: Andrea Grießmann und Jo Hiller
15:00 - 16:00 Uhr (noch 49 min.)
16:00 Uhr WDR aktuell
Wochenmagazin für Hörgeschädigte - Moderation: Jürgen Stachlewitz
15:00 - 15:30 Uhr (noch 19 min.)
15:30 Uhr nano
Nachrichten im Viertelstundentakt
09:00 - 20:00 Uhr (noch 289 min.)
20:00 Uhr Tagesschau
15:30 Uhr Mohn - Blume des Schlafs
Was steckt in der Wurst? - Moderation: Andrea Grießmann und Jo Hiller
14:15 - 15:15 Uhr (noch 4 min.)
15:15 Uhr nano
15:25 Uhr Der Sattelclub
15:15 Uhr Propaganda, Hass, Mord
Dieser Sendetermin liegt in der Vergangenheit
Herbst 1918: Die Lage für Deutschland ist aussichtslos, der erste Weltkrieg für Deutschland verloren. Die Revolution bricht aus und der harte Kampf um die Macht beginnt. Der Friedensvertrag der Siegermächte ist kaum zu erfüllen.
Während der Zentrumspolitiker Matthias Erzberger, nach Compiègne aufbricht, um über einen Waffenstillstand zu verhandeln, revoltieren in Kiel die Matrosen. Sie tragen die Revolution nach Berlin und ins gesamte Reich. Der Kaiser wird zur Abdankung gezwungen, Erzberger muss auf Weisung Hindenburgs ein außergewöhnlich hartes Waffenstillstandsabkommen unterzeichnen, das bereits Vorbote des harten Vertrages von Versailles ist. Der Matrose Wöllke beteiligt sich am Aufstand der Matrosen in Kiel.
Später macht er sich auf nach Berlin zu seiner hungernden Familie und wird in die Straßenkämpfe von 1918/1919 verwickelt. Scheidemann und Liebknecht rufen am 9. November die Republik aus. Vor den Augen Erzbergers und des scharfsichtigen liberalen Beobachters Harry Graf Kessler entspinnen sich die Konflikte der Revolutionszeit zwischen Sozialdemokraten, Freikorps, den Räten und später den Spartakisten sowie den konservativen Eliten des Heeres und der Verwaltung.
Die neuen sozialdemokratischen Machthaber um Reichspräsident Ebert und Reichswehrminister Noske schmieden eine Allianz mit den alten konservativen Kräften des Heeres, um die Revolution von links niederzuschlagen. Nach der Ermordung der Spartakisten Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg droht die junge Republik auseinanderzubrechen.
Basierend auf Protokollen, Tagebüchern und anderen historischen Dokumenten erzählt Regisseur Bernd Fischerauer in dem zweiteiligen Dokumentarspiel die dramatische und folgenreiche Zeit nach dem Ersten Weltkrieg. Zwischen Waffenstillstandsabkommen, Friedensvertrag, Kieler Matrosenaufstand, Ausrufung der Republik und Ermordung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg überstürzen sich die Ereignisse. Doch dem Film gelingt es, die Wirren nach dem Ersten Weltkrieg in übersichtlicher und spannender Form zu vermitteln. "Gewaltfrieden" schafft es, zu den historischen Daten mitreißende Bilder, Figuren und Dialoge zu liefern und auf diese Weise ein Stück deutscher Geschichte anschaulich und einprägsam zu vermitteln.
Der Vertrag von Versailles, bei dessen Sichtung Philipp Scheidemann den viel zitierten Satz "Welche Hand müsste nicht verdorren, die sich und uns in solche Fesseln legt" äußerte, sah für das Deutsche Reich Reparationszahlungen in Höhe von circa 132 Milliarden Goldmark vor. Das war das Dreifache seines Bruttosozialproduktes vor dem Krieg. Die letzte Schuldenrate zahlte Deutschland am 3. Oktober 2010.
Der Regisseur des Films, der Österreicher Bernd Fischerauer, ist Absolvent des Max-Reinhardt-Seminars in Wien. Neben seiner Theaterarbeit führte er auch Regie in zahlreichen Serien und Filmen, wie beispielsweise in "Die Wiesingers", "Liebe und andere Katastrophen" oder dem Werk "Gipfelsturm", ein Film über die Erstbesteigung der Zugspitze. 2008 führte er Regie im Dokumentarspiel "Hitler vor Gericht", ein Jahr später folgte "Der Staat ist für den Menschen da", ein Dokumentarspiel über den Verfassungskonvent auf Herrenchiemsee 1948. Die Drehbücher zu beiden Filmen verfasste Bernd Fischerauer selbst, gemeinsam mit Klaus Gietinger. In "Gewaltfrieden" setzt sich diese erfolgreiche Zusammenarbeit fort.
Auch Klaus Gietinger hat sich über die genannten Drehbücher hinaus ausführlich mit der Geschichte Deutschlands befasst. 2006 hatte sein Dokumentarfilm "Rosa Luxemburg in China" Premiere. Auch seine Bücher, "Eine Leiche im Landwehrkanal - Die Ermordung der Rosa Luxemburg" und "Der Konterrevolutionär", eine Biografie über Waldemar Pabst, handeln von der Zeit, die auch in "Gewaltfrieden" beschrieben wird. Als Autor und Regisseur des skurrilen Kinofilms "Daheim sterben die Leut'" wurde er 1986 für den Deutschen Filmpreis nominiert.
Der Film "Die Konterrevolution - Der Kapp-Lüttwitz-Putsch" von 2011 entstand ebenfalls in der Zusammenarbeit zwischen Bernd Fischerauer und Klaus Gietinger. Er schließt direkt an die Produktion "Gewaltfrieden" an und rekonstruiert die Umstände nach der Unterzeichnung des Versailler Vertrages, die zum ersten Staatsstreich gegen die Weimarer Republik geführt haben.
| Darsteller/Regie | |
|---|---|
| Friedrich Ebert | Jürgen Tarrach |
| Ulrich Graf Brockdorff-Rantzau | Mathieu Carrière |
| Wilhelm Groener | Alexander Held |
| Philipp Scheidemann | George Meyer-Goll |
| Walther Freiherr von Lüttwitz | Hans-Michael Rehberg |
| Harry Graf von Kessler | Roland Renner |
| Matthias Erzberger | Hans Hohlbein |
| Erich Ludendorff | Christian Hoening |
| Otto Landsberg | Stephan Boden |
| Gustav Noske | Torsten Münchow |
| Ferdinand Foch | Serge Avedikian |
| Paul von Hindenburg | Rainer Basedow |
| Karl Liebknecht | Uwe Poppe |
| Rosa Luxemburg | Adriana Alteras |
| Waldemar Pabst | André Röhner |
| Benno Wöllke | Benjamin Kramme |
| Kamera | Markus Fraunholz |
| Musik | Hannes M. Schalle |
| Regie | Bernd Fischerauer |
© programm.ARD.de, 2011