02.07.2013
20:15 Uhr
Drogen: Amerikas längster Krieg arte
Tipp

Amerika befindet sich in einem Krieg, auch im Inneren des Landes. Es geht um den jahrzehntelangen mehr oder weniger erfolgreichen Kampf gegen den Drogenmissbrauch. Hier werden Milliarden von Dollar investiert. Auffällig ist, dass im Zusammenhang mit der Drogenkriminalität sowohl aufseiten der Opfer als auch aufseiten der Täter überdurchschnittlich viele schwarze Amerikaner involviert sind. Der Dokumentarfilm zeigt eine amerikanische Gesellschaft, die einen schwarzen Präsidenten an der Spitze hat, deren Alltag und Justiz aber dennoch nicht frei von Rassismus ist.

Was viele Menschen für unmöglich hielten, ist Wirklichkeit geworden. Amerika hat einen schwarzen Präsidenten. Die Hautfarbe von Barack Obama spielte erstaunlicherweise bereits in den Monaten und Wochen vor seiner ersten Wahl zum Präsidenten der USA keine große Rolle. Aber heißt das, dass der Rassismus in den USA endgültig der Vergangenheit angehört?

Der Dokumentarfilm widmet sich einem Problem, das im Wahlkampf nicht nur des Jahres 2008 keine große Rolle gespielt hat, dem Kampf gegen Drogen. Zwar werden Milliarden von Dollar zur Bekämpfung der Drogenkriminalität im In- und Ausland investiert, doch ohne dass ein Ergebnis sichtbar wird. Dabei sind vorwiegend schwarze Amerikaner betroffen, sowohl als Opfer als auch als Täter.

Filmemacher Eugen Jarecki analysiert den Zustand der amerikanischen Gesellschaft im Spiegel des Kampfes gegen Drogen und hat gleichzeitig einen Film über den Rassismus in den USA gemacht. Dabei geht es auch um die Frage, welchen Stellenwert die von Barack Obama geführte Regierung dem Kampf gegen Drogen beimisst und mit welchen Methoden sie dabei vorgeht.

  • Themenabend: Drogen: Amerikas längster Krieg

Seit dem Jahr 1969, als Richard Nixon den Drogenmissbrauch zum Staatsfeind Nummer 1 erklärt hat, führen die USA einen Krieg gegen die Drogen. Doch gewonnen haben sie nur einzelne Schlachten. Der ARTE-Themenabend zeigt Amerikas Drogenpolitik und ihre Mechanismen, die auch immer wieder dazu missbraucht werden, bestimmte Bevölkerungsgruppen auszugrenzen und zu stigmatisieren.

Es gibt wenige Kriege, die die USA verloren haben. Doch der gegen Drogen scheint tatsächlich aussichtslos zu sein. Allerdings stellt sich die Frage, ob sie ihn überhaupt gewinnen wollen.
"Amerikas Staatsfeind Nummer 1 ist der Drogenmissbrauch" - mit diesen Worten rief der damalige US-Präsident Richard Nixon 1969 den "Krieg gegen Drogen" aus. Seither wird das Thema in den USA als bewährte Waffe genutzt, um Wahlkampf zu führen, bestimmte Bevölkerungsgruppen ins Visier zu nehmen und eine Politik der Ausgrenzung und Unterdrückung zu rechtfertigen.

Der Themenabend untersucht die perfiden Mechanismen der US-amerikanischen Drogenpolitik und zeigt, wie tief die zerstörerische Kraft der Drogen, aber auch die des Kampfes gegen den Drogenmissbrauch in der Geschichte des Landes verwurzelt ist.

Dienstag, 02.07.13
20:15 - 22:00 (105 Min.)
Stereo HD-TV