03.07.2013
20:15 Uhr
Betrüg mich! Spielfilm Frankreich 2009 (Fais-moi plaisir!) | arte
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Ariane ist überzeugt, dass ihr Freund insgeheim von einer anderen Frau träumt. Um die Beziehung zu retten, schlägt sie dem sichtlich verdutzten Jean-Jacques vor, sich seinen Fantasien zu stellen und mit der Frau seiner Träume zu schlafen. Nicht ganz freiwillig macht sich dieser schließlich auf den Weg zu der Frau, deren Herz er durch ein kleines Flirtexperiment für sich gewinnen konnte. Mit den ernsten Absichten der Tochter des französischen Staatspräsidenten hat er dabei jedoch nicht gerechnet. Eine schräge Komödie über Partnerschaft, Begierde und Geschlechterunterschiede.

Ariane und Jean-Jacques sind in einer festen Partnerschaft. Der Telefonanruf einer unbekannten Frau unterbricht die beiden jedoch in ihrem täglichen Liebesspiel und macht die empfindsame Ariane stutzig. Jean-Jacques, in Erklärungsnot, beichtet seiner Liebsten daraufhin die Flirtstrategie eines Bekannten, die er aus Neugier selbst ausprobieren wollte.

In einem Café steckte er einer schönen Unbekannten einen Zettel mit herzzerreißenden Worten zu; als er gerade gehen wollte, weil er die Schwachsinnigkeit seines Vorhabens eingesehen hatte, warf sich die Frau leidenschaftlich in seine Arme. Für Ariane fühlen sich Jean-Jacques' Küsse auf einmal anders an - sie ist überzeugt, dass ihr Freund noch immer an die Frau denkt und sich insgeheim wünscht, mit ihr zu schlafen.

Ariane erklärt Jean-Jacques, dass ihre Beziehung eine neue Ebene erreicht habe und schlägt vor, dass er seinen Fantasien auf den Grund gehen muss. Sichtlich verdutzt macht sich dieser schließlich auf den Weg zu seinem Flirt, der, wie sich herausstellt, die Tochter des französischen Staatspräsidenten ist. Elisabeths ernste Absichten bringen Jean-Jacques in eine missliche Lage; ihrem Vater wird er als neuer Freund vorgestellt und der geladenen Partygesellschaft muss er an Elisabeths Seite die Hände schütteln.

Jean-Jacques, der sich zwischen den schicken Gästen ziemlich tollpatschig anstellt, entkommt der grotesken Situation erst, als plötzlich Elisabeths eifersüchtiger Freund, der Boxer ist, auftaucht. Bei seiner Flucht hilft ihm das süße Dienstmädchen, dessen Reize Jean-Jacques ein zweites Mal auf die Probe stellen. Es ist äußerst fraglich, ob Ariane, die sich zwischenzeitlich auch nicht zurückgehalten hat, und Jean-Jacques mit dieser Aktion ihre Beziehung retten können. Eine schräge Komödie in typisch französischer Manier über Partnerschaft, Begierde und Geschlechterunterschiede.

Mit "Fais-moi plaisir!" (2008) war der französische Regisseur Emmanuel Mouret 2009 auf dem Filmfestival in Cabourg und Montreal vertreten. Die Filme "Changement d'adresse" (2006) und "Vénus et Fleur" hatten den Regisseur Jahre zuvor auch schon nach Cannes gebracht. "Fais-moi plaisir!" sollte die filmischen Zutaten vereinen, die er an Kinofilmen am meisten schätzt: "Begierde, Charme, Spannung, Tollpatschigkeit, Gefühle, Fantasie und eine Fingerspitze Grausamkeit" (Emmanuel Mouret).

Der Film ähnelt einer Fabel, die ihre Protagonisten auf die Probe stellt und aus deren Verhalten letztendlich eine Moral gezogen werden kann. In "Fais-moi plaisir!" kann der Zuschauer nur vermuten, dass die Beiden bei ihrer halsbrecherischen Partnerwechselaktion keine Befriedigung gefunden haben. Mourets Komödie kann insofern als eine Reflexion über das Wesen unserer Sexualität gewertet werden, die mal lustgetrieben, mal heilig und intim ist. Bei der Besetzung seiner Figuren entschied sich Mouret für die Französin Judith Godrèche, die schon bei Filmen wie "Der rosarote Panther 2" und "L'auberge espagnole" mitgespielt hat, für den sie 2003 für den César nominiert wurde. Frédérique Bel ist auch ein bekanntes Gesicht des französischen Kinos und Fernsehens. Aktuell spielt sie in der TV-Serie "Fais pas ci, fais pas ça" (Mach dieses und mach jenes nicht) mit, die seit 2007 im französischen Fernsehen ausgestrahlt wird.

Mittwoch, 03.07.13
20:15 - 21:40 (85 Min.)
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