• 20.05.2017
      07:50 Uhr
      Xenius Überdosis Medizin - Wann ist es zu viel des Guten? | arte
       

      "Behandeln ist besser als Nichtstun" war jahrhundertelang ein unerschütterlicher Grundsatz in der Medizin. Doch inzwischen gibt es ein riesiges Repertoire an Diagnose- und Operationsmethoden, die für Arzt und Patient gleichermaßen verführerisch sein können. Muss wirklich jedes Mal geröntgt, operiert oder ein Antibiotikum verschrieben werden? Nein, sagen immer mehr Ärzte, manchmal ist weniger mehr. Doch wann?

      Moderation: Emilie Langlade, Adrian Pflug

      Samstag, 20.05.17
      07:50 - 08:20 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo HD-TV

      "Behandeln ist besser als Nichtstun" war jahrhundertelang ein unerschütterlicher Grundsatz in der Medizin. Doch inzwischen gibt es ein riesiges Repertoire an Diagnose- und Operationsmethoden, die für Arzt und Patient gleichermaßen verführerisch sein können. Muss wirklich jedes Mal geröntgt, operiert oder ein Antibiotikum verschrieben werden? Nein, sagen immer mehr Ärzte, manchmal ist weniger mehr. Doch wann?

      Moderation: Emilie Langlade, Adrian Pflug

       

      "Behandeln ist besser als Nichtstun" war jahrhundertelang ein unerschütterlicher Grundsatz in der Medizin. Doch inzwischen gibt es ein riesiges Repertoire an Diagnose- und Operationsmethoden, die für Arzt und Patient gleichermaßen verführerisch sein können. Muss wirklich jedes Mal geröntgt, operiert oder ein Antibiotikum verschrieben werden?

      Nein, sagen immer mehr Ärzte, manchmal ist weniger mehr. Doch wann? In Paris treffen die „Xenius“-Moderatoren Emilie Langlade und Adrian Pflug im medizinhistorischen Museum nicht nur auf die Erfolgsgeschichte der modernen Chirurgie, sondern auch auf eine französische Chirurgin, die vor zu vielen Operationen warnt. Denn der Blinddarm muss nicht immer raus.

      Corinne Vons weiß natürlich, dass eine Blinddarmentzündung lebensgefährlich sein kann. Darum werden die meisten Patienten mit einem entzündeten Blinddarm sofort operiert. Doch Studien der Chirurgin und auch von deutschen Kollegen zeigen: Nicht jeder Patient muss unters Skalpell; häufig reichen Bettruhe und das richtige Antibiotikum. Aber auch beim Einsatz von Antibiotika können Arzt und Patient viel falsch machen. Medizinhistorisch gesehen sind sie zwar ein Meilenstein: Dank Antibiotika haben heute tödliche Krankheiten wie Pest, Typhus und Tuberkulose ihren Schrecken verloren.

      Doch wenn Antibiotika zu häufig und ungezielt eingesetzt werden, werden Bakterien resistent und damit wieder zur tödlichen Waffe. Allein in Deutschland sind etwa 30 Prozent aller Antibiotikaverschreibungen bei Erkältungen wirkungslos, in Frankreich liegen die Zahlen noch deutlich höher. Die „Xenius“-Moderatoren lassen sich vom Mikrobiologen Didier Mazel vom Institut Pasteur zeigen, welche Auswege die moderne Medizin beim weltweiten Antibiotikamissbrauch sieht. Weniger ist mehr - das gilt auch oder gerade bei einer schweren Krebserkrankung. Nicht für jeden Patienten ist eine intensivmedizinische Behandlung bis zum Schluss das richtige.

      Manchmal kann auch der Verzicht auf eine Chemotherapie am Lebensende der bessere Weg sein, denn das fürsorgliche Unterlassen kann nicht nur die Lebensqualität erhöhen, sondern auch die verbleibende Lebenszeit verlängern.

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      Samstag, 20.05.17
      07:50 - 08:20 Uhr (30 Min.)
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programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 24.11.2017