• 03.04.2017
      22:05 Uhr
      Fakt ist! Aus Magdeburg Arm trotz Arbeit - Schicksal Niedriglohn | MDR FERNSEHEN
       

      Einkaufen nur im Discounter, kein Geld für einen Urlaub, keine Möglichkeit, eine Altersvorsorge aufzubauen. Für jeden dritten Arbeitnehmer in Ostdeutschland ist das Realität. Jeder Dritte abhängig Beschäftigte bekommt nur 10 Euro brutto die Stunde oder weniger. Das sind nicht einmal 2.000 Euro brutto im Monat. In Westdeutschland verdient nur jeder fünfte Arbeitnehmer so wenig. Woran liegt es, dass in Deutschland so viele Arbeitnehmer für einen Niedriglohn arbeiten? Was hat der Mindestlohn gebracht? Und: Welchen Ausweg gibt es aus dem Schicksal Niedriglohn?

      Moderation: Anja Heyde und "Bürgerreporter" Stefan Bernschein

      Montag, 03.04.17
      22:05 - 23:03 Uhr (58 Min.)
      58 Min.

      Einkaufen nur im Discounter, kein Geld für einen Urlaub, keine Möglichkeit, eine Altersvorsorge aufzubauen. Für jeden dritten Arbeitnehmer in Ostdeutschland ist das Realität. Jeder Dritte abhängig Beschäftigte bekommt nur 10 Euro brutto die Stunde oder weniger. Das sind nicht einmal 2.000 Euro brutto im Monat. In Westdeutschland verdient nur jeder fünfte Arbeitnehmer so wenig. Woran liegt es, dass in Deutschland so viele Arbeitnehmer für einen Niedriglohn arbeiten? Was hat der Mindestlohn gebracht? Und: Welchen Ausweg gibt es aus dem Schicksal Niedriglohn?

      Moderation: Anja Heyde und "Bürgerreporter" Stefan Bernschein

       

      Einkaufen nur im Discounter, kein Geld für einen Urlaub, keine Möglichkeit, eine Altersvorsorge aufzubauen. Für jeden dritten Arbeitnehmer in Ostdeutschland ist das Realität. Jeder Dritte abhängig Beschäftigte bekommt nur 10 Euro brutto die Stunde oder weniger. So definiert das Statistische Bundesamt die Niedriglohnschwelle. Das sind nicht einmal 2.000 Euro brutto im Monat. In Westdeutschland verdient nur jeder fünfte Arbeitnehmer so wenig.

      Doch wie kann man von Niedriglohn leben? "Man existiert eher, als dass man lebt", sagt die Gebäudereinigerin Elke Bobles aus Magdeburg. Sie arbeitet Vollzeit, lebt in einer kleinen Ein-Zimmer-Wohnung und kann ihre beiden Söhne finanziell nicht unterstützen. Und das, obwohl sie mehr als Mindestlohn verdient. Der Deutsche Gewerkschaftsbund sagt: "Der Mindestlohn ist ein Meilenstein, reicht aber nicht."

      Wirtschaftsforschungsinstitute sind gegen einen höheren gesetzlichen Mindestlohn. Dadurch würden Arbeitsplätze verloren gehen, weil die Unternehmer das nicht bezahlen könnten, so Reint Gropp, Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle. Die einzige Chance für höhere Löhne sieht er über gute Bildung. Außerdem müsse die Politik Anreize für innovative Unternehmen schaffen, die sich in Ostdeutschland ansiedelten und so gut bezahlte Jobs schafften.

      Eine gute Ausbildung - darin sieht auch der Arbeitgeber-Verband Sachsen-Anhalt den einzigen Weg aus dem Schicksal Niedriglohn. Dazu komme lebenslanges Lernen als Fundament für eine erfolgreiche berufliche Zukunft.

      Woran liegt es, dass in Deutschland so viele Arbeitnehmer für einen Niedriglohn arbeiten? Was hat der Mindestlohn gebracht? Und: Welchen Ausweg gibt es aus dem Schicksal Niedriglohn?

      Über diese und andere Fragen diskutiert Moderatorin Anja Heyde mit ihren Gästen:
      • Elke Bobles, Gebäudereinigerin aus Magdeburg,
      • Annelie Buntenbach, DGB-Bundesvorstand,
      • Matthias Menger, Geschäftsführer der Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände AWSA Sachsen-Anhalt e. V. und
      • Prof. Reint Gropp, Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle

      Bürgermoderator Stefan Bernschein spricht mit der Initiative "Arbeiterkind" über Studien- und Stipendienmöglichkeiten für Schüler aus Arbeiterfamilien. Er hat sich im Sozialkaufhaus Magdeburg umgeschaut und mit von Armut Betroffenen gesprochen. Wie immer wirft er auch einen Blick auf die Meinung der Zuschauer, die sich an der Diskussion unter facebook.com/MDRSachsenAnhalt oder per Mail an faktist@mdr.de beteiligen können.

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      22:05 - 23:03 Uhr (58 Min.)
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