• 16.07.2017
      00:05 Uhr
      Maischberger Gewalt in Hamburg: Warum versagt der Staat? | 3sat
       

      Die Krawalle rund um den G20-Gipfel sorgen für Entsetzen. Trotz des Einsatzes von mehr als 15.000 Polizisten konnte der 'Schwarze Block' marodierend durch Hamburg ziehen. Welche Verantwortung tragen Bürgermeister Scholz und Kanzlerin Merkel? Hat die Polizei durch ihr Auftreten zur Eskalation beigetragen? Die Gäste bei Sandra Maischberger:

      • Wolfgang Bosbach (CDU, Innenpolitiker)
      • Katarina Barley, SPD (Bundesfamilienministerin)
      • Jutta Ditfurth (Publizistin, Politikerin)
      • Joachim Lenders (Hamburger Hauptkommissar)
      • Jan van Aken (Die Linke, Bundestagsabgeordneter)
      • Hans-Ulrich Jörges ("Stern"-Kolumnist)
      Nacht von Samstag auf Sonntag, 16.07.17
      00:05 - 01:20 Uhr (75 Min.)
      75 Min.
      VPS 23:35

      Die Krawalle rund um den G20-Gipfel sorgen für Entsetzen. Trotz des Einsatzes von mehr als 15.000 Polizisten konnte der 'Schwarze Block' marodierend durch Hamburg ziehen. Welche Verantwortung tragen Bürgermeister Scholz und Kanzlerin Merkel? Hat die Polizei durch ihr Auftreten zur Eskalation beigetragen? Die Gäste bei Sandra Maischberger:

      • Wolfgang Bosbach (CDU, Innenpolitiker)
      • Katarina Barley, SPD (Bundesfamilienministerin)
      • Jutta Ditfurth (Publizistin, Politikerin)
      • Joachim Lenders (Hamburger Hauptkommissar)
      • Jan van Aken (Die Linke, Bundestagsabgeordneter)
      • Hans-Ulrich Jörges ("Stern"-Kolumnist)
       

      Die schweren Krawalle rund um den G20-Gipfel sorgen für Entsetzen. Obwohl mehr als 15.000 Polizisten im Einsatz waren, konnte der sogenannte Schwarze Block stundenlang marodierend durch Hamburg ziehen. Der Rechtsstaat schien kapituliert zu haben. Welche Verantwortung tragen Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz und die Kanzlerin Angela Merkel? Hat die Polizei durch ihr Auftreten zur Eskalation der Proteste beigetragen? Oder haben 'gewalttätige Extremisten terroristische Taten' verübt, wie Bundesinnenminister Thomas de Maizière sagt?

      Zu Gast bei Sandra Maischberger sind:

      • Wolfgang Bosbach (CDU, Innenpolitiker)

      "Wir sollten der Polizei nicht in den Rücken fallen", sagt der langjährige CDU-Innenexperte. Chaoten und Kriminelle hätten während des G20-Gipfels im Hamburger Schanzenviertel unter dem Vorwand des politischen Protestes schwerste Straftaten begangen. Der CDU-Bundestagsabgeordnete mahnt, konsequent und hart gegen die Randalierer vorzugehen: "Wenn der Staat ein, 'Wehret den Anfängen!' nicht beherzigt, werden die Zustände immer schlimmer", fürchtet Wolfgang Bosbach, der nach der Bundestagswahl im September aus dem Parlament ausscheidet.

      • Katarina Barley, SPD (Bundesfamilienministerin)

      Die Ex-SPD-Generalsekretärin sieht keine politischen Motive hinter den Gewaltexzessen in Hamburg: "Das ist organisierte Kriminalität, Randalieren als Selbstzweck." Sie nimmt hingegen ihren Kabinettskollegen, Innenminister Thomas de Maizière, in die Verantwortung. Die schrecklichen Ausschreitungen seien insbesondere auch von Gewalttätern begangen worden, die aus ganz Europa eingereist seien, sagt die frisch gekürte Familienministerin. "Wieso konnten trotz vorliegender Erkenntnisse so viele Gewalttäter aus den Nachbarländern nach Deutschland einreisen?", fragt Katarina Barley.

      • Jutta Ditfurth (Publizistin und Politikerin)

      Die linke Aktivistin demonstrierte am Wochenende in Hamburg gegen den G20-Gipfel und erlebte als Demonstrantin die Ausschreitungen in der Innenstadt. Die Politikerin der "Ökologischen Linke" macht vor allem der Polizei Vorwürfe: "Wer ein mobiles Einsatzkommando mit Maschinengewehren auf einen Platz voll Menschen schickt, schafft ein Bürgerkriegsszenario." Die ehemalige Grünen-Chefin attackiert den rot-grünen Hamburger Senat. "Wollen SPD und Grüne zurück zur Militarisierung der Polizei und die Bürger zum Abschuss freigeben?", fragt Jutta Ditfurth.

      • Joachim Lenders (Hamburger Hauptkommissar)

      Der Hamburger Polizeibeamte war von Donnerstag bis Sonntag fast pausenlos im Einsatz. "Diese Gewaltbereitschaft hatte eine neue Dimension", bilanziert er. Dass Sondereinsatzkommandos gegen gewalttätige Demonstranten eingesetzt werden müssen, habe es in Deutschland noch nie gegeben. "Die Polizei hat keine großen Fehler gemacht", sagt der Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG). Die Verantwortung für die Ausschreitungen läge allein bei den gewalttätigen Autonomen des Schwarzen Blocks, so Joachim Lenders. Ein besonderes Problem seien die vielen "Krawalltouristen" aus Italien und Frankreich gewesen.

      • Jan van Aken (Die Linke, Bundestagsabgeordneter)

      Der Hamburger Linken-Politiker organisierte die größte Protestdemo gegen den G20-Gipfel, die am vergangenen Samstag friedlich verlief. Für die vorherige Eskalation macht er die Polizei mitverantwortlich: "Ich habe direkt daneben gestanden und beobachtet, dass dieses Eingreifen der Polizei völlig unnötig war." Das massive Auftreten der Polizei sei politisch gewollt gewesen, glaubt der außenpolitische Sprecher der Linksfraktion. "Ich habe mich die ganze Zeit gefragt", so der scheidende Bundestagsabgeordnete, "ob der Hamburger Senat die Bilder erzeugen wollte, die er wochenlang vor dem Gipfel an die Wand gemalt hatte".

      • Hans-Ulrich Jörges ("Stern"-Kolumnist)

      "Olaf Scholz war unfähig, seine Bürger vor dem marodierenden Mob zu schützen. Er versagte jammervoll beim G20-Gipfel", kritisiert der Journalist den Hamburger Bürgermeister. Es sei bereits ein Fehler

      gewesen, das Treffen in die Mitte einer Metropole zu legen, sagt der "Stern"-Kolumnist: "Das war eine kalkulierte Katastrophe." Hans-Ulrich Jörges verurteilt zudem die Verharmlosung des Schwarzen Blocks in der linken Szene: "Linksextremismus wird in weiten Teilen toleriert. Er ist fast zur Folklore geworden."

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      Nacht von Samstag auf Sonntag, 16.07.17
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      VPS 23:35

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