• 20.06.2017
      23:20 Uhr
      Myanmar - Die Macht der Mönche Dokumentation Frankreich 2016 | arte
       

      Seitdem das birmanische Militär im April 2016 einwilligten, die Macht mit der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi zu teilen, sucht das Land nach einer neuen Identität. Der Buddhismus spielt in diesem Prozess eine gewichtige Rolle. Im Film legen drei Mönche ihre Sichtweise dar und sprechen über ihre Hoffnungen und Ängste: Ein Anhänger Aung San Suu Kyi aus Rangun, ein extrem nationalistisch gesinnter Mönch und ein buddhistischer Missionar.

      Dienstag, 20.06.17
      23:20 - 00:15 Uhr (55 Min.)
      55 Min.
      Stereo HD-TV

      Seitdem das birmanische Militär im April 2016 einwilligten, die Macht mit der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi zu teilen, sucht das Land nach einer neuen Identität. Der Buddhismus spielt in diesem Prozess eine gewichtige Rolle. Im Film legen drei Mönche ihre Sichtweise dar und sprechen über ihre Hoffnungen und Ängste: Ein Anhänger Aung San Suu Kyi aus Rangun, ein extrem nationalistisch gesinnter Mönch und ein buddhistischer Missionar.

       

      In Mandalay, dem religiösen Zentrum von Birma, predigt der Mönch Thaw Bita vor einer Menge, die gerade erst entdeckt, was politische Freiheit bedeutet. Der 30-jährige Demokrat ist ein bekennender Anhänger von Aung San Suu Kyi. "Wenn nötig, bin ich bereit, für sie zu sterben", sagt der junge Mönch. Seit 2016 regiert die "Lady aus Rangun" das Land, doch sie hat keine Macht über die Armee. Diese ist autonom und verfügt über 25 % der Parlamentssitze.

      Zum schweren Erbe, das die Militärdiktatur Suu Kyi hinterließ, zählt auch ein Klüngel nationalistischer, unverhohlen rassistischer Mönche. Einer von ihnen ist Thu Sait Tha. Bei seinen hasserfüllten Reden nimmt er kein Blatt vor den Mund: "Vor einiger Zeit haben wir ein Gesetz über den Schutz von Rasse und Religion vorgeschlagen. Das war nötig gewesen, denn die Muslime vermehren sich enorm." Möglicherweise ist es diesen extremistischen Mönchen gelungen, Aung San Suu Kyi zu erpressen, denn die Regierungschefin weigert sich, in der Frage der sogenannten "Rohingyas" klar Stellung zu beziehen. Diese muslimische Ethnie, im Westen des Landes, wird von der verfassungsmäßig, unabhängigen birmanischen Armee verfolgt. NGOs sprechen von einem Genozid. In Birma, wo seit Jahrzehnten eine anti-muslimische Grundstimmung herrscht, verhallt dieser religiös-nationalistische Diskurs nicht ungehört.

      Die Frage der Minderheiten, von denen insgesamt 135 existieren, zermürbt das Land seit seiner Unabhängigkeit und nimmt mitunter gewalttätige Formen an. Als Missionar in der abgelegenen Region Arakan bekehrt der Mönch War Lay Angehörige dieser Minderheiten zum Buddhismus. "Wie holt man die Leute ins Kloster? Immer, wenn ich in der Stadt war, kaufte ich Bonbons, um sie an die Kinder in den Dörfern zu verteilen. Allmählich kamen dann die Eltern und andere Erwachsene. So habe ich die Dorfbewohner ins Kloster gelockt und sie für uns gewonnen". Die Missionierungsbestrebungen von War Lay tragen zur "Birmanisierung" bei, die von der Militärjunta schon in den 90er Jahren finanziell unterstützt wurde. Diese Politik nutzt der Buddhismus als Instrument der Einigung Birmas und verleiht ihm so eine politische Dimension.

      Regie: Joël Curtz, Benoit Grimont

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      Dienstag, 20.06.17
      23:20 - 00:15 Uhr (55 Min.)
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