• 20.07.2017
      01:00 Uhr
      Homs - Ein zerstörter Traum Eine Dokumentation von Talal Derki | SR Fernsehen
       

      Seit Herbst 2011 kämpften der damals 19-jährige Baset und seine Kameraden aus Homs gegen Assads Truppen, die die einst schöne syrische Metropole inzwischen in ein Trümmerfeld verwandelt haben. Aus friedlichen Demonstranten werden bewaffnete Kämpfer, aus jungen Männern, für die Religion kaum eine Rolle spielte, werden im Angesicht des Todes gläubige Moslems. Die Aktionen Basets und seiner Freunde wurden von Beginn an mit der Kamera begleitet, zunächst mit kleinen Handycams, später immer professioneller. Der Dokumentarfilm wurde beim Sundance Film Festival 2014 mit dem "World Cinema Grand Jury Prize: Documentary" ausgezeichnet.

      Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, 20.07.17
      01:00 - 02:30 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      Stereo

      Seit Herbst 2011 kämpften der damals 19-jährige Baset und seine Kameraden aus Homs gegen Assads Truppen, die die einst schöne syrische Metropole inzwischen in ein Trümmerfeld verwandelt haben. Aus friedlichen Demonstranten werden bewaffnete Kämpfer, aus jungen Männern, für die Religion kaum eine Rolle spielte, werden im Angesicht des Todes gläubige Moslems. Die Aktionen Basets und seiner Freunde wurden von Beginn an mit der Kamera begleitet, zunächst mit kleinen Handycams, später immer professioneller. Der Dokumentarfilm wurde beim Sundance Film Festival 2014 mit dem "World Cinema Grand Jury Prize: Documentary" ausgezeichnet.

       

      Anfang 2011 erreichte der Arabische Frühling Syrien. Die ersten Demonstrationen gegen das diktatorische Regime von Baschar al-Assad finden in der drittgrößten Stadt Homs statt. Vor allem junge Männer gehen auf die Straße und protestieren für Freiheit und Demokratie. Einer der Anführer der ersten Stunde ist der 19-jährige Torwart der Jungendnationalmannschaft Syriens, Abdul Baset Al-Sarout, kurz Baset genannt. Er und seine Freunde organisieren jeden Tag Demonstrationen, zu denen immer mehr Menschen strömen. Baset ist ein charismatischer junger Mann, der vor allem mit seinen revolutionären Songs die Menschen begeistert.
      Begleitet wird Baset bei seinen Auftritten während der Demonstrationen und im Kreis seiner Freunde und anderer Aktivisten von Osama, einem Amateurkameramann, der sein Studium unterbrach, um dabei zu sein bei der Rebellion gegen das verhasste Regime. Die mit kleiner Handycam aufgezeichneten Videos werden regelmäßig auf YouTube hochgeladen und so einer großen Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Baset wird im Laufe des Frühjahrs 2011 immer gefährlicher für die Propagandisten des Regimes.

      Der Widerstand der mehrheitlich sunnitischen Bewohner von Homs wächst im Frühsommer 2011 schnell, und das Regime beginnt mit brutaler Härte zurückzuschlagen. Baset steht jetzt ganz oben auf der Fahndungsliste des Geheimdienstes und des Militärs. Bei einem Angriff auf die Wohnung seiner Familie werden sein Bruder Walid und andere Angehörige getötet. Das lässt ihn endgültig an einer friedlichen Lösung des Konflikt zweifeln. Als die ersten Demonstranten durch die Kugeln der syrischen Armee den Tod finden, entschließen sich die Aktivisten um Baset, den pazifistischen Widerstand aufzugeben und sich zu bewaffnen. Aus friedlichen Demonstranten werden bewaffnete Kämpfer, aus jungen Männern, für die Religion kaum eine Rolle spielte, werden im Angesicht des Todes gläubige Moslems.

      Der syrische Bürgerkrieg beginnt in Homs. Baset und seine Freunde und Kameraden verlieren ihre Unschuld als friedliche Demonstranten. Im Februar 2012 töten syrische Truppen bei einem Mörserangriff mehr als 300 Menschen im Zentrum von Homs. Regimetreue Banden brechen in Wohnungen ein und richten ein Blutbad an. Es ist das erste von zahlreichen Massakern gegen die Zivilbevölkerung in Syrien. Baset selbst wird während der Kämpfe der letzten Jahre dreimal angeschossen und schwer verletzt.

      Mehr als 300 Stunden gefilmtes Material wurden von dem syrischen Produzenten des Films, Orwa Nyrabia, außer Landes geschmuggelt. Die Endfertigung des Films und der Schnitt von Anne Fabini und Martin Reimers fanden im Sommer und Herbst 2013 in Berlin statt.
      "Homs - Ein zerstörter Traum" ist eine Koproduktion des inzwischen im Exil befindlichen syrischen Produzenten mit seiner Firma Proaction Film und der Berliner Produktionsfirma "Ventana-Film" von Hans Robert Eisenhauer mit dem Südwestrundfunk, ARTE, und dem schwedischen Fernsehen SVT. Weitere beteiligte Fernsehsender sind das Schweizer Fernsehen RTS, der japanische Sender NHK und der kanadische Sender "Radio Canada".

      Die viel beachtete Weltpremiere des Films fand im November 2013 zur Eröffnung des Dokumentarfilmfestivals IDFA in Amsterdam statt. Der von der IDFA geschaffene Filmfond IDFA-Berta-Fund hatte bereits die Entwicklung des Films unterstützt. "Homs - ein zerstörter Traum" war Mitte Januar 2014 im Wettbewerb des von Robert Redford gegründeten Sundance Film-Festivals im US-Bundesstaat Utah zu sehen und wurde mit dem "World Cinema Grand Jury Prize: Documentary" ausgezeichnet.
      Dokumentarfilm Syrien 2013

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      Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, 20.07.17
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      90 Min.
      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 22.11.2017