• 25.03.2017
      18:15 Uhr
      Landesart Liebe im 21. Jahrhundert | SWR Fernsehen RP
       

      Themen u. a.:

      • Dating App statt Liebesbrief - Partnerschaft im Wandel der Zeit
      • App-Affairs - Smartphones und die Datingsuche der jüngeren Generation
      • Beziehungsratgeber von Beruf - Dipl.-Psychologin aus Trier im Porträt

      Moderation: Patricia Küll

      Samstag, 25.03.17
      18:15 - 18:45 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      VPS 18:14
      Stereo HD-TV

      Themen u. a.:

      • Dating App statt Liebesbrief - Partnerschaft im Wandel der Zeit
      • App-Affairs - Smartphones und die Datingsuche der jüngeren Generation
      • Beziehungsratgeber von Beruf - Dipl.-Psychologin aus Trier im Porträt

      Moderation: Patricia Küll

       

      In Sachen Liebe und Partnerschaft sind in den letzten Jahrzehnten gesellschaftliche und kulturelle Veränderungen festzustellen. Dating-App statt romantischem Liebesbrief, Internet-Bekanntschaften statt Kennenlernen beim Tanz in den Mai, gleichgeschlechtliche Beziehungen können offen gelebt werden und traditionelle Familienmuster geraten anscheinend immer mehr in den Hintergrund.

      Der neueste Schrei: Polyamorie - der flotte Dreier wird gesellschaftsfähig und das auch noch mit feministischer Zustimmung.

      Partnersuche funktioniert heute anders als vor 30 Jahren. Gesellschaftlicher und technischer Wandel haben ihren Anteil daran. Einfacher scheint es nicht zu werden.

      Die menschliche Lust war seit jeher von Konventionen und Etiketten bestimmt. Lediglich die Kunst kündete schon früh von der Macht der Liebe und Triebe. Ob erhaben, kitschig oder leicht frivol - bezüglich der künstlerischen Darstellungen des Themas Nummer 1 war man schon immer recht freizügig. Anders gestaltete sich das im realen Leben. Erst mit der Studentenrevolte Ende der 60er Jahre stellte die junge Generation alte Werte in Frage - und nicht nur die der kapitalistischen Wirtschaftsordnung des Westens. Die sexuelle Revolution brachte auch bürgerliche Moralvorstellungen und Lebenskonzepte ins Wanken. Die Kommunarden in Berlin propagierten Wohngemeinschaften statt klassischer Familie und freie Liebe statt Zweierbeziehung.

      Diesen Trend griffen clevere Geschäftemacher schnell auf. Erotik und Sex wurden als lohnender Markt entdeckt. Ein Boom, der nicht zu stoppen war, selbst wenn man in Rheinland-Pfalz anfangs sogar Kataloge für FKK-Urlaube verbieten wollte. Aber allen Einschränkungsversuchen zum Trotz eroberte die Freikörperkultur auch die bürgerliche Mitte.

      Doch es blieb nicht nur beim harmlosen Urlaub im Nudistencamp: Deutschlands erste Sexmesse, Anfang der 70er Jahre in Queidersbach bei Kaiserslautern, war ein großer Skandal. Allerdings konnte selbst eine kirchliche Gegendemo die Messe nicht verhindern.

      Auch die Enttabuisierung der Homosexualität war nicht aufzuhalten. Bis Anfang der 70er Jahre noch ein Straftatbestand, ist Schwulsein heute öffentlich gelebte Normalität. Und mittlerweile ist Polyamorie - der flotte Dreier oder Vierer - gesellschaftsfähig. Ausgedient hat die gute alte Zweierbeziehung aber deshalb noch lange nicht - denn für die lange Aufzucht unseres Nachwuchses ist Monogamie günstig. Deshalb wird auch beim Sex Oxytocin ausgeschüttet, das sogenannte Treuehormon, das die Bindung unter den Partnern stärkt.

      Im Zeitalter der neuen Kommunikationstechniken ist die gezielte Partnersuche offenbar wesentlich einfacher als in den Zeiten, in denen man dazu noch Tanzlokale aufsuchen musste. Mittlerweile haben Soziale Netzwerke, Partnerportale und Dating-Apps nicht nur den romantischen Liebesbrief und Tanzveranstaltungen abgelöst. Im Bereich Partnersuche und Sexualität ist es zu einem Verlagerungsprozess gekommen. Vieles an Offline-Kultur, wie Kneipen oder Schwulentreffs, hat sich ins Internet verlagert und ist anonymer geworden. Im Internet sind die Portale alle lokal strukturiert.

      Ein großer Nachteil trotz aller möglichen Auswahlkriterien bei der Partnersuche ist der Unsicherheitsfaktor. Denn es ist nicht nachzuvollziehen, was bei einer gescheiterten Suche nicht gestimmt hat. Nach objektiven Kriterien war alles ok, aber irgendwie ist dann doch nichts draus geworden. Gerade in der Sexualität gibt es eine Erlebensqualität zwischen zwei Menschen, die sich im Internet noch nicht substituieren lässt. Faktoren wie Stimmqualität und Gerüche bleiben auf der Strecke.

      Daraus entsteht dann eine ernüchternde Erfahrung: Im Chat war alles nett, aber dann hat es einfach nicht gefunkt. Wenn der Schritt aus dem Web heraus aber einmal getan ist, dann sind die Liebesbeziehungen, die daraus entstehen, nicht weniger glücklich und nicht weniger qualitativ hochwertig als andere Beziehung auch. Folglich ist alles wie es immer war - nur anders.

      In Rheinland-Pfalz findet Kultur statt: Ob Kinofestivals, Ausstellungen zu Geschichte, Kunst und Architektur, Jazzgastspiele oder Klassikkonzerte: Landesart zeigt die Veranstaltungen im Land.

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      Samstag, 25.03.17
      18:15 - 18:45 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      VPS 18:14
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