• 02.04.2017
      17:30 Uhr
      Rodin Wegbereiter der Moderne - Thema: Auguste Rodin - Wegbereiter der Moderne | arte
       

      Literatur, Musik, Malerei und Fotografie: Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts brachte zahlreiche neue künstlerische Ausdrucksformen hervor, die mit der Romantik und dem vorherrschenden Akademismus brachen. In dieser von Kreativität überschäumenden Epoche spiegelte Auguste Rodin den Zeitgeist wider, bewahrte sich jedoch auch eine ganz eigene künstlerische Handschrift.

      Sonntag, 02.04.17
      17:30 - 18:25 Uhr (55 Min.)
      55 Min.
      Stereo HD-TV

      Literatur, Musik, Malerei und Fotografie: Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts brachte zahlreiche neue künstlerische Ausdrucksformen hervor, die mit der Romantik und dem vorherrschenden Akademismus brachen. In dieser von Kreativität überschäumenden Epoche spiegelte Auguste Rodin den Zeitgeist wider, bewahrte sich jedoch auch eine ganz eigene künstlerische Handschrift.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Claire Duguet
      Produktion ARTE F

      In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, dem Zeitalter der Industrialisierung, vollzogen sich in Gesellschaft und Kunstgeschichte umwälzende Veränderungen. Die Romantik wurde vom Naturalismus abgelöst, den bedeutende Künstler wie Flaubert, Baudelaire, Monet und Courbet begeistert aufgriffen. Einer der "Unruhestifter" dieser künstlerischen Revolution war der Bildhauer Auguste Rodin. Diesen Aspekt hebt die Dokumentation "Rodin - Wegbereiter der Moderne" hervor, gestützt auf Archivmaterial und Zeugnisse von Schaffensgefährten Rodins aus dem künstlerischen, literarischen und gesellschaftlichen Umfeld jener Zeit - wie etwa Rilke, Mirbeau, Maillol, Hugo und Zola.
      Zu sehen sind neben seinen Skulpturen, Entwürfen und Skizzen auch private Fotografien und bewegende Filmaufnahmen von Rodin in seinem Atelier.

      Nach turbulenten Anfängen wurde Rodin sehr schnell als ein Künstler wahrgenommen, der etwas wagte und mit einem ganz eigenen Stil hervortrat. Mit Werken wie "Das Höllentor", "Die Bürger von Calais" und "Der Kuss" eroberte sich Rodin einen herausragenden Platz in der Kunstgeschichte. Obwohl seine ersten Skulpturen Skandale erregten und von offizieller Seite abgelehnt wurden, fanden sich genügend aufmerksame Sammler, die sein Potenzial erkannten und große Hoffnungen in ihn setzten. Seine Beziehung zu der 19-jährigen Bildhauerin Camille Claudel, Rodin selbst war 43, als er sie kennenlernte, prägte und inspirierte ihn. Die Jahre mit Camille waren sicherlich die fruchtbarsten für Rodin, er wurde immer anspruchsvoller, was seinen bildhauerischen Ausdruck betraf.

      Rodin gehörte zum Kreis der angesehensten Künstler seiner Zeit. Seine große Ausstellung im Pavillon de l'Alma im Jahr 1900, als die Pariser Weltausstellung veranstaltet wurde, machte ihn auch international bekannt. Die Eröffnung des nach ihm benannten Museums in Paris sollte er nicht mehr erleben: Er starb 1917, einige Monate nach seiner langjährigen Lebensgefährtin Rose Beuret, die stets in seinem Schatten gestanden und die er erst kurz vor ihrem Tod geheiratet hatte.

      Rodins Einfluss auf zahlreiche Künstler seiner Epoche und seine Nachwelt ist unverkennbar, wie etwa auf Bourdelle, Maillol und Pompon, später auch auf Henry Moore und Ousmane Sow - bis hin zu Anselm Kiefer. Aus dem begabten und ehrgeizigen Beamtensohn Rodin wurde eine Leitfigur der modernen Bildhauerei.

      Thema: Auguste Rodin - Wegbereiter der Moderne:

      Von seinen Künstlerkollegen hoch gelobt, von der Mehrheit unverstanden: Auguste Rodin. Der Bildhauer läutete Ende des 19. Jahrhunderts das Zeitalter der modernen Plastik und Skulptur ein. Mit seinen Werken brach er mit den glatten, erstarrten Schönheitsidealen. Zwei Dokumentationen in Erstausstrahlung blicken anlässlich seines 100. Todesjahres auf das Genie Rodin. Inspiration fand der Künstler vor allem bei seiner Muse Camille Claudel - ARTE zeigt den gleichnamigen Spielfilm von Bruno Nuytten.

      Als Auguste Rodin am 17. November 1917 im kleinen Ort Meudon bei Paris stirbt, gilt er längst als großer Erneuerer der bildenden Künste in Europa. Bis heute symbolisiert seine Plastik "Der Denker" den modernen Menschen im Aufbruch zum 20. Jahrhundert. Und seine Skulptur "Der Kuss" ist geradezu zu einer Ikone der Verliebten geworden. Beide Werke entstammen einem anderen gigantischen Kunstwerk, an dem Rodin 37 Jahre arbeitete und das erst posthum 1926 seinen ersten Bronzeabguss erfährt: "Das Höllentor" nach Dante Alighieris "Göttlicher Komödie". In ihm sind mehr als 200 Figuren vereint, eine gewaltige Symbiose von Leidenschaft, Pein und Schicksal. Diese drei emotionalen Grundelemente teilt Rodin auch mit seiner Schülerin und Geliebten Camille Claudel mehr als zehn Jahre lang. Sie ist ihm handwerklich ebenbürtig, eine emanzipierte Frau. Ihrer Zeit weit voraus, wie er. Am Ende scheitert sie an ihrem Liebhaber und der Gesellschaft. Isabelle Adjani und Gérard Depardieu verkörpern dieses Liebespaar in unserem Spielfilm, der im Mittelpunkt des Schwerpunkts anlässlich 100. Todesjahres von Rodin auf Arte steht. Zwei Dokumentationen geben zudem detaillierte Einblicke in Rodins Leben und sein Hauptwerk, "Das Höllentor".

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      Sonntag, 02.04.17
      17:30 - 18:25 Uhr (55 Min.)
      55 Min.
      Stereo HD-TV

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 25.06.2017