• 21.05.2017
      06:35 Uhr
      Hitler in der Hölle Das Vermächtnis des Malers Joseph Steib | arte
       

      Während des Zweiten Weltkrieges malte Joseph Steib (1898-1966), ein bescheidener, kränkelnder Angestellter aus der elsässischen Stadt Mulhouse, heimlich zornige Bilder gegen den Nationalsozialismus. 57 Gemälde entstanden so zwischen 1940 und 1945. Er gab ihnen den sarkastischen Titel "Salon des Rêves" (Salon der Träume): eine naive und gleichzeitig radikale Vision zwischen Wut und Verzweiflung. Die meisten der Bilder richteten sich direkt gegen Hitler, gaben ihn - an einem Baum erhängt oder in der Hölle schmorend - dem Spott preis.

      Sonntag, 21.05.17
      06:35 - 07:05 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo HD-TV

      Während des Zweiten Weltkrieges malte Joseph Steib (1898-1966), ein bescheidener, kränkelnder Angestellter aus der elsässischen Stadt Mulhouse, heimlich zornige Bilder gegen den Nationalsozialismus. 57 Gemälde entstanden so zwischen 1940 und 1945. Er gab ihnen den sarkastischen Titel "Salon des Rêves" (Salon der Träume): eine naive und gleichzeitig radikale Vision zwischen Wut und Verzweiflung. Die meisten der Bilder richteten sich direkt gegen Hitler, gaben ihn - an einem Baum erhängt oder in der Hölle schmorend - dem Spott preis.

       

      Joseph Steib (1898-1966), ein bescheidener, kränkelnder Angestellter aus der elsässischen Stadt Mulhouse, malte während des Zweiten Weltkriegs heimlich zornige Bilder gegen den Nationalsozialismus. Zwischen 1940 und 1945 entstanden 57 Gemälde in der Küche seines Hauses. Er überschrieb sie mit dem sarkastischen Titel "Salon des Rêves" (Salon der Träume). Es war eine naive und gleichzeitig radikale Vision zwischen Wut und Verzweiflung, Halluzination und Verschwörung. Manche dieser Bilder spiegelten die Besetzung seiner Heimatregion durch die Nazis wider, andere träumten bereits ab 1940 die Befreiung herbei. Aber die meisten richteten sich direkt gegen den Diktator Hitler, gaben ihn - an einem Baum erhängt oder in der Hölle schmorend - dem Spott preis. Die Gemälde des "Salon des Rêves" wurden zu Steibs Lebzeiten nur ein einziges Mal ausgestellt: während der Befreiungsfeierlichkeiten 1945. Doch niemand wollte das gerade überwundene Grauen mehr sehen. Steibs Bilder gerieten völlig in Vergessenheit und wurden nach seinem Tod in alle Winde zerstreut. Die ersten wurden erst vor wenigen Jahren durch Zufall wiederentdeckt und feiern seitdem Erfolge in bedeutenden Museen wie dem Pariser Musée d'Art Moderne oder dem Guggenheim-Museum in Bilbao. Inzwischen wurden mehr als 30 Gemälde des Salons wieder aufgefunden. Gemeinsam mit François Petry, dem der "Salon des Rêves" sowohl seine Wiederentdeckung als auch eine angemessene Einordnung in die Kunstgeschichte verdankt, setzen sich in der Dokumentation die Psychotherapeutin Marie Pesenti, der Kunsthistoriker Klaus Gallwitz, der Kunstprofessor Alexander Roob und der Pariser Museumsdirektor Fabrice Hergott mit Steibs Werk auseinander.

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      Sonntag, 21.05.17
      06:35 - 07:05 Uhr (30 Min.)
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programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 28.07.2017