• 20.05.2017
      02:15 Uhr
      Kunstraum Christian Schnurer / Tamar Maya Sharabi: "Transport a Smell of Revolution" | ARD-alpha
       

      Ein ausgebranntes Privatfahrzeug eines tunesischen Polizisten trägt den Geschmack der Revolution aus dem fernen Tunesien in die Maximilianstrasse Münchens. Wozu der Aufwand? Immerhin kostet es Geld, Zeit und Mühen, ein total ausgebranntes Fahrzeug von Afrika nach Europa zu importieren. Zolltechnisch gesehen ohnehin ein exotisches Vorgehen! Die Künstler Tamar Maya Sharabi und Christian Schnurer wollen mit ihrer Aktion Dinge vermitteln, die kein Bericht, keine Nachricht und auch keine Reportage ausdrücken können: sie wollen ein Gefühl, eine Stimmung, oder eben den Geschmack von Revolution zu uns transportieren.

      Nacht von Freitag auf Samstag, 20.05.17
      02:15 - 02:30 Uhr (15 Min.)
      15 Min.
      Stereo

      Ein ausgebranntes Privatfahrzeug eines tunesischen Polizisten trägt den Geschmack der Revolution aus dem fernen Tunesien in die Maximilianstrasse Münchens. Wozu der Aufwand? Immerhin kostet es Geld, Zeit und Mühen, ein total ausgebranntes Fahrzeug von Afrika nach Europa zu importieren. Zolltechnisch gesehen ohnehin ein exotisches Vorgehen! Die Künstler Tamar Maya Sharabi und Christian Schnurer wollen mit ihrer Aktion Dinge vermitteln, die kein Bericht, keine Nachricht und auch keine Reportage ausdrücken können: sie wollen ein Gefühl, eine Stimmung, oder eben den Geschmack von Revolution zu uns transportieren.

       

      Ein ausgebranntes Privatfahrzeug eines tunesischen Polizisten trägt den Geschmack der Revolution aus dem fernen Tunesien in die Maximilianstrasse Münchens. Wozu der Aufwand? Immerhin kostet es Geld, Zeit und Mühen, ein total ausgebranntes Fahrzeug von Afrika nach Europa zu importieren. Zolltechnisch gesehen ohnehin ein exotisches Vorgehen! Schrott gehört doch nach Afrika und nicht ins weißblaue München, so die landläufige Meinung.

      Doch genau darum geht es den Künstlern Tamar Maya Sharabi und Christian Schnurer. Sie wollen mit ihrer Aktion Dinge vermitteln, die kein Bericht, keine Nachricht und auch keine Reportage ausdrücken können: sie wollen ein Gefühl, eine Stimmung, oder eben den Geschmack von Revolution zu uns transportieren.
      "Ich suche bei meinen Projekten im öffentlichen Raum immer nach maximalen Kontrasten, und setze zum Beispiel ein Schrottfahrzeug hinein in unsere pikfeine hochkommerzialisierte Welt. Damit möchte ich das Bild verändern, das wir von der Welt haben. Denn von dem, was in Nordafrika wirklich passiert, haben wir sehr wenig Vorstellung", so schildert Christian Schnurer sein Konzept.

      Tatsächlich ist der Polizist aus Tunesien, dessen Fahrzeug von einer aufgebrachten Menge in Brand gesetzt wurde, ein kleines sogenanntes Bauernopfer, Ventil einer allgemeinen Frustration über die tatsächlich politisch Verantwortlichen, die sich zum Zeitpunkt der Rebellion in Hishria, einem kleinen Ort in Tunesien, bereits aus dem Staub gemacht haben. Dies erfährt der Betrachter in München durch eine Audio-Installation, die die Künstler ins ausgebrannte Fahrzeug eingebaut haben. Die Frage nach Recht und Unrecht stellt sich so ganz direkt und persönlich.

      "Das ist ein Haufen Scheiße und keine Kunst, und der Künstler ist ein großes Arschloch", schreibt ein anonymer Passant auf die Ankündigungstafel. "Ich hatte noch nie so viele Aggressionen auf ein Kunstwerk von mir", resümiert Christian Schnurer. Und Tamar Maya Sharabi ergänzt: "Der Tunesier, der als Portier im Hotel Vier Jahreszeiten arbeitete und täglich an unserem Kunstwerk vorbeilaufen musste, sorgte sich um das Ansehen seines Landes. Er meinte, das Fahrzeug würde suggerieren, es gäbe jetzt nur noch ausgebrannte Fahrzeuge in Tunesien. Dabei gibt es doch dort so viel Schönes!"

      Von der Idee zum Kunstwerk ist es nicht immer ein leichter Weg - Kunstraum macht diesen Weg transparenter.

      Wird geladen...
      Wird geladen...
      Nacht von Freitag auf Samstag, 20.05.17
      02:15 - 02:30 Uhr (15 Min.)
      15 Min.
      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 25.09.2017