• 11.04.2017
      02:35 Uhr
      Metropolis Stettin | arte
       

      (1): Der Metropolenreport Stettin - Wiedergeburt einer Stadt
      (2): "Der Sohn des Hauptmanns" - Nedim Gürsels neues Buch

      Nacht von Montag auf Dienstag, 11.04.17
      02:35 - 03:20 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      VPS 02:45
      Stereo

      (1): Der Metropolenreport Stettin - Wiedergeburt einer Stadt
      (2): "Der Sohn des Hauptmanns" - Nedim Gürsels neues Buch

       

      (1): Der Metropolenreport Stettin - Wiedergeburt einer Stadt
      Stettin, im äußersten Nordwesten Polens an der Odermündung und direkt an der deutschen Grenze gelegen, wurde erst 1945 Polen zugesprochen. Lange hat diese Stadt mit sich gehadert, ein Schattendasein geführt, war das Aschenputtel unter den polnischen Großstädten, mit seiner langen deutschen Vergangenheit vom Rest des Landes nie ernsthaft respektiert. Das soll sich nun ändern. Stettin will Metropole werden und damit an eine fast vergessene, glorreiche Vergangenheit anknüpfen. Unter der Vision "Floating Garden" wurde in den letzten fünf Jahren eindrucksvoll auch im Kulturbereich gebaut: eine neue, sehr lebendige Kunstakademie, eine Bibliothek, zwei neue Museen. Außerdem wurde eine denkmalgeschützte Transformatorenstation zu einer Ausstellungshalle für zeitgenössische Kunst umgebaut und nicht zuletzt die neue Philharmonie ins Zentrum der Stadt gesetzt - ein Prachtbau, der Stettins neues Wahrzeichen werden soll. Denn es geht um nicht weniger als darum, endlich eine neue, eigene Identität für die Stadt zu schaffen. Ein Motor dieser rasanten Entwicklung: Stettins Künstler. "Metropolis" trifft sie in einer Stadt, die sich aus Plattenbauten, Barock und Spätgotik, Brachflächen und den neuen eindrucksvollen Kulturtempeln bunt zusammensetzt. Stettin, die noch unvollkommene, spannende Spielfläche für Künstler, die an der neuen Vision mitwirken und teilweise auch ihre ganz eigenen Vorstellungen haben. Hier am nordwestlichsten Zipfel des Landes, der vom fortschreitenden Nationalismus noch verhältnismäßig verschont ist.
      (2): "Der Sohn des Hauptmanns" - Nedim Gürsels neues Buch
      Gerade jetzt, wo Präsident Erdogan die Presse- und Redefreiheit immer mehr einschränkt, sind wir hier in Europa darauf angewiesen, dass uns kritische Geister einen anderen Blick auf die aktuelle Türkei und ihre Geschichte werfen lassen. Zu diesen Stimmen gehört der türkische Schriftsteller Nedim Gürsel, der seit den 80er Jahren in Paris lebt und dort am Centre national de la recherche scientifique türkische Literatur lehrt. Nedim Gürsel, mittlerweile französischer Staatsbürger, erregte Aufsehen mit seinem Roman "Allahs Töchter". Das Buch beschreibt die Entwicklung eines türkischen Jungen in der Mitte des 20. Jahrhunderts, der bei den Großeltern lebt und vom Großvater in die Welt des Islam eingeführt wird. Schnell kam der Vorwurf der Blasphemie auf, von dem Gürsel 2009 freigesprochen wurde. Sein neuer Roman "Der Sohn des Hauptmanns", vergangenes Jahr in Frankreich erschienen, handelt von einem Istanbuler Journalisten, der seine Lebensgeschichte einem Tonband anvertraut: Er erzählt von seiner Kindheit in einer Garnisonsstadt in der Provinz, mit dem unnahbaren Vater, der als Mitglied des Militärs am Putsch von 1960 beteiligt war, und dem Fehlen der Mutter, die früh stirbt. "Ein bewegendes, scharfsinniges und sehr persönliches Buch", schreibt die Zeitung "Le Figaro". "Metropolis" besucht den Dichter in Paris.

      Neueste Filme und Bücher, Aktuelles aus Musik, Theater und Tanz präsentiert ARTE jede Woche in "Metropolis".

      Produzent: WDR

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      Nacht von Montag auf Dienstag, 11.04.17
      02:35 - 03:20 Uhr (45 Min.)
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