• 17.02.2018
      19:30 Uhr
      Europas wilder Westen Die Brücke am Oyapock | arte
       

      Es ist der äußerste Rand der EU, mitten im südamerikanischen Regenwald: Französisch-Guayana, ein Überseegebiet der Grande Nation, 7.000 Kilometer von Paris entfernt. Die zweiteilige Dokumentation reist in das Gebiet um den Fluss Oyapock, der die Grenze zwischen Frankreich und Brasilien bildet. Hier wurde eine Brücke gebaut, die heute keiner haben will. 20 Kilometer entfernt befindet sich ein abgelegenes Indianerdorf im Schachfieber. Weiter landeinwärts sieht es anders aus: Perspektivlosigkeit, Alkoholmissbrauch - das vermeintliche Paradies ist längst keine heile Welt mehr.

      Samstag, 17.02.18
      19:30 - 20:15 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo HD-TV

      Es ist der äußerste Rand der EU, mitten im südamerikanischen Regenwald: Französisch-Guayana, ein Überseegebiet der Grande Nation, 7.000 Kilometer von Paris entfernt. Die zweiteilige Dokumentation reist in das Gebiet um den Fluss Oyapock, der die Grenze zwischen Frankreich und Brasilien bildet. Hier wurde eine Brücke gebaut, die heute keiner haben will. 20 Kilometer entfernt befindet sich ein abgelegenes Indianerdorf im Schachfieber. Weiter landeinwärts sieht es anders aus: Perspektivlosigkeit, Alkoholmissbrauch - das vermeintliche Paradies ist längst keine heile Welt mehr.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Albert Knechtel

      Seit 2011 führt eine Brücke von Saint-Georges in Französisch-Guayana nach Oiapoque in Brasilien. Sie sollte die EU mit dem südamerikanischen Wirtschaftsraum Mercosur verbinden. Eine ziemlich wichtige Brücke könnte man meinen, aber in Betrieb nehmen kann oder will sie niemand.

      Die Brücke sei ein Symbol, sagt der französische Präfekt von Guayana Eric Spitz. Ein Symbol, das ihnen den Wald nehme, entgegnet der Palikur-Häuptling Roger Labonté. Und für den örtlichen Grundschuldirektor, einen Radsportverrückten, haben sie schlicht „die schönste, aber teuerste Trainingsstrecke Europas“ gebaut. Er kann die Brücke und ihre Zufahrtsstraße ungestört nutzen, denn Verkehr gibt es nicht.

      Niemand will die Brücke einweihen, auch François Hollande wollte diese Aufgabe nicht übernehmen, als er auf Staatsbesuch in Brasilien und dann in Französisch-Guayana weilte. Dabei waren die Kosten nicht unerheblich, allein Frankreich hat der Bau rund 38 Millionen Euro gekostet.

      Die Dokumentation betrachtet das umstrittene Bauwerk näher und fängt die explosive Stimmung ein, sowohl im französischen Saint-Georges wie auch auf der brasilianischen Seite. Sie gleicht einer Realsatire, denn die Brücke erinnert an einen Schildbürgerstreich mitten im Dschungel.

      Dokumentation Deutschland 2013

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