• 29.06.2017
      07:35 Uhr
      Schätze der Welt - Erbe der Menschheit Bordeaux, Frankreich - Es lebe die Bürgerschaft | SWR Fernsehen BW Mediathek
       

      Seit dem 16. Jahrhundert, steht das Bürgertum der Stadt Bordeaux für Selbstbewusstsein, Freiheitswillen, Stolz und Unabhängigkeit. Ein Bürgertum, dass durch seine weit reichenden Handelsbeziehungen, dank des natürlichen Hafens am Ufer der Garonne, seine Lage nutzte, um mit England oder Portugal, mit Nordafrika oder Südamerika Jahrhunderte lang Wirtschaftsbeziehungen zu pflegen. Geschickt, weltoffen und weitgehend unabhängig vom zentralistisch, royalistischen Paris, zeigte sich Bordeaux als Vorreiter eines wirtschaftlichen Globalismus. Schwarzafrikaner, Araber, Juden brachten andere kulturelle Werte in die Stadt.

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      Seit dem 16. Jahrhundert, steht das Bürgertum der Stadt Bordeaux für Selbstbewusstsein, Freiheitswillen, Stolz und Unabhängigkeit. Ein Bürgertum, dass durch seine weit reichenden Handelsbeziehungen, dank des natürlichen Hafens am Ufer der Garonne, seine Lage nutzte, um mit England oder Portugal, mit Nordafrika oder Südamerika Jahrhunderte lang Wirtschaftsbeziehungen zu pflegen. Geschickt, weltoffen und weitgehend unabhängig vom zentralistisch, royalistischen Paris, zeigte sich Bordeaux als Vorreiter eines wirtschaftlichen Globalismus. Schwarzafrikaner, Araber, Juden brachten andere kulturelle Werte in die Stadt.

       

      "Bordeaux" klingt für die meisten Menschen der Welt wie ein guter, ausgereifter, tiefroter Wein. Die Stadt Bordeaux im Südwesten Frankreichs folgt erst danach. Die Erfolgsgeschichte der beiden ist indes aufs engste miteinander verbunden.

      Bordeaux, traditionsreich und in der Kontinuität seiner Geschichte eine Stadt der einflussreichsten Weinhändler der Erde. Sie haben dem Hafen am Fluss der Garonne zu jenem Wohlstand verholfen, der bis heute den Namen "Bordeaux" zu einem Qualitätssiegel macht und zu einem Synonym für Kultur.

      Seit dem 16. Jahrhundert, steht das Bürgertum der Stadt für Selbstbewusstsein, Freiheitswillen, Stolz und Unabhängigkeit. Ein Bürgertum, dass durch seine weit reichenden Handelsbeziehungen, dank des natürlichen Hafens am Ufer der Garonne, seine Lage nutzte, um mit England oder Portugal, mit Nordafrika oder Südamerika Jahrhunderte lang Wirtschaftsbeziehungen zu pflegen. Geschickt und weltoffen und weitgehend unabhängig vom zentralistisch, royalistischen Paris, zeigte sich Bordeaux als Vorreiter eines wirtschaftlichen Globalismus.

      Schwarzafrikaner, Araber, Juden brachten andere kulturelle Werte in die Stadt. Der politische Philosoph, Charles de Montesquieu lehrte an der Universität die notwendigen Regeln der Gewaltenteilung in einem modernen Stadt. Erst Jahrhunderte später wurden sie zum Bestandteil der Verfassungen aller Demokratien der Erde.

      Die Rechte und die Macht des Bürgertums fanden in Bordeaux frühe Wurzeln. Die Architektur der Stadt zeigt das Selbstbewusstsein, den Erfolg und die Kontinuität der Geschichte. Keine Stadt Mitteleuropas verfügt über eine annähernd homogene Architektur wie Bordeaux.

      4.000 Häuser, gebaut aus Sandstein, mit Steinmetz- und Schmiedearbeiten, die auf ein gleiches Wertesystem in der Kultur verweisen, aber dennoch jedes Haus individuell kennzeichnen - keine Architektur aristokratischer Herrschaft, sondern Bürgerhäusern. Das größte denkmalgeschützte, urbane Ensemble der Unesco.

      Bordeaux, der "Hafen des Mondes", wie die Stadt poetisch nach der sichelförmigen Biegung des Flusses Garonne genannt wird, hat die Sehnsucht der Menschen nach individueller Freiheit, Kultur und Wohlstand zu einer bis heute erfolgreichen Einheit gebracht.

      Die wertvollsten Natur- und Kulturdenkmäler der Welt schützt die UNESCO seit 1972 als "Erbe der Menschheit". Die Fernsehreihe "Schätze der Welt" erzählt von diesen Orten in eindrucksvollen Bildern.

      Autor: Horst Brandenburg

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