• 05.06.2017
      20:15 Uhr
      Der Mann, der Liberty Valance erschoss Spielfilm USA 1962 | arte
       

      Der US-Senator Ransom Stoddard reist zum Begräbnis eines unbedeutenden Raufboldes an. Als er von einem Journalisten nach dem Grund seines Erscheinens gefragt wird, erzählt er ihm von seinen Jugendjahren im "Wilden Westen"...

      Montag, 05.06.17
      20:15 - 22:15 Uhr (120 Min.)
      120 Min.

      Der US-Senator Ransom Stoddard reist zum Begräbnis eines unbedeutenden Raufboldes an. Als er von einem Journalisten nach dem Grund seines Erscheinens gefragt wird, erzählt er ihm von seinen Jugendjahren im "Wilden Westen"...

       

      Ende des 19. Jahrhunderts: Aus Washington reist der einflussreiche Senator Ransom Stoddard mit seiner Frau Hallie an, um in dem ehemaligen Pionierstädtchen Shinbone an einer Beerdigung teilzunehmen. Der prominente Besuch weckt das Interesse eines Zeitungsreporters, zumal da der verblichene Tom Doniphon als trunksüchtiger Geselle und Rabauke bekannt war. Die Verbindung zu dem bekannten Politiker verspricht eine gute Story.

      Tatsächlich erzählt Stoddard ihm eine bislang unbekannte, unglaubliche Geschichte, die in seine Jugend zurückführt. Damals wurde Stoddard auf der Durchreise in der Nähe des Pionierstädtchen Shinbone von dem berüchtigten Banditen Liberty Valance überfallen und zusammengeschlagen. Der Tierzüchter Tom Doniphon brachte den jungen Rechtsanwalt in den Saloon von Shinbone, wo ihn Toms Braut Hallie gesund pflegte.

      Im Anschluss ließ sich Stoddard, zu dieser Zeit ein ebenso idealistischer wie naiver Sturkopf, ausgerechnet in Shinbone als Anwalt nieder. Stoddard und Valance traten sich in einem Duell gegenüber, bei dem Stoddard überraschend als Sieger herausging und Valance starb. Doch die Kugel, die Valance getötet hat, stammte nicht von Stoddard, sondern von Doniphon, der dem Anwalt heimlich beistand und zum Sieg verhalf.

      Die Geburt der modernen Vereinigten Staaten anhand einer pointierten Episode als Ergebnis eines Lügengebäudes zu zeigen, dass hätten nur wenige von dem patriotischen Einwanderersohn und amerikanischen Meisterregisseur John Ford erwartet. Im Herbst seines Lebens, elf Jahre vor seinem Tod im Jahr 1973, inszenierte Ford seinen letzten bedeutenden Western als Schwanengesang auf das Genre: melancholisch, kritisch und selbstreflexiv in Bezug auf das Genre, seine Mythen und ikonografischen Heldenfiguren, jedoch nicht ohne verschmitzen Humor, obendrein kongenial unterstützt von den Stars John Wayne und James Stewart.

      Zu seinen Lebzeiten hat John Ford eine stets ambivalente Haltung gegenüber seiner Arbeit und seinen Filmen eingenommen; sie ebenso häufig stilisiert und radikalisiert wie ironisiert und distanziert betrachtet. Fords Film „Der Mann, der Liberty Valance erschoss“ lässt sich als Sinnbild dieser Zwiespältigkeit deuten: „Hier werden die Legenden und Mythen des Western in Frage gestellt, die Ford selbst so oft besungen hat.“ (Krusche/Labenski)

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