• 16.10.2017
      00:05 Uhr
      Das Blaue vom Himmel Spielfilm Deutschland / Lettland 2011 | Das Erste
       

      Sofias Mutter Marga ist an Alzheimer erkrankt. Nur widerwillig findet sich Sofia damit ab, sich intensiver um sie zu kümmern. Ein großes Geheimnis scheint Marga zu quälen. Erst die gemeinsame Reise von Mutter und Tochter in Margas Geburtsstadt Riga und somit in die eigene Vergangenheit, wird beide am Ende erlösen. - "Das Blaue vom Himmel" verbindet auf zwei Zeitebenen ein persönliches Schicksal mit einem großen Kapitel europäischer Historie: Subtil wird die Geschichte der familiären Befreiung von der Last einer Lebenslüge mit der Befreiung Lettlands aus 50-jähriger russischer Besatzung verwoben.

      Nacht von Sonntag auf Montag, 16.10.17
      00:05 - 01:43 Uhr (98 Min.)
      98 Min.

      Sofias Mutter Marga ist an Alzheimer erkrankt. Nur widerwillig findet sich Sofia damit ab, sich intensiver um sie zu kümmern. Ein großes Geheimnis scheint Marga zu quälen. Erst die gemeinsame Reise von Mutter und Tochter in Margas Geburtsstadt Riga und somit in die eigene Vergangenheit, wird beide am Ende erlösen. - "Das Blaue vom Himmel" verbindet auf zwei Zeitebenen ein persönliches Schicksal mit einem großen Kapitel europäischer Historie: Subtil wird die Geschichte der familiären Befreiung von der Last einer Lebenslüge mit der Befreiung Lettlands aus 50-jähriger russischer Besatzung verwoben.

       

      Stab und Besetzung

      Sofia Schleier Juliane Köhler
      Marga Baumanis Hannelore Elsner
      Marga Baumanis (jung) Karoline Herfurth
      Juris Baumanis Niklas Kohrt
      Osvalds Kalnins (jung) David Kross
      Osvalds Kalnins Rüdiger Vogler
      Lorenz Schleier Matthias Brandt
      Ieva Lepere (jung) Juta Vanaga
      Ieve Lepere Dace Eversa
      Dace Kalnins Maria Popistasu
      Margas Vater Hans-Uwe Bauer
      Dr. Brandt Victoria Trauttmansdorff
      Korrespondent   Georg Holzach
      Taxifahrer   Hans-Jochen Wagner
      Redaktionsleiter   Jürg Löw
      Juris Vater Jockel Tschiersch
      Regie Hans Steinbichler
      Musik Niki Reiser
      Kamera Bella Halben
      Buch Robert von Thayenthal
      Josephin von Thayenthal

      Entnervt folgt ein Taxifahrer der vornehm gekleideten Dame, die das Fahrtgeld nicht bezahlen will, ins Haus. Marga Baumanis bietet ihm einen Kaffee an und schüttet in der verwahrlosten Küche beherzt das Kaffeepulver in eine Pfanne mit Ravioli. Sie ruft nach ihrem verstorbenen Mann Juris und sinkt im Schlafzimmer erleichtert in die Arme des 20-Jährigen. Sie flüchtet in ihre Imagination und in die Geborgenheit von Gestern.

      Als ihre Tochter Sofia, eine erfolgreiche Fernsehjournalistin, einen Anruf aus einer psychiatrischen Tagesklinik bekommt, beschließt sie, ihre Mutter Marga von dort zu sich nach Hause zu holen. Aus den wirren, verstörenden Erinnerungssplittern der an Alzheimer erkrankten Frau ersteht bruchstückhaft eine von verdrängter Schuld überschattete Vergangenheit, die Sofia unbekannt ist. Ohnehin war das kühle Verhältnis der beiden bislang nicht von gegenseitiger Aussprache geprägt. Sofia beschließt kurzerhand, die Geschichte ihrer Mutter zu erkunden, mithin ihre eigene Herkunft zu beleuchten, und reist mit Marga nach Lettland.

      Dort blättern sich vor rauen Landschaften Schritt für Schritt die Ursachen für die gestörte Beziehung zu ihrer Mutter auf. Neben der Gegenwart, dem Jahr 1991, folgt das Melodram in Rückblenden Margas Erinnerungen an die zunächst unbeschwerte Jugend und ihre große Liebe, aber auch an die Abgründe: ihre folgenschweren Entscheidungen im vom Zweiten Weltkrieg erschütterten Lettland.

      Hans Steinbichler gilt als einer der wichtigsten Vertreter des neuen Heimatfilms. Sein Markenzeichen ist die düstere Note, die er seinen Filmen verpasst. So auch in seinem ersten Langspielfilm "Hierankl", der 2006 mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet wurde. In dem Film reflektiert er Heimat als klaustrophobischen Familienhorror vor der Kulisse einer gewaltigen Landschaft. Auch in "Winterreise", in dem Steinbichler einen gescheiterten, depressiven Geschäftsmann auf eine Reise zu sich selbst schickt, sind die Landschaften zwischen Bayern und Kenia Seelenlandschaften. Bei beiden Filmen arbeitet Steinbichler mit der Kamerafrau Bella Halben zusammen, die stilsicher außerordentliche Bilder findet: düster und sensibel, mächtig, aber nicht eitel. Auch bei "Das Blaue vom Himmel" gelingt es ihr, die feine Balance ihrer Bildkompositionen zu halten.

      In einem starken Cast neben David Kross, Matthias Brandt und Rüdiger Vogler, stehen vor allem Hannelore Elsner, Juliane Köhler und Karoline Herfurth im Mittelpunkt.

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      Nacht von Sonntag auf Montag, 16.10.17
      00:05 - 01:43 Uhr (98 Min.)
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programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 21.10.2017