• 15.01.2018
      00:05 Uhr
      Härte Spielfilm Deutschland 2015 | Das Erste Mediathek
       

      "Härte" ist die wahre Geschichte des Karateweltmeisters Andreas Marquardt, der zum brutalen Zuhälter wurde, acht Jahre im Gefängnis verbüßte und durch eine Therapie den jahrelangen Missbrauch durch seine Mutter aufarbeitete. Jetzt unterrichtet er Kinder und Jugendliche in seiner Kampfsportschule und organisiert Wohltätigkeitsveranstaltungen für Missbrauchsopfer. - Dokufiktion vom Berliner Kultregisseur Rosa von Praunheim.

      Nacht von Sonntag auf Montag, 15.01.18
      00:05 - 01:38 Uhr (93 Min.)
      93 Min.

      "Härte" ist die wahre Geschichte des Karateweltmeisters Andreas Marquardt, der zum brutalen Zuhälter wurde, acht Jahre im Gefängnis verbüßte und durch eine Therapie den jahrelangen Missbrauch durch seine Mutter aufarbeitete. Jetzt unterrichtet er Kinder und Jugendliche in seiner Kampfsportschule und organisiert Wohltätigkeitsveranstaltungen für Missbrauchsopfer. - Dokufiktion vom Berliner Kultregisseur Rosa von Praunheim.

       

      "Ich habe keine Gefühle zugelassen. Ich war ein eiskalter Typ, ein Block, mir war alles scheißegal." Vom Vater als Kleinkind körperlich misshandelt und von der Mutter systematisch sexuell missbraucht, hatte der Karateweltmeister Andreas Marquardt alles andere als eine unbeschwerte Kindheit.

      Mit 19 Monaten wurde er von seinem Vater bei Minusgraden auf den Balkon gestellt, ausgezogen und mit Wasser übergossen. Mit fünf Jahren zerquetscht er ihm die Hand. Im Alter von sechs Jahren fing seine Mutter an, ihn anzufassen, zu streicheln. Mit zwölf wurde er zum Sex mit ihr gezwungen. Nach und nach wurden Frauen für ihn zu einem Hassobjekt - in allen sah er die Projektion seiner Mutter.

      Andy etablierte sich rasch im Berliner Rotlichtmilieu und verdiente als Zuhälter Millionen. Reihenweise junge Mädchen gingen für ihn auf den Strich, unter ihnen die brave und schüchterne Marion, die stets zu ihm hielt, auch wenn er sie schlug. All die Jahre, die Andy im Gefängnis verbrachte, wartete sie treu auf ihn und glaubt an ihn - bis heute.

      Basierend auf der Autobiografie, die Andreas Marquardt zusammen mit seinem Therapeuten Jürgen Lemke schrieb, inszeniert Rosa von Praunheim dessen Leben in Schwarz-Weiß-Bildern mit Papp-Kulissen und einem theaterhaft anmutenden Spiel. Dokumentarische Szenen, in denen Andreas Marquardt und Marion Erdmann von ihrem Leben erzählen, wechseln sich mit fiktionalen ab.

      Mit seinem Dokumentarwerk "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt" (1970) wurde Rosa von Praunheim zum Wegbereiter der modernen Schwulenbewegung. Anfang 2012 wurde sein Film "Die Jungs vom Bahnhof Zoo" (2011) mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet - 2013 erhielt von Praunheim die Berlinale-Kamera. "Härte", den der Regisseur selbst als seinen emotionalsten Film bezeichnet, wurde 2015 in der Panorama-Sektion der Berlinale uraufgeführt. Anlässlich seines 75. Geburtstags zeigt ARTE zwei seiner besten Filme: Neben "Härte" (2015) auch "Der Einstein des Sex" (1998).

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      Nacht von Sonntag auf Montag, 15.01.18
      00:05 - 01:38 Uhr (93 Min.)
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programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 24.01.2018