• 20.05.2017
      17:35 Uhr
      Augenblicke der Weltgeschichte Léon Collin - Ein Arzt in den Sträflingskolonien | arte
       

      Das 20. Jahrhundert stand ganz im Zeichen der Fotografie. Dank der neuen Technik konnte jedermann Erinnerungen an sein Leben in Bildern festhalten. Millionen von Amateurfotografen schufen so unwillkürlich eine Chronik ihrer Zeit. Die Fotos des jungen Militärarztes Léon Collin dokumentieren die Zustände in den französischen Kolonialgefängnissen, in die zwischen 1854 und 1938 von Frankreich aus mehr als 100.000 Straftäter deportiert wurden. Léon Collin trat 1906 seinen Dienst auf einem Schiff an, das zweimal jährlich Häftlinge von der Île de Ré nach Französisch-Guayana brachte.

      Samstag, 20.05.17
      17:35 - 18:00 Uhr (25 Min.)
      25 Min.
      Stereo HD-TV

      Das 20. Jahrhundert stand ganz im Zeichen der Fotografie. Dank der neuen Technik konnte jedermann Erinnerungen an sein Leben in Bildern festhalten. Millionen von Amateurfotografen schufen so unwillkürlich eine Chronik ihrer Zeit. Die Fotos des jungen Militärarztes Léon Collin dokumentieren die Zustände in den französischen Kolonialgefängnissen, in die zwischen 1854 und 1938 von Frankreich aus mehr als 100.000 Straftäter deportiert wurden. Léon Collin trat 1906 seinen Dienst auf einem Schiff an, das zweimal jährlich Häftlinge von der Île de Ré nach Französisch-Guayana brachte.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Philippe Broussard

      Die Fotos des Militärarztes Léon Collin dokumentieren die Zustände in den französischen Kolonialgefängnissen, in die zwischen 1854 und 1938 mehr als 100.000 Straftäter deportiert wurden. Manche waren zu Zwangsarbeit verurteilt worden, andere hatten ihre Strafe schon abgesessen und wurden aus Angst vor Rückfällen so lange wie möglich - manchmal lebenslang - aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Auf diese Weise entledigte sich Frankreich vieler Straffälliger, darunter auch Kleinkriminelle und Anarchisten.

      1906 trat Léon Collin seinen Dienst auf einem Schiff an, das zweimal jährlich Häftlinge von der Île de Ré nach Französisch-Guayana brachte. Der Reisebericht, den er verfasste, zeugt von den erschütternden Erlebnissen in den Kolonialgefängnissen, die den jungen Militärarzt zutiefst prägten. Wenig später sollte der Journalist Albert Londres in seinen Reportagen über Französisch-Guayana das Strafvollzugssystem noch harscher kritisieren. Dennoch entsandte Frankreich noch bis 1938 Straftäter nach Guayana; die letzten Häftlinge verließen Cayenne erst 1954.

      Die Reihe „Augenblicke der Weltgeschichte“ erzählt anhand fotografischer Zeugnisse Schicksale ganz gewöhnlicher Menschen. Die Aufnahmen werden aus der Sicht der Fotografen subjektiv und in fiktionsähnlichem Stil kommentiert. Ergänzend veranschaulichen Filmpassagen aus dem Archiv den historischen Kontext.

      Dokumentationsreihe Frankreich 2015

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      Samstag, 20.05.17
      17:35 - 18:00 Uhr (25 Min.)
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programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 16.12.2017