• 22.03.2017
      04:30 Uhr
      Historische Ereignisse Geschichte der Stasi | PHOENIX
       

      Für den Zeitraum von 1949-1989 geht die Stasi-Unterlagenbehörde in Berlin von insgesamt 12.000 Stasi-Agenten aus, die auf dem Boden der BRD tätig waren. Gefälschte Namen, versteckte Kameras und geheime Treffen zählten zu der Tagesordnung. Aber was wurde aus den Agenten? Wie kam es zum Untergang des Geheimdienstes und wie lebte ein Spitzel der Stasi? Darin die Dokumentationen:

      • Geheimnisvolle Orte - Die Stasi-Zentrale
      • Sturm auf die Stasi - Untergang eines Geheimdienstes
      • Mein Freund - Ein Stasi-Spitzel
      • Was wurde aus der Stasi?
      Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 22.03.17
      04:30 - 07:30 Uhr (180 Min.)
      180 Min.
      Stereo

      Für den Zeitraum von 1949-1989 geht die Stasi-Unterlagenbehörde in Berlin von insgesamt 12.000 Stasi-Agenten aus, die auf dem Boden der BRD tätig waren. Gefälschte Namen, versteckte Kameras und geheime Treffen zählten zu der Tagesordnung. Aber was wurde aus den Agenten? Wie kam es zum Untergang des Geheimdienstes und wie lebte ein Spitzel der Stasi? Darin die Dokumentationen:

      • Geheimnisvolle Orte - Die Stasi-Zentrale
      • Sturm auf die Stasi - Untergang eines Geheimdienstes
      • Mein Freund - Ein Stasi-Spitzel
      • Was wurde aus der Stasi?
       
      • Geheimnisvolle Orte - Die Stasi-Zentrale - Film von Jan N. Lorenzen

      Das Erscheinungsbild des Geländes: unscheinbar, häßlich, grauer Beton. Nichts war in der DDR so geheim wie die Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit in Berlin-Lichtenberg. Auf fast zwei Quadratkilometern residierte hier bis 1990 die gefürchtete Geheimpolizei der DDR, die Stasi. Knapp 10.000 MfS-Mitarbeiter hatten hier ihren Arbeitsplatz.

      Von hier aus schickten sie ihre "Kundschafter" ins "Operationsgebiet", von hier aus wurde das Netz Inoffizieller Mitarbeiter gesteuert, die Opposition überwacht, Verhaftungen angeordnet und "Sicherungseinsätze" durchgeführt.

      Für die meisten DDR-Bürger war das Gelände eine terra incognita, ein hermetisch abgeriegelter Teil ihrer Stadt, den sie nicht betreten konnten. Die Stasi-Zentrale zerschnitt ein historisch gewachsenes Wohngebiet und fraß sich immer tiefer in den Lichtenberger Kiez. Wohnhäuser mussten weichen, Gewerbebetriebe umziehen, ganze Straßenzüge verschwanden vom Berliner Stadtplan.

      Wie gingen die, die hier im Kiez wohnten, mit den unheimlichen Nachbarn um? Was bedeutete es, in unmittelbarer Nähe eines Geheimdienstkomplexes zu leben? Und was geschah hinter den Mauern?

      Die Reportage erzählt große und kleine Geschichten, die sich um den mächtigen MfS-Gebäudekomplex ranken. Sie erzählt aber auch, wie sich hinter den undurchdringlichen Mauern ein Geheimdienst immer weiter von der Wirklichkeit abschottete, jeder Zweifel am eigenen Tun erstickt wurde - bis zum 15. Januar 1990, als Demonstranten die Stasi-Zentrale in der Normannenstraße stürmten.

      • Sturm auf die Stasi - Untergang eines Geheimdienstes - Film von Matthias Unterburg

      Im Januar 1990 ist die gefürchtete Staatssicherheit der DDR am Ende. Das Volk hat den Spitzel-Apparat überrascht und niedergerungen. Viele tausend Stasi-Mitarbeiter haben ihre Ausweglosigkeit erkannt und sich freiwillig zurückgezogen.

      Bürgerkomitees haben die Hauptquartiere gestürmt, die Macht übernommen. Die Akten sind für die Aufarbeitung der düsteren Vergangenheit gerettet. War es wirklich so? In Wirklichkeit hat die Staatssicherheit die Finger bei ihrer eigenen Auflösung im Spiel. Noch Erich Mielke lässt 1989 den Aktenbestand verkleinern. Stasi-Mitarbeiter berichten von Zerstörungsorgien, bei denen die Schredder vor Hitze glühen. Und dies zum Teil mit Billigung der Bürgerrechtler, die von der Stasi überrumpelt wurden.

      Seit Anfang Dezember 1989 die Stasi-Bezirksverwaltungen in Erfurt, Leipzig und Rostock von Bürgerrechtlern und Staatsanwälten besetzt wurden, weiß die neue Stasi-Spitze, dass es eng für den Geheimdienst wird. Noch aber arbeitet die Zentrale in der Berliner Normannenstraße. Und man bereitet sich auf den Tag vor, an dem auch die Normannenstraße belagert werden wird. Der Volkszorn soll die Stasi nicht unvorbereitet treffen. Im Gegenteil, in dem zu erwartenden Durcheinander wollen die Führer aus Partei und Geheimdienst die Bürgerrechtler gegeneinander ausspielen, Spuren verwischen und ihren Spitzeln in neue Positionen verhelfen.

      Das Dokudrama "Sturm auf die Stasi" rekonstruiert, wie der Tag X zum Höhepunkt des Kampfes um die Stasi wurde. Bis heute gibt es viele widersprüchliche Darstellungen der Ereignisse, wichtige Fragen sind noch immer nicht vollständig beantwortet: Wieso verlief der Sturm so friedlich? Wie gelang es der Stasi, so viele Unterlagen zu vernichten bzw. zu beseitigen? War die Stasi Objekt, Zuschauer oder sogar Regisseur des Volksaufstands? Welche Rolle spielten westliche Geheimdienste? Am 15. Januar 1990 ist die Chance da, der Stasi ihre Geheimnisse zu entwenden. Doch es fehlte nicht viel, und die Gewalt wäre zum ersten Mal in der friedlichen Revolution eskaliert. Welche dramatischen, gefährlichen und skurilen Ereignisse in den letzten 24 Stunden der Stasi-Zentrale geschahen, rekonstruiert dieser Film zum ersten Mal.

      Interviews u.a. mit Hans Modrow (damals DDR-Ministerpräsident), Ulrike Poppe (damals Bürgerrechtlerin), Hans Georg Wieck (ehem. BND-Chef), Werner Großmann (ehem. Stasi-General), Georg Mascolo (ehem. Spiegel-Chefredakteur), Christian Halbrock (ehem. Demonstrant), Martin Montag (Pfarrer).

      • Mein Freund - Ein Stasi-Spitzel - Film von Bruni Reitzenstein

      Nach dem Tod ihrer Mutter stößt ZDF-Reporterin Bruni Reitzenstein auf einen unscheinbaren Zettel. Doch was auf ihm geschrieben steht, wiegt folgenschwer. Ihre Mutter versicherte während der SED-Zeit schriftlich, jeglichen Kontakt zu ihrer Tochter Bruni, einer Auswanderin nach Westdeutschland zu unterbinden, sollte diese mit ihrer Mutter Kontakt aufnehmen wollen. Darüber hinaus erfährt Reitzenstein, dass ein damaliger vermeintlich guter Freund sie jahrelang als inoffizieller Mitarbeiter der Stasi unter dem Decknamen "Wanja" bespitzelte.

      Für Reitzenstein ist es unglaublich, was in ihrer Stasi-Akte zu lesen ist - diese liest sich wie ein detailgetreues Tagebuch. Viele ehemalige DDR-Bürger teilen ein ähnliches Schicksal, erst Jahrzehnte später erfahren sie, was in ihren eigenen Stasi-Akten festgehalten ist. Reitzenstein begibt sich auf Spurensuche nach "Wanja", der Frage, warum ihre Mutter damals so handelte und begegnet Menschen, mit denen sie sich über die schicksalsvollen Jahre innerhalb der DDR austauscht.

      • Was wurde aus der Stasi?

      "Natürlich bin ich ein Täter", sagt Eberhard Schwarzer, ein ehemaliger Stasimitarbeiter aus Frankfurt an der Oder, "und ich schäme mich auch dafür." Frank Heymann aus Leipzig ergänzt: "Man sträubt sich ja lange, aber heute ist für mich klar: So wie sie war, ist die DDR zu Recht gescheitert."

      25 Jahre nach der Auflösung der gefürchteten und verhassten Geheimpolizei der DDR treten ehemalige Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) vor die Kamera, um erstmals in einer TV-Dokumentation Reue zu bekunden und ihren Respekt vor den Opfern auszudrücken. Aber auch, um von ihrem Leben nach der DDR zu erzählen, vom schwierigen Neuanfang und der oft langwierigen Integration in die bundesdeutsche Gesellschaft.
      Die Dokumentation "Was wurde aus der Stasi?" erzählt, wie es mit der ostdeutschen Geheimpolizei nach der friedlichen Revolution 1989 weiterging: Sie erzählt von Befürchtungen, die Stasi würde als Organisation im Untergrund weiterbestehen. Sie erzählt von der Angst der hauptamtlichen MfS-Mitarbeiter vor Ausgrenzung und Arbeitslosigkeit, sie erzählt, wie im Januar 1992 die Behörde des "Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR" ihre Tore zur Akteneinsicht öffnete und die Stasi-Aufarbeitung ermöglichte. Und sie erzählt, mit welchen Strategien die MfS-Mitarbeiter daran gingen, sich mit der neuen Gesellschaftsordnung zu arrangieren.

      Vor allem aber ist "Was wurde aus der Stasi?" ein Film über den Umgang mit Vergangenheit. Wie gehen wir mit den Tätern um? Kann es für Mitarbeiter des MfS ein Zurück in die Gesellschaft geben? War Verschweigen und Verdrängen eine Voraussetzung für den persönlichen Neuanfang? Warum hat es so lange gedauert, bis es einigen Stasi-Mitarbeitern gelingt, sich ihrer Vergangenheit zu stellen - und mit Einsicht und Bedauern vor die Kamera zu treten? Zu Wort kommen neben hauptamtlichen MfS-Mitarbeitern auch Bürgerrechtler. Durch die, die die Debatte um den Umgang mit den Tätern maßgeblich geprägt haben, u. a. Roland Jahn, der derzeitige Leiter der Stasi-Unterlagenbehörde, und Peter-Michael Diestel, der letzte Innenminister der DDR.

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      Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 22.03.17
      04:30 - 07:30 Uhr (180 Min.)
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