• 12.10.2017
      06:15 Uhr
      Thema: WeltTour Iran Moderation: Luc Walpot | PHOENIX
       

      Der Iran hat jahrelang vor allem wegen seines Atomprogramms im öffentlichen Interesse gestanden. Das Land der Ajatollahs, von US-Präsident Bush als sogenannter Schurkenstaat eingestuft, schlägt seit dem Amtsantritt von Präsident Hassan Rohani im Sommer 2013 einen etwas moderateren Kurs ein. Gerade im Iran selbst hoffen viele junge Menschen auf eine Lockerung der Sanktionen und eine Öffnung zum Westen hin.

      Donnerstag, 12.10.17
      06:15 - 07:30 Uhr (75 Min.)
      75 Min.
      Stereo

      Der Iran hat jahrelang vor allem wegen seines Atomprogramms im öffentlichen Interesse gestanden. Das Land der Ajatollahs, von US-Präsident Bush als sogenannter Schurkenstaat eingestuft, schlägt seit dem Amtsantritt von Präsident Hassan Rohani im Sommer 2013 einen etwas moderateren Kurs ein. Gerade im Iran selbst hoffen viele junge Menschen auf eine Lockerung der Sanktionen und eine Öffnung zum Westen hin.

       

      Luc Walpot vom ZDF-Studio Istanbul stellt das vielfältige und oft widersprüchliche Land vor und berichtet über den Alltag von Iranerinnen und Iranern jenseits der Schlagzeilen. Er begleitet die Fischer am Indischen Ozean, in Tschabahar im südöstlichen Zipfel des Iran, die ihre Hoffnungen auf eine Freihandelszone setzen, die aber nicht recht in Gang kommen will. Die Ölanlagen am Persischen Golf hingegen laufen wieder auf Hochtouren. Die Wirtschaft ist das bestimmende Thema für die Menschen im Land, denn junge Leute finden kaum Arbeit. Korruption und Schwarzmarkt blühen weiter. Die Mehrheit der Bürger will Reformen, bleibt aber skeptisch, so lange der Einfluss der Religion überall groß ist.

      In den Gassen von Kaschan, einer Stadt zwischen Teheran und Isfahan, nimmt Luc Walpot die Zuschauer mit in die berühmten Teppich-Manufakturen. Hier lebt die Tradition des Knüpfens nach handkolorierten Vorlagen weiter.

      Vor allem Iranerinnen versuchen, mit der Realität so gut es geht zurechtzukommen. Frauen müssen um Rechtssicherheit und Selbstbestimmung kämpfen – und das tun sie. Der ZDF-Korrespondent stellt die erste Motocrossfahrerin des Landes vor. In Aktion treten darf sie nur in einer Wüstenregion westlich von Teheran in abgeschlossenem Gelände, das der Verband zur Verfügung stellt. Frauen dürfen in der Öffentlichkeit zwar Auto, aber nicht Motorrad fahren.

      Schwer haben es auch Irans Modedesignerinnen, die Fotos für ihre Kataloge nur in Privatwohnungen machen lassen können und sich beim Entwurf an die islamischen Vorgaben der Sittenwächter halten müssen. Außerdem beschreibt Luc Walpot, mit welchen Problemen Iraner zu kämpfen haben, die Schlagzeuger werden wollen. Immerhin gibt es in Teheran inzwischen die erste Musikschule für Drummer. Ein Außenseiter-Dasein führen auch klassische Musiker im Iran. Eine Cellistin erzählt, dass bei einem Konzert in Teheran vielleicht 30 Menschen im Publikum sitzen. Zu Zeiten des Schahs gab es zwar ein Teheraner Sinfonieorchester, das wurde aber von den islamischen Geistlichen nach der Revolution verboten. Westliche Musik steht nicht hoch im Kurs.

      Moderation: Luc Walpot

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      Donnerstag, 12.10.17
      06:15 - 07:30 Uhr (75 Min.)
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programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 17.10.2017