• 26.10.2016
      21:00 Uhr
      Katharina von Bora - Nonne, Geschäftsfrau, Luthers Weib Geschichte Mitteldeutschlands - alpha-Thema: "500 Jahre Reformation" | ARD-alpha
       

      Als der aufrührerische Mönch die entlaufene Nonne Katharina von Bora heiratet, löst das einen Skandal aus. Als "Mönchshure" muss sie sich beschimpfen lassen. Erst der Nachwelt gilt sie als kluge und geschäftstüchtige Vorzeigefrau der Reformation, die nach Luthers Tod tief fällt, gar "Bettelbriefe" an Fürsten und Könige schreiben muss.

      Mittwoch, 26.10.16
      21:00 - 21:45 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Als der aufrührerische Mönch die entlaufene Nonne Katharina von Bora heiratet, löst das einen Skandal aus. Als "Mönchshure" muss sie sich beschimpfen lassen. Erst der Nachwelt gilt sie als kluge und geschäftstüchtige Vorzeigefrau der Reformation, die nach Luthers Tod tief fällt, gar "Bettelbriefe" an Fürsten und Könige schreiben muss.

       

      Für die junge sächsische Adlige ist das Mittelalter am Karsamstag 1523 vorbei, als sie aus dem Kloster Marienthron in Nimbschen bei Grimma flieht. Seit 1515 mit Gott verheiratet, deutet sie die Zeichen der neuen Zeit auf ihre Weise: Bei Nacht flieht sie mit elf anderen Nonnen über die Klostermauer. Nach einer turbulenten Reise kommt Katharina mit ihren Gefährtinnen in Wittenberg an. Die meisten der ehemaligen Zistersienserinnen werden sehr schnell verheiratet. Nur Katharina nicht. Sie lebt vermutlich im Hause des Bürgermeisters Reichenbach, dann bei Lukas Cranach und verliebt sich in den Nürnberger Patriziersohn Hieronymus Baumgarten, der in Wittenberg studiert. Doch der wird nach Hause zurückbeordert und dort standesgemäß verheiratet.

      • Von der Nonne zur Vorzeigefrau der Reformation

      Nach einigen Wirren finden Katharina und Luther schließlich 1525, auf dem Höhepunkt des Bauernkrieges, zueinander. Katharina nimmt fortan Luthers Anwesen und die Finanzen in ihre Regie. Sie betreibt eine Burse, eine Pension für Studenten und verschiedene Güter. In nur 15 Jahren macht sie aus dem Hause Luther ein gut florierendes mittelständisches Unternehmen und aus ihrem Mann einen der größten Grundbesitzer Wittenbergs. Ihre Bildung, ihr Selbstbewusstsein, ihr Stolz, ihre Erfolge machen sie für die Nachwelt zur Vorzeigefrau der Reformation. Schwere Krankheiten, die gemeinsamen Kinder, der Hass der Reformationsfeinde und die wirtschaftlichen Erfolge schweißen Katharina von Bora und Martin Luther zusammen. In vielen Texten hebt er hervor, dass sein Werk und dass der Reformation nicht so gut gediehen wäre, ohne die tüchtige, sorgende und Anteil nehmende Käthe. "Sie hat allein die ganze Herrschaft in ihrer Hand", bekannte Luther später einmal.

      • Das bittere Ende

      Sein Tod am 18. Februar 1546 hat dramatische Folgen für "die Lutherin", obwohl er sie als Alleinerbin eingesetzt hat - ein absoluter Verstoß gegen Gesetz und Tradition und eine enorme Aufwertung der Ehefrau. Die Witwe muss gegen die patriarchalische Obrigkeit um Luthers Erbe kämpfen. Und schon ein halbes Jahr nach Luthers Tod flieht Katharina mit ihren Kindern nach Magdeburg, weil die Reformationsfeinde Wittenberg belagern. Als sie nach der Flucht ins "Schwarze Kloster" zurückkommt, ist ihre Lebensgrundlage zerstört, dann wütet 1552 erneut die Pest in der Stadt. Auf der Flucht vor der Epidemie verunglückt die 53-jährige Katharina mit dem Pferdefuhrwerk, erleidet mehrfache Hüft- und Knochenbrüche, von denen sie sich nicht mehr erholt. "Die Lutherin", wie sie von ihrem Mann oft genannt wurde, stirbt am 20. Dezember 1552 in Torgau.

      Ein Film von Lew Hohmann und Dirk Otto

      Wird geladen...
      Wird geladen...
      Mittwoch, 26.10.16
      21:00 - 21:45 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 24.08.2017