• 15.09.2017
      02:15 Uhr
      Wer beherrscht den Osten? (1/2) Geld - Macht - Staat | PHOENIX
       

      1990 ist die DDR am Ende, weil die Mehrheit der Ostdeutschen denen nicht mehr traut, die das Land beherrschen. Das Volk wählt den Beitritt zur Bundesrepublik Deutschland. In Politik, Wirtschaft, Medien, Universitäten und sogar dem kleinsten Sportverein gilt nun, was im Westen Jahrzehnte lang gewachsen ist - und es beginnt ein gewaltiger Transfer von Strukturen und Eliten von West nach Ost. Mehr als 25 Jahre sind seitdem vergangen. Auf den ersten Blick ist die Bilanz eindeutig, denn der Elitentransfer scheint bis heute fortzuwirken.

      Nacht von Donnerstag auf Freitag, 15.09.17
      02:15 - 03:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      1990 ist die DDR am Ende, weil die Mehrheit der Ostdeutschen denen nicht mehr traut, die das Land beherrschen. Das Volk wählt den Beitritt zur Bundesrepublik Deutschland. In Politik, Wirtschaft, Medien, Universitäten und sogar dem kleinsten Sportverein gilt nun, was im Westen Jahrzehnte lang gewachsen ist - und es beginnt ein gewaltiger Transfer von Strukturen und Eliten von West nach Ost. Mehr als 25 Jahre sind seitdem vergangen. Auf den ersten Blick ist die Bilanz eindeutig, denn der Elitentransfer scheint bis heute fortzuwirken.

       

      1990 ist die DDR am Ende, weil die Mehrheit der Ostdeutschen denen nicht mehr traut, die das Land beherrschen. Das Volk wählt den Beitritt zur Bundesrepublik Deutschland. In Politik, Wirtschaft, Medien, Universitäten und sogar dem kleinsten Sportverein gilt nun, was im Westen Jahrzehnte lang gewachsen ist - und es beginnt ein gewaltiger Transfer von Strukturen und Eliten von West nach Ost.

      Mehr als 25 Jahre sind seitdem vergangen. Auf den ersten Blick ist die Bilanz eindeutig, denn der Elitentransfer scheint bis heute fortzuwirken. 87 Prozent der Wohnbevölkerung in den neuen Bundesländern sind heute Ostdeutsche, d.h. sie sind aufgewachsen in der Region. In den Spitzenämtern von Wirtschaft, Politik, Sport, Kirchen, Militär und Gesellschaft spiegelt sich das allerdings nicht wider. Im Durchschnitt besetzen Ostdeutsche gerade mal 25-35 Prozent der Spitzenpositionen, in einigen Bereichen sind es lediglich ein Prozent.

      Entgegen der anfänglichen Erwartung ist die Dominanz von Amtsträger aus dem Westen keine vorübergehende. Eine ostdeutsche Kanzlerin kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass bis heute Ostdeutsche kaum in gesellschaftliche Spitzenpositionen eingerückt sind. Mehr als die Hälfte der Staatssekretäre in ostdeutschen Ministerien stammt aus den alten Bundesländern, bei den Abteilungsleitern sind es sogar drei Viertel.

      Welche Folgen hat das? Der Osten tickt anders, so die landläufige Meinung. Liegen die Ursachen dafür in den Prozessen des letzten Vierteljahrhunderts? Der erste Teil der zweiteiligen Doku-Reihe "Wer beherrscht den Osten?" sucht nach Antworten, indem er tief in das politische Gefüge Ostdeutschlands eintaucht. Viele Menschen haben das Vertrauen in die traditionellen Institutionen der Parteiendemokratie verloren. In punkto Wahlbeteiligung sind die Ostdeutschen bundesweit die Schlusslichter. Und es gibt die Neigung, sich radikaler zu artikulieren und zu wählen.

      Zu Wort kommen Menschen an der Basis, aber auch Politiker und Funktionsträger, die nach 1990 aus dem Westen in den Osten gekommen und dann sehr unterschiedliche Wege gegangen sind. Bodo Ramelow wurde zum ersten linken Ministerpräsidenten. Und Johannes Beermann, lange Jahre Chef der sächsischen Staatskanzlei, ist inzwischen Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank. Ihr Blick auf den Osten Deutschlands könnte unterschiedlicher nicht sein.

      Fim von Ariane Riecker

      Wird geladen...
      Wird geladen...
      Nacht von Donnerstag auf Freitag, 15.09.17
      02:15 - 03:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 18.11.2017