• 21.04.2017
      19:15 Uhr
      Mein Ausland spezial: Frankreichs Qual der Wahl Eine Nation in Aufruhr | PHOENIX
       

      Gleich zwei Wahlen stehen den Franzosen bevor, und mancher sieht sie als Schicksalswahlen an. Das trifft vor allem für die erste Wahl zu, in der Frankreichs neuer Präsident gekürt wird. Im Sommer folgen dann die Parlamentswahlen - nicht weniger spannend, denn in beiden Wahlen könnte der rechtsextreme Front National zum ersten Mal stärkste Partei werden - zumindest im ersten Wahlgang.

      • ARD-Korrespondent Mathias Werth schaut sich dieses aufgebrachte Frankreich an, fragt nach Hintergründen und Perspektiven. Eine Reportage als Kaleidoskop der französischen Gesellschaft vor der wohl schwierigsten Wahl in den letzten Jahrzehnten.
      Freitag, 21.04.17
      19:15 - 20:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Gleich zwei Wahlen stehen den Franzosen bevor, und mancher sieht sie als Schicksalswahlen an. Das trifft vor allem für die erste Wahl zu, in der Frankreichs neuer Präsident gekürt wird. Im Sommer folgen dann die Parlamentswahlen - nicht weniger spannend, denn in beiden Wahlen könnte der rechtsextreme Front National zum ersten Mal stärkste Partei werden - zumindest im ersten Wahlgang.

      • ARD-Korrespondent Mathias Werth schaut sich dieses aufgebrachte Frankreich an, fragt nach Hintergründen und Perspektiven. Eine Reportage als Kaleidoskop der französischen Gesellschaft vor der wohl schwierigsten Wahl in den letzten Jahrzehnten.
       

      Gleich zwei Wahlen stehen den Franzosen bevor, und mancher sieht sie als Schicksalswahlen an. Das trifft vor allem für die erste Wahl zu, in der Frankreichs neuer Präsident gekürt wird. Im Sommer folgen dann die Parlamentswahlen – nicht weniger spannend, denn in beiden Wahlen könnte der rechtsextreme Front National zum ersten Mal stärkste Partei werden – zumindest im ersten Wahlgang. Käme dessen Parteivorsitzende Marine Le Pen in die Präsidentschafts-Stichwahl, dann hätte sie allerdings keine Chance. Das sagen die gleichen Wahlforscher.

      Doch wer würde gegen sie antreten? Alle Prognosen seit dem letzten Herbst wurden immer wieder von der Wirklichkeit überholt. Erst galt Alain Juppé, Bürgermeister aus Bordeaux und früherer Premierminister, als Favorit und fühlte sich selbst schon als neuer Präsident. Völlig überraschend wurde er von einem anderen aus dem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur geworfen: Francois Fillon. Plötzlich galt er als Hoffnungsträger der zerstrittenen konservativen Partei. Und fand große Zustimmung in der Bevölkerung. Der bekennende Katholik galt als glaubwürdig und unbelastet. Doch dann holte ihn urplötzlich eine Affäre ein, die er selbst wohl als längst vergessen wähnte. Über Jahre hatte er seine Ehefrau Pénélope und seine beiden Kinder als Mitarbeiter beschäftigt und ihnen Gehälter von insgesamt weit über 800.000 Euro aus der Staatskasse zukommen lassen. Der Verdacht: Die Ehefrau und die Kinder hätten nur kassiert, aber nichts dafür geleistet. Von einem Moment auf den anderen galt Fillon damit als Kandidat angeschlagen, und in den Umfragen ist er weit zurück gefallen.

      Nun gilt ein anderer als junger Hoffnungsträger: Emanuel Macron, einst Wirtschaftsminister unter Präsident Hollande, aber parteilos und für einen möglichen Präsidenten blutjung. Der 39-jährige würde es nach aktuellem Stand wohl in die Stichwahl schaffen und dort gegen Marine Le Pen antreten. Der Newcomer Macron hätte dann allerbeste Chancen, Frankreichs neuer Präsident zu werden. Aber: Er wäre der erste Präsident ohne Partei im Rücken und mit völlig unklarem Rückhalt im Parlament. Wie soll er da regieren können? Viele befürchten auch deshalb, dass es doch noch anders kommen könnte, nämlich, wenn wider Erwarten Marine Le Pen zur Präsidentin gewählt würde. Ausgeschlossen ist in Frankreichs turbulenten Zeiten nichts mehr.

      ARD-Korrespondent Mathias Werth schaut sich dieses aufgebrachte Frankreich an, fragt nach Hintergründen und Perspektiven. Es ist ein Versuch, das viele Unverständliche doch noch zu verstehen. Wer sind die Unterstützer des jungen Macron? Wie gelingt es ihm in Zeiten der Europaskepsis, mit einem radikal proeuropäischen Programm so viele junge Wähler mitzureißen? Und was bringt andersherum so viele Wähler zu Marine Le Pen und dem rechtsextremen Front National, der mit einem nicht weniger radikalen nationalistischen und fremdenfeindlichen Kurs mehr als ein Drittel aller Wähler Frankreichs hinter sich bringen könnte? Wie reagieren junge Kinder von Migranten auf diese Situation? Welche Auswirkungen hat der inzwischen permanente Ausnahmezustand auf das Lebensgefühl und das Wahlverhalten der Franzosen? Und welche Rolle spielt die Angst vor Terror? Eine Reportage als Kaleidoskop der französischen Gesellschaft vor der wohl schwierigsten Wahl in den letzten Jahrzehnten.

      Film von Mathias Werth

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      Freitag, 21.04.17
      19:15 - 20:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 26.04.2017