• 15.11.2017
      11:10 Uhr
      Steinaltes Daumenkino Dokumentation Frankreich 2015 | arte
       

      Die Menschen der Urzeit haben faszinierende Zeichnungen, Felsgravuren und Malereien hinterlassen. Sie sind so naturalistisch, dass sich Wissenschaftler fragten, ob diese Zeichnungen nicht bereits Teil von Erzählungen mit Bildern waren. Konnten die Menschen der Urzeit die Bilder schon zum Laufen bringen? Und wenn ja, auf welche Weise? Jüngsten Studien des Prähistorikers Marc Azéma zufolge finden sich in dieser Kunst bereits die Vorläufer zur Animation. Es liegt sogar die Vermutung nahe, dass in der Steinzeit schon wahre „Kinovorstellungen“ mit Bildern und Ton stattfanden.

      Mittwoch, 15.11.17
      11:10 - 12:15 Uhr (65 Min.)
      65 Min.
      Stereo HD-TV

      Die Menschen der Urzeit haben faszinierende Zeichnungen, Felsgravuren und Malereien hinterlassen. Sie sind so naturalistisch, dass sich Wissenschaftler fragten, ob diese Zeichnungen nicht bereits Teil von Erzählungen mit Bildern waren. Konnten die Menschen der Urzeit die Bilder schon zum Laufen bringen? Und wenn ja, auf welche Weise? Jüngsten Studien des Prähistorikers Marc Azéma zufolge finden sich in dieser Kunst bereits die Vorläufer zur Animation. Es liegt sogar die Vermutung nahe, dass in der Steinzeit schon wahre „Kinovorstellungen“ mit Bildern und Ton stattfanden.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Pascal Cuissot
      Marc Azéma

      „Steinaltes Daumenkino“ sucht an berühmten archäologischen Stätten wie den Höhlen von Chauvet und Lascaux nach grafischen Elementen, die als Vorstufe zur Erfindung der bewegten Bilder im 19. Jahrhundert gelten könnten. Ist die Filmkunst, die den Brüdern Lumière und dem Amerikaner Edison zugeschrieben wird, vielleicht viel älter? Sogar älter als die optischen Spielzeuge und so geniale Erfindungen wie die Chronofotografie des frühen 19. Jahrhunderts? Der Prähistoriker Marc Azéma ist überzeugt, dass der Homo sapiens bereits sehr früh in seiner Entwicklung zum „Homo cinematographicus“ wurde. Er nimmt an, dass die Menschen der Urgeschichte die gleiche Leidenschaft für Bilder und Bewegung hatten wie wir heute. In der Tat zeigen jüngste Studien, dass die Menschen der Urzeit Tiere häufig in Bewegung darstellten. Die Aufgliederung von Bewegungsabläufen in einzelne Phasen erinnert an ein Daumenkino oder einen Zeichentrickfilm. Beispiele aus allen Epochen der Steinzeit wurden in Frankreich, aber auch in Spanien und Portugal gefunden.

      Filmhistoriker sind fasziniert von der Qualität und Präzision der Darstellungen, argumentieren jedoch, dass unsere Urahnen über keinerlei Mechanismus verfügten, um die Bilder zum Laufen zu bringen. Doch diese Annahme ist offenbar ein Irrtum. Wissenschaftler haben eine Scheibe aus dem Knochen eines Großsäugers aus der späten Altsteinzeit gefunden, die nach den Erkenntnissen der experimentellen Archäologie als frühgeschichtlicher Kinematograph gedient haben könnte. Man nimmt sogar an, dass die Höhlenmenschen in Bild und Ton ganze Geschichten erzählten - fast so wie erst Jahrtausende später im Kino. Eine faszinierende Reise durch die Frühgeschichte der Kunst und des Kinos.

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      Mittwoch, 15.11.17
      11:10 - 12:15 Uhr (65 Min.)
      65 Min.
      Stereo HD-TV

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 19.11.2017