• 11.10.2017
      01:00 Uhr
      Das Dorf der Stille Dokumentation Deutschland 2015 | arte
       

      Maria kam gehörlos und blind zur Welt, weil ihre Mutter in der Schwangerschaft an Röteln erkrankt war. In Marias Welt gibt es kein wieso und warum. Es gibt keine Bücher, kein Handy, kein Facebook, keinen 11. September, kein Fukushima, keinen Krieg und keinen Frieden. Es gibt sie nicht, weil sie keine Begriffe dafür hat und keine Vorstellungen. Maria und die anderen taubblind geborenen Bewohner des kleinen Dorfes Fischbeck haben unsere Welt nie gesehen, nie gehört. Der berührende Dokumentarfilm nimmt den Zuschauer mit in eine andere Lebenswelt, die ihn vielleicht nachdenklich, aber nicht bedrückt zurücklässt.

      Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 11.10.17
      01:00 - 02:00 Uhr (60 Min.)
      60 Min.

      Maria kam gehörlos und blind zur Welt, weil ihre Mutter in der Schwangerschaft an Röteln erkrankt war. In Marias Welt gibt es kein wieso und warum. Es gibt keine Bücher, kein Handy, kein Facebook, keinen 11. September, kein Fukushima, keinen Krieg und keinen Frieden. Es gibt sie nicht, weil sie keine Begriffe dafür hat und keine Vorstellungen. Maria und die anderen taubblind geborenen Bewohner des kleinen Dorfes Fischbeck haben unsere Welt nie gesehen, nie gehört. Der berührende Dokumentarfilm nimmt den Zuschauer mit in eine andere Lebenswelt, die ihn vielleicht nachdenklich, aber nicht bedrückt zurücklässt.

       

      Maria weiß nicht, dass sie Maria heißt. Sie kennt nicht ihren eigenen Namen, sie weiß nicht, dass der Himmel blau ist und ihre Betreuerin Kathi blonde Haare hat. Aber sie erkennt sie. An den Ohren und an der Nase. Und die muss sie befühlen, immer und immer wieder.

      Olli weiß nicht, was Fußballweltmeisterschaft bedeutet oder Fukushima, aber er kann an kleinen Holztäfelchen - seinem Wochenplan - fühlen, wann er Massage hat oder mit dem Hund spazieren gehen darf. Und er hat sehr eindeutige Gesten für seinen Wunsch nach Kaffee und Kuchen. Den hat er oft und deshalb deckt er gerne nachmittags den Tisch für seine Wohngruppe.

      Theo weiß nicht, was es bedeutet, Krebs zu haben. Aber er übersteht seine Operation, weil sein Betreuer Peter bei ihm ist und seine Hand hält. Und weil er die Decke, unter der er sich geborgen fühlt, mit ins Krankenhaus nehmen darf.

      Fischbeck, das ist ein Dorf für Taubblinde in der Nähe von Hannover. Dort haben Heidi und Bernd Umbreit über ein Jahr Menschen beobachtet, die mit drei Sinnen die Welt erleben und begreifen. Tastend, riechend, schmeckend. Sie zeigen, dass diese Welt weder dunkel noch stumm ist. Sie zeigen Maria, Olli, Theo und die anderen in ihrer Freude: wie sie mit ihren Betreuern kuscheln und kommunizieren, wie sie sich der der Sonne entgegen räkeln und an den Handläufen durchs Dorf bewegen, wie sie lernen, kleine Arbeiten selbständig auszuführen.

      Entstanden ist ein Film, der Einblicke gibt in eine Welt, von der die meisten Menschen gar nicht wissen, dass es sie überhaupt gibt. Es sind die Betreuer, die diesen Film tragen, die ihren Schützlingen eine Stimme verleihen. Menschen, sehr besondere, die auch nach langjähriger Arbeit in Fischbeck nicht wirklich wissen, was in einem taubblinden Menschen vor sich geht, aber die erleben, wie Förderung und Zuwendung ein Leben lebenswert machen. Der Zuschauer wird mitgenommen in diese Welt, die ihn vielleicht nachdenklich, aber nicht bedrückt entlässt.

      Maria, Theo, Olli, Emsi, Hendrik, Sabrina und all die anderen taubblinden Bewohner werden diesen Film nie sehen. Aber wir wollen, dass SIE gesehen werden.

      Regie: Bernd Umbreit, Heidi Umbreit

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      Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 11.10.17
      01:00 - 02:00 Uhr (60 Min.)
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