• 10.01.2017
      12:25 Uhr
      Schatzjagd an der Seidenstraße Dokumentation Deutschland 2012 | arte
       

      In Europa ging man lange davon aus, dass China eine vom Westen völlig unabhängige Entwicklung durchlaufen hat. Zu fremdartig erschien den Europäern das "Reich der Mitte." Neuere archäologische Funde stellen diese Vorstellung infrage. So wurde in der Taklamakan-Wüste ein Mumienfriedhof aus prähistorischer Zeit gefunden. Die Toten haben blonde Haare und tragen europäische Gesichtszüge. Kamen Europas Völker auf ihren Wanderungen einst bis nach China? Und was haben sie den Chinesen mitgebracht?

      Dienstag, 10.01.17
      12:25 - 13:20 Uhr (55 Min.)
      55 Min.
      Stereo HD-TV

      In Europa ging man lange davon aus, dass China eine vom Westen völlig unabhängige Entwicklung durchlaufen hat. Zu fremdartig erschien den Europäern das "Reich der Mitte." Neuere archäologische Funde stellen diese Vorstellung infrage. So wurde in der Taklamakan-Wüste ein Mumienfriedhof aus prähistorischer Zeit gefunden. Die Toten haben blonde Haare und tragen europäische Gesichtszüge. Kamen Europas Völker auf ihren Wanderungen einst bis nach China? Und was haben sie den Chinesen mitgebracht?

       

      Stab und Besetzung

      Regie Susanne Rostosky

      In Europa glaubte man lange Zeit, dass China eine vom Westen völlig unabhängige Entwicklung durchlaufen hat. Allzu fremdartig erschien den Europäern das Land, das sich in der frühen Neuzeit vom Westen abschloss, weil es von der Überlegenheit der eigenen Kultur überzeugt war. Die Vorstellung von der Isoliertheit Chinas ist auch heute noch weit verbreitet.

      Die Dokumentation geht auf Spurensuche in den unwirtlichen Regionen Zentralasiens, in denen neuere archäologische Funde darauf schließen lassen, dass ein Kontakt zwischen Ost und West stattgefunden haben könnte. So wurde in der Taklamakan-Wüste ein Mumienfriedhof aus prähistorischer Zeit entdeckt. Forscher wie der Ungar Aurel Stein fanden die ersten Mumien zwar schon vor hundert Jahren, aber erst jetzt wird der riesige Mumienfriedhof von chinesischen Archäologen systematisch untersucht. Der trockene Wüstensand hat diese Zeugen einer fernen Vergangenheit hervorragend bewahrt; 4.000 Jahre sind sie alt. Ihr Aussehen überrascht: Mit ihren kräftigen Gesichtszügen, ihren Bärten und ihren blonden Haaren wirken diese Menschen alles andere als chinesisch. Gehören sie zu einem vergessenen europäischen Volk?

      Gemeinsam mit chinesischen Kollegen will der renommierte Mumien-Experte Professor Victor Mair dieser Frage mit einer DNA-Untersuchung auf den Grund gehen. Sie soll zeigen, wo diese Menschen ihre Wurzeln haben. Kamen Europas Völker auf ihren Wanderungen bis nach China? Und was könnten sie den Chinesen mitgebracht haben? Geht gar die berühmte Terrakotta-Armee des ersten Kaisers von China auf griechische Vorbilder zurück?

      Kunsthistoriker erhalten erstmals Zugang zu Figuren, die noch nie öffentlich gezeigt wurden. Der Realismus dieser einzigartigen Ton-Krieger überrascht, denn er entspricht überhaupt nicht der chinesischen Kunst dieser Zeit. So realistische Skulpturen fertigten damals nur die Griechen. Auch ein geheimnisvolles Königsgrab aus derselben Epoche der chinesischen Geschichte weist nach Westen. Es birgt nämlich einen sensationellen Fund: eine kleine Silberschale mit einem nur im griechischen Kulturbereich verwendeten Dekor. Untersuchungen des Silbers zeigen, dass es aus China stammt.

      "Schatzjagd an der Seidenstraße" bietet eine ganze Fülle neuester Forschungen zu einer sehr alten Frage. Die Dokumentation spannt den Bogen von Europa bis in den Fernen Osten. Muss die gemeinsame Geschichte Chinas und Europas umgeschrieben werden?

      Wird geladen...
      Wird geladen...
      Dienstag, 10.01.17
      12:25 - 13:20 Uhr (55 Min.)
      55 Min.
      Stereo HD-TV

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 17.08.2017