• 12.08.2017
      08:30 Uhr
      Lohnsklaven im Norden Eine Frau kämpft gegen Ausbeutung | Radio Bremen TV
       

      Eine Frau in einem schwarzen Kleinbus mit abgedunkelten Scheiben fährt durch Niedersachsen. Ihr Ziel: Rumänische Arbeiter der Schlacht- und Geflügelbetriebe, die in verkommenen Wohnunterkünften untergebracht sind und zu unmenschlichen Bedingungen arbeiten müssen. Daniela Reim möchte das verhindern. NDR Filmemacher Esra Özer und Nikolas Migut begleiteten sie über mehrere Monate bei ihrer Arbeit.

      Samstag, 12.08.17
      08:30 - 09:00 Uhr (30 Min.)
      30 Min.

      Eine Frau in einem schwarzen Kleinbus mit abgedunkelten Scheiben fährt durch Niedersachsen. Ihr Ziel: Rumänische Arbeiter der Schlacht- und Geflügelbetriebe, die in verkommenen Wohnunterkünften untergebracht sind und zu unmenschlichen Bedingungen arbeiten müssen. Daniela Reim möchte das verhindern. NDR Filmemacher Esra Özer und Nikolas Migut begleiteten sie über mehrere Monate bei ihrer Arbeit.

       

      Eine Frau in einem schwarzen Kleinbus mit abgedunkelten Scheiben fährt durch Niedersachsen. Sie eilt zu rumänischen Arbeitern, die in Schlacht- und Geflügelbetrieben oder der Bau- und Metallbranche schuften. Oftmals sind die Arbeiter in verkommenen Wohnunterkünften untergebracht und müssen zu unmenschlichen Bedingungen arbeiten. Daniela Reim möchte das verhindern und fährt mit ihrem Bus von Wohnung zu Wohnung. Auch sie ist Rumänin, spricht fließend Deutsch. Die Arbeiter nennen sie "Engel". Die 43-Jährige ist seit drei Jahren in der Beratungsstelle Oldenburg für mobile Beschäftigte tätig und hilft den Arbeitern. Sie kämpft mit voller Leidenschaft gegen moderne Sklaverei mit Osteuropäern, die sich für Dumpinglöhne in den Schlachtbetrieben verdingen müssen.
      NDR Filmemacher Esra Özer und Nikolas Migut begleiteten sie über mehrere Monate bei Ihrer Arbeit. In einer Wohngemeinschaft begegnen sie rumänischen Arbeitern, die sich über Abzüge auf ihrer Lohnabrechnung beklagen. Der Chef der Geflügelfirma ist vor Ort und wird laut: "Macht sofort die Kamera aus, hier wird nicht gedreht." Kurze Zeit später stellt er sich doch der Kritik und gibt persönlich eine Wohnungsführung. Ein seltener Einblick. Daniela Reim erstreitet dabei das Recht der Arbeiter; fordert, dass sie von ihrem Chef ausbezahlt werden. Denn viele der Arbeiter halten es hierzulande nicht mehr aus. Immer mehr von Ihnen geben auf und wollen zurück in ihre Heimat Rumänien.
      Auch dem Team der Reportage begegnen viele Arbeiter und junge Familien, die oft mit leeren Händen nach Rumänien zurückkehren. Denn statt dem eigentlich verdientem Lohn, werden den Arbeitern für einen Schlafplatz in einem Mehrbettzimmer in der Regel 300 Euro berechnet. Eine gängige Methode den Mindestlohn zu drücken. Überstunden und Nachtzuschlag gibt es nicht. Lange Arbeitswege sind die Regel. Ein Sammeltransport - organisiert vom Arbeitgeber - ist üblich in der Szene und wird bis zu 100 Euro monatlich pro Kopf abgerechnet. So seien Abzüge von insgesamt 500 Euro und mehr im Monat keine Seltenheit, beklagt Daniela Reim.

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      Samstag, 12.08.17
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programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 24.10.2017