• 07.12.2017
      23:05 Uhr
      Franz Fühmann - Rebell im Schatten Lebensläufe | MDR FERNSEHEN
       

      Franz Fühmann (1922-1984) gehört zu den stillen Größen der deutschen Literatur. Sein Werk ist ein Teil der Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts. Fühmann ist ein Abenteuer für alle, die Geschichten über das Scheitern und das Kämpfen lieben.
      Geboren 1922 in Böhmen, wächst er im Nationalsozialismus auf, schließt sich der SA an und wird vom Faschismus verführt. Erst nach dem Krieg wird er über das Ausmaß der deutschen Kriegsverbrechen aufgeklärt. Später schreibt er in "22 Tage oder die Hälfte des Lebens": "Du hättest in Auschwitz vor der Gaskammer genauso funktioniert, wie Du hinter Deinem Fernschreiber funktioniert hast."

      Donnerstag, 07.12.17
      23:05 - 23:35 Uhr (30 Min.)
      30 Min.

      Franz Fühmann (1922-1984) gehört zu den stillen Größen der deutschen Literatur. Sein Werk ist ein Teil der Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts. Fühmann ist ein Abenteuer für alle, die Geschichten über das Scheitern und das Kämpfen lieben.
      Geboren 1922 in Böhmen, wächst er im Nationalsozialismus auf, schließt sich der SA an und wird vom Faschismus verführt. Erst nach dem Krieg wird er über das Ausmaß der deutschen Kriegsverbrechen aufgeklärt. Später schreibt er in "22 Tage oder die Hälfte des Lebens": "Du hättest in Auschwitz vor der Gaskammer genauso funktioniert, wie Du hinter Deinem Fernschreiber funktioniert hast."

       

      Franz Fühmann (1922-1984) gehört zu den stillen Größen der deutschen Literatur. Sein Werk ist ein Teil der Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts. Doch nur wenige wissen etwas über sein Leben. Fühmann ist ein Abenteuer für alle, die Geschichten über das Scheitern und das Kämpfen lieben.

      Geboren 1922 in Böhmen, wächst er im Nationalsozialismus auf, schließt sich der SA an und wird vom Faschismus verführt. Erst nach dem Krieg wird er über das Ausmaß der deutschen Kriegsverbrechen aufgeklärt. Später schreibt er in "22 Tage oder die Hälfte des Lebens": "Du hättest in Auschwitz vor der Gaskammer genauso funktioniert, wie Du hinter Deinem Fernschreiber funktioniert hast." So selbstkritisch hat sonst kaum ein deutscher Schriftsteller über die Verführbarkeit im Faschismus Rechenschaft abgelegt wie Franz Fühmann. 

      Er geht in die DDR und wird hier rasch ein führender Schriftsteller im Dienste des Antifaschismus. Doch die blutige Niederschlagung des Prager Frühlings 1968 stürzt Fühmann in eine existentielle Krise. Er sucht eine neue Bestimmung seiner künstlerischen Aufgabe und zieht sich immer stärker vom sozialistischen Realismus zurück. Er beginnt mit der Nachdichtung von Helden-Sagen, wendet sich der Kinderliteratur zu und beschäftigt sich in seinen Essays mit Dichtern der Romantik und des Expressionismus.
      Der einstige Staatsdichter wandelt sich zum Dissidenten. Er wird zum Mentor für unangepasste Nachwuchsautoren, wie Wolfgang Hilbig und Uwe Kolbe, und gehört zu einem der prominenten Kritiker der DDR-Regierung. Bis zu seinem Tod im Juli 1984 lebt Franz Fühmann abgeschieden in Märkisch-Buchholz am Rande von Berlin. Sein Werk spiegelt das Schicksal eines Menschen des 20. Jahrhunderts.

      In einer von Krisen und Katastrophen geprägten Welt sind Fühmanns Bücher ein Appell, sich nicht mit falschen Wahrheiten zufrieden zu geben. Sein Werk dient der Überzeugung, dass gute Literatur der Wahrhaftigkeit verpflichtet sein muss. Aber was ist wahr? Wer Fühmann liest, wird lernen, diese Frage zu verstehen.

      Film von Simone Unger

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      Donnerstag, 07.12.17
      23:05 - 23:35 Uhr (30 Min.)
      30 Min.

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