21.02.2014
07:30 Uhr
NaturNah Mystisches Moor - WissensZeit | rbb Fernsehen

Nebelschwaden und tiefschwarzes Wasser. Ein falscher Schritt, und man sinkt auf Nimmerwiedersehen ein: Bis heute verbindet man mit dem Moor mystische Vorstellungen. Die Sendung bringt Licht in das Dunkel.

Im ersten Morgenlicht ziehen Nebel über die Flussniederung, wo Drosselrohrsänger (Acrocephalus arundinaceus) in den Schilfbeständen ihr Lied singen. Bis an den Rand des Tales erstrecken sich Niedermoore. Seggen (Carex spec.) gedeihen dort besonders üppig. An den nassesten Stellen hat sich Fieberklee (Menyanthes trifoliata) angesiedelt. Im März und April werden die Weibchen des Moorfroschs (Rana arvalis) durch die seltsamen Gluckser-Laute ihrer auf dem Rücken blau gefärbten Männchen angezogen, deren Konzert sich bis in den Abend hinzieht. Werben und Eiablage dauern nur wenige Tage. Bald sind die Tümpel in den Seggenwiesen von Froschlaich bedeckt.

Der Hinterleib der Wasserspinne (Argyroneta aquatica) ist von einer silbrig schimmernden Hülle umgeben, ihrem Luftvorrat. Zwischen Wasserpflanzen spinnt das Tier eine Glocke, in die es von der Oberfläche Luft bringt. Ohne aufzutauchen kann die Wasserspinne tagelang in dem Gespinst leben, denn ständig dringt aus dem Wasser neuer Sauerstoff in die Glocke hinein, und von hier aus geht Argyroneta auch auf Beutejagd. Die Männchen der selten gewordenen Doppelschnepfe (Gallinago media) treffen sich zur Gruppenbalz auf kleinen, freien Flächen im Niedermoor. Ihre Rufe sind weit zu hören und locken wochenlang jeden Abend die Weibchen an. Niedermoore sind voller Leben und nur in Nord- und Osteuropa gibt es sie heute noch so ausgedehnt.

Freitag, 21.02.14
07:30 - 08:00 (30 Min.)