• 16.10.2017
      01:30 Uhr
      Ein blinder Held Die Liebe des Otto Weidt | hr-fernsehen
       

      Mit List und Bestechung versucht der Berliner Bürstenfabrikant Otto Weidt in den 1940er-Jahren, seine Mitarbeiter, die fast alle Juden und fast alle blind sind, vor dem Zugriff der Gestapo zu bewahren. Als seine Sekretärin Alice Licht am Ende nach Auschwitz deportiert wird, macht sich Weidt, selbst nahezu blind, auf den Weg, um sie zu befreien. Es gelingt ihm, doch seine Liebe zu ihr bleibt unerfüllt.

      Nacht von Sonntag auf Montag, 16.10.17
      01:30 - 03:10 Uhr (100 Min.)
      100 Min.
      VPS 01:29
      Neu im Programm

      Mit List und Bestechung versucht der Berliner Bürstenfabrikant Otto Weidt in den 1940er-Jahren, seine Mitarbeiter, die fast alle Juden und fast alle blind sind, vor dem Zugriff der Gestapo zu bewahren. Als seine Sekretärin Alice Licht am Ende nach Auschwitz deportiert wird, macht sich Weidt, selbst nahezu blind, auf den Weg, um sie zu befreien. Es gelingt ihm, doch seine Liebe zu ihr bleibt unerfüllt.

       

      Stab und Besetzung

      Otto Weidt Edgar Selge
      Alice Licht Henriette Confurius
      Inge Deutschkron Julia Goldberg
      Else Weidt Heike Hanold-Lynch
      Rosa Katz Katrin Pollitt
      Chaim Horn Fabian Busch
      Werner Basch Rainer Frank
      Franz-Wilhelm Heintze Uwe Bohm
      Zimmerwirtin   Isabelle Barth
      Elektriker   Axel Gottschick
      Regie Kai Christiansen
      Sonstige Mitwirkung Corinna Zink
      Robert F. Kellner
      Drehbuch Heike Brückner von Grumbkow
      Jochen von Grumbkow
      Kamera Jan Kerhart

      Die Werkstatt des Bürstenherstellers Otto Weidt gilt 1941 bei den Berliner Juden als gute Adresse. Die irritierend engen Kontakte von Weidt zur Gestapo, begleitet von regelmäßigen Bestechungen, bieten ihm den Spielraum, seine überwiegend blinden jüdischen Angestellten vor den alltäglichen Herabwürdigungen zu schützen. Zu den wenigen Menschen in der Werkstatt, die nicht blind sind, gehört Alice Licht, eine hübsche junge Frau aus gutbürgerlichem Haus. Mit Witz, Charme und Organisationstalent wird sie bald zu Ottos rechter Hand.

      Die beiden verbindet mehr als eine reine Arbeitsbeziehung und mehr als nur Freundschaft. Otto ist verheiratet, kein Jude, Ende 50 und fast blind. Alice ist Jüdin und 40 Jahre jünger. Sie bewundert ihn. Für Otto ist Alice die Verheißung auf ein Leben, das er gern geführt hätte. Aber die Schlinge um die Werkstatt zieht sich zu. Trotz regelmäßiger "Besuche" der Gestapo scheint zunächst alles gut zu gehen. Nachdem seine jüdischen Mitarbeiter auf einen Schlag abgeholt wurden, schafft es Otto Weidt noch, sie aus dem nahen Sammellager der Gestapo wieder herauszuholen. In aller Heimlichkeit beginnt er nun mit der Vorbereitung von Verstecken.

      Als die massenhaften Deportationen beginnen, sind Weidts Angestellte untergetaucht. Doch in einem Moment der Vertrauensseligkeit werden die Verstecke an einen "Greifer" verraten. Weidt erreicht noch, dass Alice und ihre Eltern zunächst "nur" nach Theresienstadt kommen. Aber dann trifft eine Postkarte von Alice ein, in der sie verklausuliert von ihrer Verlegung nach Auschwitz berichtet. Otto Weidt zögert nicht lange und macht sich auf den Weg, um sie zu retten. Über einen Hilfsarbeiter gelingt es ihm, den Kontakt zu Alice herzustellen, die mittlerweile als KZ-Häftling in einer Munitionsfabrik arbeitet. Er versteckt Kleidung und Geld für den Fall ihrer Flucht.

      Im Januar 1945 schafft Alice den Weg zurück nach Berlin, wo Otto und seine Frau sie bis nach Kriegsende verstecken. Aber Alice kann und will nicht bleiben. Sie erhält die Einreisegenehmigung in die USA und verlässt Berlin. Otto bleibt zurück, zwei Jahre später stirbt er.

      An das Wirken von Otto Weidt erinnert heute nur noch das Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt in Berlin-Mitte und die israelische Ehrung als "Gerechter unter den Völkern".

      Die aufwendig verfilmte Geschichte, unter anderem mit Edgar Selge und Henriette Confurius in den Hauptrollen, wird auf bewegende Weise von der 91-jährigen Inge Deutschkron erzählt, der einzigen noch lebenden ehemaligen Angestellten des Otto Weidt.

      Dokudrama von Kai Christiansen, Heike Brückner und Jochen von Grumbow

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