Weil die vor der Küste Mauretaniens auf Grund gelaufene Fregatte „Medusa“ nicht genügend Beiboote besaß, wurde aus ihren Schiffsplanken eilig ein Floß zusammengezimmert: Auf ihm wurden 151 Seeleute ausgesetzt und grausam ihrem Schicksal überlassen. Nur 15 überlebten den 13-tägigen Kampf auf hoher See gegen Hunger, Meuterei und Kannibalismus. Théodore Géricaults Gemälde „Das Floß der Medusa“ kennen viele. Doch nur wenige wissen um die wahre Tragödie, die sich im Jahr 1816 auf stürmischer See abspielte und den Maler zu seinem weltberühmten Meisterwerk inspirierte.

Donnerstag, 18.05.17
09:25 - 11:05 Uhr (100 Min.)
100 Min.
Stereo HD-TV

Weil die vor der Küste Mauretaniens auf Grund gelaufene Fregatte „Medusa“ nicht genügend Beiboote besaß, wurde aus ihren Schiffsplanken eilig ein Floß zusammengezimmert: Auf ihm wurden 151 Seeleute ausgesetzt und grausam ihrem Schicksal überlassen. Nur 15 überlebten den 13-tägigen Kampf auf hoher See gegen Hunger, Meuterei und Kannibalismus. Théodore Géricaults Gemälde „Das Floß der Medusa“ kennen viele. Doch nur wenige wissen um die wahre Tragödie, die sich im Jahr 1816 auf stürmischer See abspielte und den Maler zu seinem weltberühmten Meisterwerk inspirierte.

 

Théodore Géricaults monumentales Gemälde „Das Floß der Medusa“ kennen viele. Wenige wissen, dass die grausame Geschichte eines Schiffbruchs, verewigt in einer äußerst naturalistisch dargestellten Szene, auf einer wahren Begebenheit beruht, die sich vor zwei Jahrhunderten vor der westafrikanischen Küste abspielte. „Medusa“ war der Name der auf Grund gelaufenen französischen Fregatte, aus deren Planken ein Floß gezimmert wurde.

Was führte zu jener Tragödie, die den Maler zu seinem weltberühmten Bild inspirierte? Im Jahr 1816 wurde das Floß der „Medusa“ zum Schauplatz eines furchtbaren Überlebenskampfes auf stürmischer See. Vorausgegangen war der barbarische Befehl, 151 Seeleute vor der Küste Mauretaniens auf dem Floß auszusetzen und ihrem Schicksal zu überlassen. Den Befehl gab Kapitän Hugues Duroy de Chaumareys.

1816 hatte England die während der Napoleonischen Kriege besetzte westafrikanische Kolonie Senegal an Frankreich zurückgegeben. Dies veranlasste die französische Regierung, vier Fregatten mit Infanteristen zum Schutze des überseeischen Besitzes sowie mit Verwaltungsbeamten und Forschern nach Afrika zu entsenden.

Die Fregatte „Medusa“ mit 400 Menschen an Bord gehörte dem Konvoi an. Das Schiff stach von der nahe Rochefort gelegenen Ile d’Aix aus in See. 2016 jährt sich der Jahrestag des Unglücks zum 200. Mal. Anlass für Philippe Mathieu, früherer Marineoffizier und heutiger Leiter des Marine-Museums in Rochefort, die wahre Geschichte des Floßes der „Medusa“ zu ergründen.

Dazu befragt Philippe Mathieu Geschichtswissenschaftler und Kunsthistoriker und stöbert in Archiven - unter anderem gibt ein Briefwechsel des Kapitäns sowie der Romanbericht zweier Überlebender, Alexandre Corréard und Jean-Baptiste Henri Savigny, wichtige Aufschlüsse.

Detailreich schildert er den Kampf auf hoher See sowohl gegen den Hunger als auch gegen die Leidensgenossen. Berühmt wurde der Text nicht nur durch die erstaunlich nüchterne Schilderung von Meuterei und Kannibalismus, sondern auch aufgrund seiner politischen Dimension. Basierend auf seinen Nachforschungen lässt Philippe Mathieu das Floß für das Marine-Museum erstmals originalgetreu im Maßstab 1:1 nachbauen. Anhand der Ermittlungen des passionierten Museumsdirektors und der Recherchen, die der Maler Théodore Géricault seinerzeit selbst anstellte, bringt der Dokumentarfilm Stück für Stück Licht in dieses traurige Kapitel der französischen Seefahrts- und Kolonialgeschichte.

Der Dokumentarfilm beleuchtet die Entstehungsgeschichte des Bildes und bringt dem Zuschauer ein trauriges Kapitel der französischen Seefahrts- und Kolonialgeschichte nahe.

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Donnerstag, 18.05.17
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