09.04.2013
10:30 Uhr
Kulturjournal Neues aus der Kulturszene und vom Büchermarkt | Einsfestival

Themen u.a.:

  • Engagement gegen rechts: Hardy Krüger startet zu seinem 85. Geburtstag eine neue Initiative
  • Heimlich, unsichtbar, illegal: der ergreifende Dokumentarfilm "MAMA ILLEGAL" über ausländische Putzfrauen
  • Wenn das Politische nur noch privat ist: der Spielfilm "Das Wochenende" bilanziert die Generation RAF
  • Musikalische Biografie: Maren Kroymann singt die Lieder ihrer Jugend
  • Mit Feuer malen: die Künstlerin Sandra Kranich im Oldenburger Kunstverein

Moderation: Eva-Maria Lemke

  • Engagement gegen rechts: Hardy Krüger startet zu seinem 85. Geburtstag eine neue Initiative

Als Jugendlicher erlebte Hardy Krüger die Schrecken des Nationalsozialismus und des Krieges hautnah: Seine Eltern schickten ihn auf ein nationalsozialistisches Elite-Internat, als junger Schauspieler lernte er den älteren Kollegen Hans Söhnker kennen, der ihn noch in der NS-Zeit über die Konzentrationslager aufklärte und selbst Juden zur Flucht verhalf. 1945 musste Krüger als Panzergrenadier in den Zweiten Weltkrieg. Seitdem ist Krüger ein erklärter Feind von rechtem Gedankengut, er setzt sich immer wieder engagiert gegen nationalistische Tendenzen ein, z. B. bei Lesungen, in Talkshows oder in seinen Büchern. Jetzt stellt Krüger in Hamburg gemeinsam mit Hark Bohm und Klaus Bednarz ein neues Projekt gegen Rechtsradikalismus vor, mit dem er jungen Menschen helfen möchte. Das "Kulturjournal" trifft den Weltstar kurz vor seinem 85. Geburtstag, den er am 12. April 2013 begeht, und spricht mit ihm über sein Engagement gegen rechts.

  • Heimlich, unsichtbar, illegal: der ergreifende Dokumentarfilm "MAMA ILLEGAL" über ausländische Putzfrauen

Sie mussten ihre Familien zurücklassen. Kontakt zu ihren Kindern und Männern haben sie nur noch über Briefe oder das Internet. Moldawische Putzfrauen wie Aurica, Natasa und Raia sind mit Schleusern über die Grenze gelangt, um illegal in der EU zu arbeiten, denn in ihrer Heimat gibt es für sie keine Jobs.

Der Dokumentarfilm "MAMA ILLEGAL" von Ed Moschitz begleitet diese drei Frauen, erzählt von ihrem Alltag, ihrem Kummer über die Trennung von ihren Familien und macht in bewegenden Bildern deutlich, dass eine ganze Generation am Rande Europas ohne Mütter oder Väter aufwachsen muss. Etwa 40.000 Kinder gelten in Moldawien als Sozialwaisen, weil ein Elternteil im Ausland Geld verdienen muss. "MAMA ILLEGAL" wird am 13. April 2013 im Rahmen der "Dokfilmwoche HH" gezeigt. Das "Kulturjournal" stellt den Film vor und spricht mit Regisseur Ed Moschitz darüber, wie Familien mit dieser Zerrissenheit umgehen und wie sie manchmal daran scheitern.

  • Wenn das Politische nur noch privat ist: der Spielfilm "Das Wochenende" bilanziert die Generation RAF

Was wurde aus den Idealen, die man mal hatte, für die man kämpfte - auch militant? Eine Gruppe Mittvierziger trifft in einem Landhaus aufeinander, und danach wird nichts mehr so sein wie vorher. In "Das Wochenende" führt die Entlassung des RAF-Mitglieds Jens (Sebastian Koch) nach 18 Jahren Haft dazu, dass seine alten Freunde ihr Leben plötzlich hinterfragen. Eigentlich sollte es ein Willkommenswochenende werden, aber alte Wunden und nicht gelebte Lieben brechen auf, Konflikte werden neu ausgetragen, die Lügen der letzten Jahre aufgedeckt.
Der Spielfilm entstand nach Motiven des gleichnamigen Romans von Bernhard Schlink und stellt kluge Fragen an unsere Lebensentwürfe. Regisseurin Nina Grosse hinterfragt bürgerliche Fassaden ebenso wie politische Bedingungslosigkeit. Das starke Schauspielerensemble mit Barbara Auer, Sylvester Groth, Robert Gwisdek, Sebastian Koch und Katja Riemann schafft es, dass daraus kein hölzerner Thesenfilm geworden ist, sondern eine persönliche und menschliche Gesellschaftsanalyse. Das "Kulturjournal" diskutiert mit Nina Grosse die Frage, was bleibt.

  • Musikalische Biografie: Maren Kroymann singt die Lieder ihrer Jugend

"Diese Musik war ein Versprechen - auf Sexualität, auf Leichtigkeit, auf Befreit-Sein." Die Schauspielerin und Sängerin Maren Kroymann erlebte als Teenager die Songs der 1960er- Jahre und fühlte sich durch die Pop-Musik ganz anders verstanden als durch die Hochkultur, die ihre Eltern ihr vermitteln wollten. Inzwischen ist sie selbst über 60 Jahre alt, feiert - wie sie selbst sagt - ihr persönliches Jubiläum "50 Jahre Pubertät" und blickt mit einer CD auf die Lieder der Jugend zurück: "In my Sixties" lautet der doppeldeutige Titel der Platte.

Begleitet von der Jo Roloff Band singt Kroymann Stücke von Randy Newman, den Rolling Stones und aus dem Repertoire von Dusty Springfield, mal hochemotional, mal auch ironisch. Im "Kulturjournal" stellt Maren Kroymann ihre Platte vor und berichtet über ihre Zeit des Aufbruchs, über ihre eigenen
"Sixties".

  • Mit Feuer malen: die Künstlerin Sandra Kranich im Oldenburger Kunstverein

Diese Ausstellung beginnt mit einem großen Knall - ganz im wörtlichen Sinne. Die Künstlerin Sandra Kranich malt mit Feuer und Rauch, gestaltet mit explosivem Material Skulpturen und Bilder. Im Oldenburger Kunstverein sind jetzt ihre großen mit Feuerwerkskörpern präparierten Installationen und Wandtafeln aus Metall zu sehen (ab 5. April bis 26. Mai 2013). Zur Eröffnung entzündet Sandra Kranich das Feuerwerk, für ein paar Momente werden Skulpturen und Wandtafeln lebendig - in einem Spektakel aus Farben, Licht und Rauch. Das "Kulturjournal" ist mit dabei und spricht mit der Künstlerin über das, was nach der Feuerwerksaufführung bleibt.

Dienstag, 09.04.13
10:30 - 11:00 (30 Min.)
Stereo Untertitel für Gehörgeschädigte