28.01.2014
20:15 Uhr
Putins Spiele Dokumentarfilm Deutschland 2013 | arte
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Die Stadt Sotschi an der russischen Schwarzmeer-Riviera, traditionelles Sommer-Resort von Russlands Reichen und Schönen, bekam vom Internationalen Olympischen Komitee die Winterspiele 2014 zugesprochen. Eine fragwürdige Wahl, denn in Sotschi werden damit erstmals Winterspiele in subtropischem Klima stattfinden. Auch im tiefsten Winter sinken die Temperaturen kaum unter acht Grad Celsius. Zwar beginnen gleich hinter der Stadt die Berge des Kaukasus, doch in der näheren Umgebung gibt es keinerlei Wintersporttradition. Der Dokumentarfilmer Alexander Gentelev wirft einen Blick hinter die Kulissen der russischen Machtpolitik.

Was passiert dort, wenn sich Russland den olympischen Traum Vladimir Putins erfüllen will? Wie korrupt ging und geht es bei der Vorbereitung auf die XXII. Olympischen Winterspiele in Sotschi 2014 zu, in einem Ort, dessen subtropisches Klima eine Wintersport-Veranstaltung als absurd erscheinen lässt. Wer gewinnt und wer verliert, noch bevor der erste Wettkampf begonnen hat? Wie kam es, dass Sotschi trotz schlechter Bewertung der Olympiabewerbung die Spiele zugesprochen bekam? Wie bringen die russischen Veranstalter nun das Kunststück fertig, einen traditionellen Sommerfrischeort in ein Wintersportparadies zu verwandeln? Was geschieht hinter den von Spezialkräften strengstens bewachten Zäunen der russischen Olympia-Baustelle?

Die Antworten auf diese drängenden Fragen geben Profiteure des Baubooms aus dem In- und Ausland, Insider der Baubranche, die das Kickback-System, also das System der verdeckten Provision, kennen, Vertreter der Behörden und des Staates, geschädigte Bürger, die ihre Häuser und Grundstücke verloren haben und folglich zwangsumgesiedelt wurden, und nicht zuletzt Umweltaktivisten.

Die Machtelite Russlands setzt um jeden Preis ein Projekt durch, das dem gesunden Menschenverstand widerspricht. Die Realisierung der absurdesten Olympischen Spiele der Geschichte beruht auf der systemimmanenten Korruption in Russland, in der sich eine kleine politische Elite auf Kosten des Staatshaushalts und der einfachen Leute bereichert.

Der renommierte Dokumentarfilmer Alexander Gentelev arbeitet in "Putins Spiele" neben dem Tragischen ganz bewusst das Absurde heraus. Er zeigt Sotschi 2014 als Farce, in der ein allmächtiger Herrscher sich langweilt und die Puppen tanzen lässt.

Absicht des russisch-israelischen Filmemachers Alexander Gentelev ist es, den Blick hinter die Kulissen der Machtpolitik Russlands zu lenken und dem Zuschauer die maßlose Größe der politischen Ambitionen des Kreml vor Augen zu führen. Wie schon seine mehrfach ausgezeichneten Filme "Diebe im Gesetz" (auch bekannt unter dem Titel "Die Ehre der Paten - Russlands Mafia") und "Oligarchen" ist die aktuelle Regiearbeit von Alexander Gentelev "Putins Spiele" ein investigativer Dokumentarfilm. Denn auch dieser Film beruht auf jahrelangen Recherchen.

Dienstag, 28.01.14
20:15 - 21:45 (90 Min.)
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