• 17.07.2017
      23:40 Uhr
      37 Grad: Nichts zu holen 3sat
       

      Wenn Gerichtsvollzieher an einer T√ľr klingeln, wissen sie nicht, was sie erwartet: eine alleinerziehende Mutter mit schwerem Schicksal oder ein psychisch Kranker mit Messer in der Hand."37¬į" begleitet zwei Gerichtsvollzieher bei ihrer schwierigen Arbeit: Andrea Wolff in Bremen und Bj√∂rn Ellendt in Berlin.

      Montag, 17.07.17
      23:40 - 00:10 Uhr (30 Min.)
      30 Min.

      Wenn Gerichtsvollzieher an einer T√ľr klingeln, wissen sie nicht, was sie erwartet: eine alleinerziehende Mutter mit schwerem Schicksal oder ein psychisch Kranker mit Messer in der Hand."37¬į" begleitet zwei Gerichtsvollzieher bei ihrer schwierigen Arbeit: Andrea Wolff in Bremen und Bj√∂rn Ellendt in Berlin.

       

      Sie suchen nach Bargeld, pf√§nden Wertsachen und setzen s√§umige Mieter auf die Stra√üe. Das geht nie ohne Konflikte und selten ohne Gef√ľhle.Mit richterlichem Beschluss d√ľrfen sie die Wohnung eines Schuldners betreten - wenn es sein muss, mit Gewalt. Rund 4200 Gerichtsvollzieher, darunter etwa 1600 Frauen, sind tagt√§glich in Deutschland unterwegs. Andrea Wolff ist alleinerziehende Mutter zweier Kinder und hat ihren eigenen Weg gefunden, sich durchzusetzen: Die 47-J√§hrige, seit 17 Jahren im Beruf, spielt nicht die knallharte Vollstreckerin, sondern versucht, mit einf√ľhlsamen Gespr√§chen eine Br√ľcke zu den Schuldnern zu bauen. "Ich profitiere davon, eine Frau zu sein. Denn anders als meine m√§nnlichen Kollegen muss ich mir nichts beweisen. M√§nner provozieren schon mal einen Konflikt."Mitleid, gar Tr√§nen - das ist nicht die Sache von Bj√∂rn Ellendt. Auch er ist Gerichtsvollzieher. Sein Bezirk seit 25 Jahren: Obersch√∂neweide in Berlin Treptow-K√∂penick. Das Viertel lebte einmal von Gro√üunternehmen wie Samsung und AEG. Beide sind lange fort, die Arbeitslosigkeit ist hoch. Ellendt kennt bei manchen Klingelschildern mit zehn Namen vier schicksalhafte Geschichten. "Seit Jahren blicke ich nur noch in verm√ľllte Wohnungen und leere Gesichter. Die Leute haben nichts mehr, das sich zu beschlagnahmen lohnt." Nat√ľrlich sei es nicht sch√∂n, eine Familie vor die T√ľr zu setzen, weil sie seit vier Monaten ihre Miete nicht bezahlt. "Aber ich h√§tte den falschen Job, wenn Jammern mich milde machen w√ľrde. Wer w√ľrde mich dann noch ernst nehmen?", sagt der 57-J√§hrige. Gerichtsvollzieher werden angeschrien, angerempelt, angespuckt. Einmal wurde Bj√∂rn Ellendt krankenhausreif gepr√ľgelt. Seitdem achtet er immer darauf, einen Fluchtweg zu haben. Ellendts Schlosser tr√§gt eine schusssichere Weste, seit ihm ein Schuldner ein Messer zwischen Herz und Lunge gerammt hat. Auch Andrea Wolff wurde einmal mit einem Messer angegriffen - von einer psychisch kranken Frau. Ihr Job verlangt viel von den Gerichtsvollziehern. Neben Menschenkenntnis ist seelische Belastbarkeit gefragt: Wie geht man damit um, wenn man einer alleinerziehenden Mutter mit zwei Kindern die Wohnung wegnehmen muss? Was tun, wenn Menschen weinend zusammenbrechen? Aber auch: Wie reagiert man, wenn Schuldner sich mit L√ľgen aus der Aff√§re zu ziehen versuchen - oder gar gewaltt√§tig werden? Bj√∂rn Ellendt und Andrea Wolff l√∂sen die Aufgabe auf ihre ganz eigene Weise. Der Film zeigt, wie die Gerichtsvollzieher mit diesen Herausforderungen umgehen und wie ihr Job sie als Menschen pr√§gt.

      Gerichtsvollzieher zwischen Gesetz und Mitgef√ľhl; Film von Daniela Hoyer; Erstsendung 11.07.2017

      Dokumentation

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      Montag, 17.07.17
      23:40 - 00:10 Uhr (30 Min.)
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