• 06.01.2011
      20:15 Uhr
      Faust Sonnengesang Filmgedicht von Werner Fritsch | ARD-alpha
       

      Das Filmgedicht "Faust Sonnengesang" ist ein experimentelles Großprojekt. Werner Fritsch unternahm mit einer "Faust-Keil-Kamera" den Versuch, den "jüngsten Film" bewusst zu gestalten.

      Donnerstag, 06.01.11
      20:15 - 23:15 Uhr (180 Min.)
      180 Min.
      Stereo

      Das Filmgedicht "Faust Sonnengesang" ist ein experimentelles Großprojekt. Werner Fritsch unternahm mit einer "Faust-Keil-Kamera" den Versuch, den "jüngsten Film" bewusst zu gestalten.

       

      Stab und Besetzung

      Redaktionelle Zustaendigkeit Werner Fritsch
      Redaktion Eva Maria Steimle

      Der "jüngste Film" ist der Film, der im Kopf eines Menschen abläuft, wenn er für immer die Augen schließt.

      Das "Ich" dieses Films, stellvertretend für jeden, der diesen Film sieht, sieht naturgemäß Bilder des eigenen Lebens, Bilder der eigenen Träume und Alpträume. Das "Faustische" an diesem Film ist die Gnade, diesen "jüngsten Film" selber gestalten zu dürfen, also diejenigen Augenblicke und Träume, zu denen man sagen will: Verweile doch, du bist so schön!

      Mephisto, verbunden mit den eher apokalyptischen Alpträumen und Walpurgisnacht-Visionen, und Mephista, erscheinen in vielfacher Gestalt, sprechen mit immer anderen Stimmen, helfen diese Augenblicke zu memorieren oder die Träume, die freilich immer wieder in Alpträume umschlagen können, zu kreieren.
      Ausgelöst durch einen Unfall, läuft der Traum unseres Lebens vor unseren geschlossenen Augen ab.
      Was will man sehen? Was fürchtet man zu sehen? Was träumt man zu sehen?
      Jemand geht auf eigene Faust durch das Labyrinth seines Lebens, geht durch eine Höhle, die sein Kopf ist - oder sein Herz, Stein geworden.

      Mephisto oder Mephista erscheinen und realisieren seine Träume, oftmals führen sie ihn auf Reisen.
      Dieser Film ist der Versuch, den Faust-Stoff zu öffnen: Sowohl bildlich gesprochen als auch wörtlich genommen gleicht dieser Film einer Faust, die sich öffnet, jeder Finger entspricht einem Kontinent.
      Man weiß nicht, was kommt. Man weiß nur: Nur wer geht, weiß was kommt...

      Zu hören sind die Stimmen von: Ulrich Matthes, Jens Harzer, Käthe Reichel, Jennifer Minetti, Corinna Harfouch, Irm Hermann, Maria Happel u.a.

      • Zu Werner Fritsch:

      Er wurde 1960 in Waldsassen/Oberpfalz geboren. Seine Arbeiten wurden u.a. mit dem Robert-Walser-Preis, dem Hörspielpreis der Kriegsblinden, dem Else-Lasker-Schüler-Preis ausgezeichnet. Für sein Hörspiel "Enigma Emmy Göring" erhielt er die Auszeichnung als Hörspiel des Jahres 2006 und für das Hörspiel "Dieser Augen Blick" bekam er den RBB-Kurzhörspielpreis "Kurz und gut" 2009.
      Fritsch veröffentlichte zahlreiche Bücher, Theaterstücke und Hörspiele und drehte u.a. die Filme DAS SIND DIE GEWITTER IN DER NATUR, ICH WIE EIN VOGEL und das Filmgedicht FAUST SONNENGESANG (2010 für BR-alpha)
      Er ist Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.

      • Filmemacher Werner Fritsch zur "Faust-Keil-Kamera":

      Für diesen Faust-Film habe ich über Jahre eine Technik entwickelt, die Kamera zu handhaben wie einen Faust-Keil. Auf diese Weise entstehen Bilder, die weder statisch die Welt abbilden noch Bilder, die nur abstrakt, also computergeneriert, sind. Sondern es entstehen Bilder, die bereits in der Kamera durch die Faust-Keil-Bewegungen die "reale Welt" in neuer Gestalt erscheinen lassen: Das Sehen wird körperlich, die Gegenstände werden aus vielen Perspektiven gezeigt, der Fluss der Atome wird visualisiert. Auf allen Kontinenten wurden die ältesten Zeichen, z.B. Felszeichnungen, und die Zeichen der Gegenwart aufgezeichnet und in poetische Kollision gebracht. Und, soweit vorhanden, finden sich älteste Wachswalzenaufnahmen sowie Musiken und Geräusche der Gegenwart, auch auf der Tonspur.

      Auch auf der Text-Ebene gibt es den Versuch, älteste Texte, ältestes Wissen in unser Jetzt zu übersetzen und mit dem eigenen Erleben und den eigenen Träumen zu verbinden.

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      Donnerstag, 06.01.11
      20:15 - 23:15 Uhr (180 Min.)
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