Um eine Sendung vormerken zu können, müssen Sie sich einloggen bzw. registrieren.
In dem Film erzählen Bölls Sohn René, sein Neffe Clemens, Siegfried Lenz und Günter Wallraff, sein ehemaliger Lektor Dieter Wellershoff, Verleger Reinhold Neven Du Mont und viele andere über ihre Begegnungen mit dem bedeutenden Schriftsteller.
Heinrich Böll gilt als einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller der Nachkriegszeit. Aber auch Bölls politisches Engagement sorgte für viele Schlagzeilen und spaltete Zeit seines Lebens die Nation. 1969 warb er im Bundestagswahlkampf offensiv für Willy Brandt, und auch sein Engagement für die Friedensbewegung erhitzte viele Gemüter. 1972 erhielt er den Nobelpreis; im selben Jahr sorgte er für einen innenpolitischen Skandal, als er sich öffentlich für einen menschlicheren Umgang mit den Terroristen der RAF einsetzte. Auch die Beziehung zu seiner Heimatstadt Köln war schon zu Lebzeiten keine einfache, dem Wiederaufbau nach dem Krieg stand er äußerst kritisch gegenüber. Im heutigen Stadtbild der Domstadt ist nur wenig von dem berühmten Literaturnobelpreisträger sichtbar. Am 3. März 2009 stürzte dann noch das Kölner Stadtarchiv ein und begrub Bölls Nachlass unter sich. Wie viele seiner Dokumente gerettet werden konnten, ist immer noch unklar. In den Köpfen der Menschen, die ihn kannten, ist Heinrich Böll aber immer noch ein mehr als "lebendiger" Zeitgenosse. Die Filmautorin Ulrike Brincker geht an die Orte, die Böll prägten, wie etwa die Gassen in der Kölner Südstadt. Später verarbeitete Böll seine Erinnerungen an das proletarische Köln in vielen seiner Romane und Erzählungen. Wer Böll heute wieder liest, entdeckt einen sehr modernen Autor, der in schönen klaren Worten die Welt beschrieb, in der er lebte, gegen die er Feldzüge führte und die er immer wieder liebte.