Begonnen hat alles mit 1.500 nummerierten, sorgfältig verschnürten Briefen. Liebesbriefe, die sich Lew und Swetlana Mischtschenko geschrieben haben, als Lew in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg als politischer Häftling in einem der berüchtigten stalinistischen Arbeitslager inhaftiert war.
Ohrclip - Der Literaturabend
"Schick einen Gruß, zuweilen durch die Sterne"
Von Orlando Figes
Im Jahr 2007 entschieden sich die beiden, ihren privaten Briefschatz dem Moskauer Memorial Archiv zu schenken: ein unschätzbarer Fund für Historiker wie Orlando Figes. Doch Figes hat die Briefe nicht nur wissenschaftlich aufgearbeitet, sondern zur Grundlage eines bewegenden Buches gemacht. Er zeichnet die Lebensspur von Lew und Swetlana nach, folgt ihnen bis in den hohen Norden ins Arbeitslager, lässt ihre Briefe sprechen. Das Buch ist Zeugnis eines der düstersten Kapitel der Sowjetunion - und erzählt zugleich eine unglaubliche Liebesgeschichte, die Maria Schrader und Stephan Benson mit großer Präsenz in Szene setzen.
Redaktion Volker Schaeffer


