Schlafen für die Wissenschaft - Was geschieht im Schlaflabor?
Von Anna Tillack
Knapp eine Million Patienten erhielten nach Berechnungen der Techniker Krankenkasse im vergangenen Jahr Schlafmittel. Ärzte diagnostizieren inzwischen über 100 schlafbezogene Störungen. Für Schlaflose können die rastlosen Stunden in der Nacht zur Qual werden, mit Verdauungsproblemen und Kopfschmerzen als Folge. Eine wichtige Anlaufstation für viele Patienten ist das Schlaflabor. Elektroden messen dort Atmung, die Sauerstoffversorgung und den Wechsel der Schlafphasen. In den normalen sieben bis acht Stunden Schlaf eines Erwachsenen sollte der Körper mehrmals in Leicht- und Tiefschlafphasen wechseln. Bei manchen Patienten ist dieser Zyklus gestört, andere können den Alltag nicht aus ihrem Schlafzimmer verbannen. Das Nicht-Schlafen-Können wird gedanklich thematisiert und wächst sich zur allabendlichen Bedrohung aus. Umfragen zeigen, dass mehr als 10 Prozent der Erwachsenen ihren Schlaf als nicht erholsam bezeichnen, wofür jedoch nicht zwingend schlafmedizinische Erkrankungen die Ursache sind. Neueste Erkenntnisse aus dem Schlaflabor zeigen, dass organische oder psychische Erkrankungen den Patienten den Schlaf rauben. Wissenschaftler hoffen, im Schlaflabor nicht nur die Geheimnisse des Schlafs, sondern auch die des Wach-Seins zu sehen und zu entschlüsseln.


