• 26.11.2011
      23:15 Uhr
      Metropolis Moderation: Anja Höfer | arte
       
      • No Fashion, please! - Fotografie zwischen Gender und Lifestyle
      • Kulturhauptstadt Maribor
      • Cut! Cut! Cut! - Cosima von Bonins Show
      • Fotos des Südafrikaners Pieter Hugo
      • Spielfilm-Debüt - "Romeos"
      • Stasihaftkrankenhaus Hohenschönhausen
      Samstag, 26.11.11
      23:15 - 00:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo
      • No Fashion, please! - Fotografie zwischen Gender und Lifestyle
      • Kulturhauptstadt Maribor
      • Cut! Cut! Cut! - Cosima von Bonins Show
      • Fotos des Südafrikaners Pieter Hugo
      • Spielfilm-Debüt - "Romeos"
      • Stasihaftkrankenhaus Hohenschönhausen
       

      Stab und Besetzung

      Moderation Anja Höfer
      Sonstige Mitwirkung Schnittstelle Köln
      • No Fashion, please! - Fotografie zwischen Gender und Lifestyle

      Die Kunsthalle Wien stellt in 19 Einzelpräsentationen die internationale zeitgenössische Fotografieszene vor, die sich mit der Beziehung von Körper und Bekleidung auseinandersetzt. Wie verändern Fashionprodukte das Erscheinungsbild des Menschen? Welche Wunschvorstellungen liegen dem modischen Auftreten zugrunde? Wie verändert sich die Ästhetisierung des Körpers mit den verschiedenen Moderichtungen? All diese Fragen stellen sich die Künstler in verschiedenen Medien; neben den Fotografien werden Projektionen, Performances, Körperskulpturen, Videos und Filme gezeigt. "Metropolis" hat die Eröffnung in Wien besucht.

      • Europa im Kleinen: Die Kulturhauptstadt Maribor

      Nur noch wenige Wochen, dann darf sich das slowenische Maribor zusammen mit fünf anderen Städten für ein Jahr mit dem Titel "Kulturhauptstadt Europas" schmücken. In Maribor müssen die Künstler und Veranstalter um Generaldirektorin Suzana Zilic Fiser und Programmchef Mitja Cander historische Traditionen mit frischen Ideen verbinden. Auf den ersten Blick wirkt die zweitgrößte Stadt Sloweniens mit gerade einmal 116.000 Bewohnern fast so gemütlich und überschaubar wie zur Zeit der Habsburger. Wer aber genauer forscht, wird belohnt, findet zwischen Kathedrale und Burg, altem Rathaus und umgebenden Weinbergen eine lebendige Szene. Metropolis startet zu einer persönlichen Führung, trifft Kreative aus Musik und Performance, Urban Design und Kunst in alten Villen, Hinterhöfen und coolen Ateliers. Und nebenbei lernen wir auch noch die besondere Küche und Kneipenkultur Sloweniens kennen.

      • Cut! Cut! Cut! - Cosima von Bonins Show im Museum Ludwig in Köln

      Die Besucher werden in dieser Ausstellung sehr ungewöhnlichen Figuren begegnen: Einem überdimensionalen Stoffhasen namens "Purple Sloth Rabbit", der faul auf dem Rücken liegt, einem langnasigen Pinocchio, der auf einem Schiedsrichterstuhl in luftiger Höhe sitzt mit dem Namen "Tagedieb" und vielen weiteren weichen, textilen Arbeiten. Allen gemeinsam ist das Motiv "Faulheit", das die Künstlerin in verschiedensten Materialien und Stilen umsetzt. Cosima von Bonin hat zusätzlich Kulturschaffende aus Musik, Theater, Film und Kunst eingeladen, sich an der Ausstellung in ihrer Heimatstadt zu beteiligen: So lesen zur Eröffnung René Pollesch und Dirk Lowtzow ein Stück und Moritz von Oswald legt im Anschluss Musik auf.

      • Globales Müllgeschäft: Die Fotos des Südafrikaners Pieter Hugo

      Jährlich fallen nach Schätzung der UN weltweit 50 Millionen Tonnen Elektromüll an. Der Handel mit dem toxischen Schrott unseres Informationszeitalters floriert: Als Gebrauchtware deklariert gelangt er auf dubiosen Wegen nach Asien und Afrika und zerstört dort nachhaltig die Umwelt und die Gesundheit der Menschen, die ihn recyceln. Die Problematik der Vergiftung der Armen durch den Wohlstandsmüll der Reichen ist bekannt, hat aber bisher weder zu verschärften Ausfuhrkontrollen noch zu einem Verzicht der Hersteller auf die Verarbeitung gesundheitsschädlicher Materialien geführt. Allein in Ghana landen monatlich 400 Container mit Elektroschrott an. Wie afrikanische Waisen vom Technoschrott des Westens leben und dabei ihre Gesundheit aufs Spiel setzen, hat der südafrikanische Fotograf Pieter Hugo auf einer Deponie am Stadtrand von Ghanas Hauptstadt Accra dokumentiert, einer jener Computer-Friedhöfe Afrikas, auf denen Kinder mit bloßen Händen, ohne Masken und Schutzkleidung den Giftmüll zerlegen- in der Kulisse einer Endzeitlandschaft aus brennender Erde, schwarzen Giftwolken und grauem Himmel. Seine erschütternden Momentaufnahmen von den Auswirkungen der globalisierten Marktwirtschaft sind jetzt als Bildband unter dem Titel "Permanent Error" erschienen.

      • Ungewöhnliches Spielfilm-Debüt - "Romeos"

      Es ist ein Liebesfilm, in dem es um Identität, die Suche nach der eigenen Sexualität und die Entdeckung des Körpers geht: um Scham, Geheimnis und Vertrauen. Und das in einer außergewöhnlichen Konstellation. Der Protagonist Lukas hat gerade in der Provinz sein Coming-Out hinter sich und kommt nach Köln, um seinen Zivildienst zu leisten. Doch im Zivi-Wohnheim ist kein Platz mehr frei und so landet Lukas als einziger Junge im Schwesternwohnheim. Als der eher zurückhaltende, unerfahrene Lukas auf den kraftstrotzend männlichen Fabio trifft, wird aus anfänglicher Faszination bald mehr. Doch sein Geheimnis wagt Lukas lange nicht preiszugeben. Die Regisseurin Sabine Bernardi hat 2005 bereits einen Dokumentarfilm über "Transgender" realisiert. Über Paare, bei denen ein Part eine Wandlung von Frau zu Mann vollzogen hat. Nach vielen Gesprächen und eingehenden Recherchen, hat sie das Drehbuch zu "Romeos" verfasst und Regie geführt. Es ist ein verblüffender Film, der es schafft, sensibel und lebensfroh die existentiellen Nöte des Transgender Mannes Lukas einzufangen. Und eigentlich ist es ein Film, der Pubertät abbildet. So wie sie mit all ihren Gefühlsverwirrungen, dem Entdecken des eigenen Körpers und der Suche nach Glück jeder durchlebt hat. "Metropolis" trifft die Regisseurin dort, wo der Film spielt: in Köln. Und spricht mit ihr über Körper und Identität, den Blick der Gesellschaft auf die Geschlechter und über die Herausforderung, ein Klischee- besetztes Thema jenseits gängiger Stereotype zu erzählen.

      • Medizin hinter Gittern - Das Stasihaftkrankenhaus Hohenschönhausen

      Es war das geheimste Krankenhaus der DDR: Das Haftkrankenhaus der DDR-Staatssicherheit. Wie die Patienten behandelt wurden, blieb auch nach dem Mauerfall unerforscht. Jetzt erst erscheint ein Buch, das das Verhältnis der Ärzte zu ihren Patienten, in diesem Fall Häftlinge der Staatssicherheit, beleuchtet. Die Ärzte - sie waren hochrangige Mitarbeiter der Staatssicherheit. Wem haben sie gedient? Der "Stasi" oder der Gesundheit ihrer Patienten, ihrem ärztlichen Ethos entsprechend?
      Metropolis blickt zusammen mit den Autoren des Buches sowie mit zwei ehemaligen Häftlingen dieses Krankenhauses zurück. Noch heute hat Rudolf Kunze die zynisch-drohende Frage des Stasioffiziers im Ohr, der ihn 1977 im Haftkrankenhaus Berlin-Hohenschönhausen vernommen hat: "Wer hat hier Krebs - Sie oder ich?" Damit wollte der Stasioffizier Aussagen des schwer krebskranken Häftlings erpressen und vor allem ließ er durchscheinen, dass davon die Entlassung, vielleicht sogar die Ausreise in die Bundesrepublik abhängen könnte. Auch Brigitte Bielke erinnert sich gut an die Zeit im Stasihaftkrankenhaus 1988: wie eine Kakerlake sei sie von Ärzten, Krankenschwestern und Stasi-Vernehmern behandelt worden. Schmerzstillende Medikamente und notwendige Hilfe wurden ihr vorenthalten. Sie leidet bis heute unter den gesundheitlichen Spätfolgen - ihre Ärzte und Vernehmer jedoch konnten juristisch nicht belangt werden.

      Neueste Filme und Bücher, Aktuelles aus Musik, Theater und Tanz präsentiert ARTE jede Woche in "Metropolis".

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      Samstag, 26.11.11
      23:15 - 00:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

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