• 18.05.2011
      20:15 Uhr
      Live aus Berlin: C. Abbado dirigiert G. Mahler Deutschland 2011 - Schwerpunkt: Wien 1900 | arte
       

      An 100. Todestag von Gustav Mahler erinnern die Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Claudio Abbado mit zwei Spätwerken, "Dem Lied von der Erde" und dem 1. Satz aus der Symphonie Nr. 10 in Fis-Dur, an den großen Wegbereiter der Moderne.

      Mittwoch, 18.05.11
      20:15 - 22:05 Uhr (110 Min.)
      110 Min.
      Stereo

      An 100. Todestag von Gustav Mahler erinnern die Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Claudio Abbado mit zwei Spätwerken, "Dem Lied von der Erde" und dem 1. Satz aus der Symphonie Nr. 10 in Fis-Dur, an den großen Wegbereiter der Moderne.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Michael Beyer
      Orchester Berliner Philharmoniker
      Dirigent Claudio Abbado
      Moderation Andrea Fies

      Gustav Mahler begann 1907 mit der Komposition seines "Liedes von der Erde" - das Jahr, in dem seine Tochter Maria starb, er nach einer antisemitischen Pressekampagne als Direktor der Wiener Hofoper zurücktrat und Ärzte bei ihm einen Herzfehler feststellten. Diese Schicksalsschläge veränderten Mahlers Leben und seinen Kompositionsstil. Er schuf einen Zwitter aus großformatiger Symphonie und intimem Lied, den der abergläubische Mahler aber nicht seine "Neunte" nennen wollte, weil sie nicht - wie bei Beethoven und Bruckner - seine letzte werden sollte. Als Texte wählte er chinesische Gedichte aus dem 8. Jahrhundert, die zwischen Melancholie, Sinnlichkeit und Resignation changieren. Nach der jeden Rahmen sprengenden "Symphonie der Tausend" ist "Das Lied von der Erde" besonders im letzten Teil geprägt von Abschied und Verlust, mit im Nichts verebbenden Klängen.

      Von der 10. Symphonie, deren Komposition er 1910 begann, konnte Mahler nur den 1. Satz vollenden. Wie "Das Lied von der Erde" ist auch dieser thematisch geprägt von Schmerz und Sehnsucht nach dem Jenseits, stößt aber kompositorisch das Tor in die Moderne weit auf: Im Schlussteil gipfelt er in einer neuntönigen Dissonanz, einem bis dahin in mehrfacher Hinsicht unerhörten Klang.

      Claudio Abbado zählt zu den besten Mahler-Kennern und -Dirigenten unserer Zeit, seine Aufführungen und Einspielungen gelten als Referenzpunkte aktueller Mahler-Interpretation. Schon früh hat Abbado seine musikalische Liebe zu Mahler entdeckt: Anfang der 60er Jahre, der Zeit der großen Mahler-Renaissance, war er Assistent Leonard Bernsteins, der gerade an seiner Gesamteinspielung der Symphonien arbeitete.

      1965 gelang Abbado der internationale Durchbruch bei den Salzburger Festspielen - mit der Aufführung der "Auferstehungssymphonie". Bei seinem Antrittskonzert als Chefdirigent der Berliner Philharmoniker dirigierte er Mahlers 1. Symphonie, bei seinem Abschied dessen 7. Auch bei Abbados Orchester-Neugründungen - Gustav Mahler Jugendorchester 1986, Mahler Chamber Orchestra 1997 und Lucerne Festival Orchestra 2003 - stand der Komponist Pate.

      Claudio Abbados intime Kenntnis und fesselnde Deutung von Mahlers Symphonik lässt Publikum und Kritiker immer wieder staunen: Die "Süddeutsche Zeitung" schwärmt von der "nicht zu beschreibenden Magie, wenn Musiker eines Orchesters, vom Dirigenten dazu beschworen, wie in Trance aufeinander hören." Und die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet von "Momenten eines atemlosen, bis aufs äußerste beredten Schweigens, in dem es keine Worte mehr gibt und dennoch alles gesagt scheint - im Konzertsaal sind sie Augenblicke der Erfüllung." ARTE zeigt diese Sternstunden der Musik.

      Aus Anlass des 100. Todestages Gustav Mahlers, er starb am 18. Mai 1911, schaut ARTE in Konzerten und Portraits auf Leben und Werk des Komponisten vor dem Hintergrund des künstlerischen Wiens am Beginn des 20. Jahrhunderts.

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      Mittwoch, 18.05.11
      20:15 - 22:05 Uhr (110 Min.)
      110 Min.
      Stereo

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