09.11.2012
19:15 Uhr
Länder - Menschen - Abenteuer Goldrausch im Himalaya | EinsPlus

"Goldrausch im Himalaja" heißt das neueste Projekt des renommierten Fotografen und Filmemachers Eric Valli. Der in Paris und Katmandu lebende Franzose erzählt in atemberaubenden Bildern eine gleichermaßen kuriose wie spannende Schatzsuche, zu der sich in den nepalesischen Bergen im Frühjahr ganze Dorfgemeinschaften aufmachen. Was sie in Höhen bis zu 5000 Metern suchen, ist weder ein Metall noch ein Edelstein, sondern eines der wertvollsten Heilmittel der traditionellen tibetischen und chinesischen Medizin: der Yarsagumbu.

Ein Wundermittel, das schon von den Ming-Kaisern geschätzt wurde und das heute am Umschlagplatz Hongkong für 40.000 Euro pro Kilo gehandelt wird. Es handelt sich um einen etwa zwölf Zentimeter langen, dünn-knorrigen Raupenpilz. Wörtlich übersetzt bedeutet Yartsa Gumbu "Sommergras-Winterwurm". Tatsächlich handelt es sich um eine faszinierende Verbindung von Pflanze und Tier. Sie kommt zustande, wenn die in der kalten Jahreszeit eingegrabene Yarsagumbu-Raupe von einem Parasitenpilz, dem Cordyceps, befallen wird. Dieser wächst in ihr heran und ernährt sich möglichst lange von ihr, ohne ihre lebenswichtigen Organe zu beschädigen. Erst im Frühjahr sprengt er den Raupenkörper und wächst aus dem Kopf heraus an die Erdoberfläche. Pro Jahr werden im Himalaja bis zu 200 Tonnen des Raupenpilzes gesammelt. Er soll die Abwehrkräfte stärken und - wie könnte es anders sein - als Aphrodisiakum wirken. Eine wissenschaftliche Bestätigung gibt es dafür nicht, aber die chinesische Medizin preist das Wundermittel seit mehr als 300 Jahren. Inzwischen ist der Hype um das "Himalaja-Viagra" auch in Amerika und Europa angekommen.

Eric Valli begleitet eine Familie der Region Dolpo im Norden Nepals, wenn sie im Mai aufbricht, um den kostbaren Pilz in entlegenen Höhen zu suchen. Schon zwei der winzigen Pilze bringen so viel ein wie ein Tag Arbeit im Straßenbau. Wie viele verlässt sich der Bergbauer Suga Lal vor allem auf seine Kinder, denn mit ihren scharfen Augen entdecken sie den unscheinbaren Pilz viel hleichter als die Erwachsenen. Vor allem der achtjährige Sohn Raj erweist sich als talentiert und erfolgreich. Obwohl der Vater die erste Ausbeute in einem der Bergcamps beim Würfelspiel gleich wieder verliert, erntet die Familie am Ende doch eine ansehnliche Menge, die sie schließlich einem Zwischenhändler übergeben kann. Dieser reist nach Hongkong, wo Großhändler sitzen, die die Ernte der Bergbauern quasi zu Goldpreisen

Freitag, 09.11.12
19:15 - 20:00 (45 Min.)
Stereo