11.05.2013
13:00 Uhr
THEMA: 824. Hamburger Hafengeburtstag Moderation: Michael Kolz | PHOENIX

Hamburg feiert vier Tage Hafengeburtstag. Mit der Einlaufparade beginnt der 824. Hamburger Hafengeburtstag offiziell. Ein ökumenischer Gottesdienst im Hamburger Michel leitet den Hafengeburtstag am Nachmittag ein. "Hamburg macht an diesem Tag sein Tor zur Welt noch etwas weiter auf", sagte Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) in einer Ansprache. Der Shanty-Chor De Tampentrekker sorgte für die musikalische Einstimmung auf das größte Hafenfest der Welt. Der Hafengeburtstag dauert einen Tag länger als in den vergangenen Jahren. Grund für die Ausdehnung auf vier Tage: Christi Himmelfahrt.

"Viele Besucher kommen durch den Feiertag schon früher in die Stadt, und da haben wir beschlossen, den Hafengeburtstag zu verlängern", sagte eine Sprecherin der Stadt im Vorfeld.

Im Anschluss an den Gottesdienst eröffnen Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) und der italienische Tourismusminister der Region Ligurien, Angelo Berlangieri, das Fest ganz offiziell - an Bord des Windjammers "Rickmer Rickmers".

Höhepunkt des ersten Tages wird die Einlaufparade sein, die um 16 Uhr beginnen soll. Sie wird in diesem Jahr von der "Gorch Fock" angeführt. Anschließend ist ab 17.30 Uhr auch noch eine kleine Parade der Museumsschiffe vor den Landungsbrücken zu sehen.

Der 824. Hamburger Hafengeburtstag steht vor der Tür: NDR Reporter Christian Buhk hat sich deshalb mit zwei Menschen getroffen, die ganz genau wissen, was man nicht verpassen sollte.

Zu den traditionellen Einlauf- und Auslaufparaden beim größten Hafenfest der Welt werden den Angaben zufolge jeweils rund 300 Schiffe und Wasserfahrzeuge erwartet. Die weiteste Anreise hat die "Cisne Branco", das Schulschiff der brasilianischen Marine, wie NDR 90,3 berichtete. Die "Gorch Fock" kam bereits am Dienstag nach Hamburg, auch die neue "Alexander von Humboldt II" und die russischen Windjammer "Kruzenstern" und "Mir" haben sich angemeldet. Die Schiffsliegeplätze von Altona bis zu den Elbbrücken sind seit Wochen ausgebucht. Zu den Höhepunkten gehören auch das Schlepperballett sowie ein großes Feuerwerk am Sonnabend.

13 Kreuzfahrtschiffe laufen zu den Feierlichkeiten in Hamburg ein - so viele wie nie zuvor. Die MS "Europa 2" wird am Freitag vor Blankenese getauft. Im offiziellen Programm des Volksfestes taucht die Taufe allerdings nicht auf. Einen Tag später bietet die "Mein Schiff" ein Open-Air-Konzert vor den Landungsbrücken - als Höhepunkt einer Heavy-Metal-Kreuzfahrt mit 2.000 Gästen und 20 Bands. Auch die "Queen Mary 2" und das TV-"Traumschiff", die MS "Deutschland", werden zum Hafengeburtstag erwartet.

Die Stadt Hamburg als Veranstalterin rechnet mit insgesamt rund 1,5 Millionen Besuchern. An Land gibt es von der Kehrwiederspitze bis zur Fischauktionshalle eine große Festmeile, auf der rund 500 Schausteller ihre Gastronomiestände und Fahrgeschäfte präsentieren. Partnerland ist 2013 Italien - im Fokus stehen die Region Ligurien und ihre Köstlichkeiten.

PHOENIX berichtet ausführlich über die Programm-Highlights rund um das Hafenbecken und die Landungsbrücken. Präsentiert werden u. a. die Shanty-Chöre, die Einlaufparade und das traditionelle Schlepperballett.

Außerdem in dieser Sendung:

  • Hamburgs Hafenmeile - Fischhändler, Bordsteinschwalben, Glaspaläste - eine Dokumentation von Veit Bentlage

Nirgendwo in Hamburg stoßen Alt und Neu so unmittelbar aufeinander wie auf dem Fischmarkt. Seit 125 Jahren verkaufen hier Händler viele Tonnen Fisch, in alten Kneipen werden Seemannslieder gespielt und die letzten Bordsteinschwalben warten auf Freier. Doch die Hafenmeile in Hamburg wandelt sich: Es sind glänzende Büro- und Parkhäuser aus Glas und Stahl entstanden. Auch das gesamte Elbufer wurde neu gestaltet.
Anfang 2012 sind die neuen Wohnungen im Luxuswohnturm "Kristall" bezogen worden. Ein paar Meter weiter hat sich der weltberühmte Architekt Teherani in einem schmucken Glaspalast eingerichtet. Gegenüber backt ein Konditor Design-Torten und ein Modefriseur bietet seine Dienste an. Die Elbmeile entwickelt so ein erstaunliches Nebeneinander von moderner Urbanität und maritimer Tradition, von rauem Hafenalltag und neuer Architektur. Der Fischmarkt als Kontrast zum neuen glänzenden Stadtdesign. Die alteingesessenen Bewohner begrüßen den Wandel. Doch sie reagieren skeptisch, wenn die neuen Nachbarn sich dem Miteinander auf dem Fischmarkt verweigern und sich diskret in ihre millionenschweren Lofts zurückziehen. Noch hat das Quartier sein altes Flair. Doch wenn hier nur noch saniert und neu gebaut wird, geht die alte Fischmarkt-Atmosphäre verloren, befürchten sie.

  • Koks, Container und Kontrollen - Einsatz im Hamburger Hafen - eine Dokumentation von Rita Knobel-Ulrich

Heute Nacht ist der Bananendampfer die Elbe hoch geschippert, jetzt um sieben Uhr morgens ist er fällig, wie alle Containerschiffe und Stückgutfrachter aus Ecuador, Mexiko oder Kolumbien - den "klassischen Drogenrouten". Dann kriecht Torsten Ahrens mit seinen Männern vom Zoll - im Hamburger Hafen nennt man sie respektvoll die "schwarze Gang" - in alle Ladeluken. Auf der Suche nach Drogen nehmen die Zöllner die Verkleidungen der Container ab, stochern unter Holzpaletten und kontrollieren unter den Tauen. Die Polizeitaucher machen sich bereit, das Schiff von unten abzusuchen, die Drogenhunde hecheln durch die Luken. Schon zwei Mal in diesem Jahr sind ihnen spektakuläre Funde gelungen - in angeblichen Holzbriketts und in der Deckenverkleidung der Kombüse. Die Kollegen von der zweiten Schicht prüfen eine Fracht aus Shanghai und bekommen erst einmal einen elektrischen Schlag.

"Kinderspielzeug soll das sein?", brummt einer der Männer: "Das ist ja lebensgefährlich! Das Zeug geht zurück nach China!" Auf dem Bananendampfer sind derweil Polizeikommissar Helms und Obermeister Beuße von der Hafenpolizei eingerückt. Ein Philippino will abmustern, sein Jahr an Bord ist um. Er fliegt von Hamburg aus nach Manila und braucht ein Einreisevisum. Die anderen Matrosen gucken ein bisschen sehnsüchtig: sie fahren noch zweimal Hongkong - Hamburg.
Die Männer vom Zoll und der Polizei machen erst einmal Pause in der "Kaffeeklappe" bei Karin. Die "Kaffeeklappe" ist nicht mehr als eine lütte windschiefe Bude, aber im Hafen so unverzichtbar wie die Überseebrücke. Karin schmiert seit vier Uhr morgens Käsebrötchen, macht Würstchen heiß und kocht Kaffee, so stark, dass der Löffel darin steckenbleibt. Karin kennt und duzt sie alle: ob einer in dunkelblauem Anzug aus dem Kontor kommt, ein tätowierter Hafenarbeiter oder einer von der "schwarzen Gang".

Die ZDF.reportage begleitet die Arbeit der Zöllner und Polizisten in Deutschlands größtem Hafen. In drei Schichten arbeiten die Beamten rund um die Uhr. 12 000 Schiffe gehen hier im Jahr vor Anker, eine logistische Herausforderung.

  • Mega-Schiffe - Superlative mit Tiefgang - eine Dokumentation von Andrea Hauner und John Larose

Die Emma Maersk, das größte Containerschiff der Welt, ist ein wahrer Gigant der Meere, ein zwölfstöckiges, schwimmendes Lagerhaus mit Platz für 11.000 Container. Sie ist länger als ein Flugzeugträger und breiter als ein Fußballplatz. Im Jahr legt die Emma Maersk 170.000 Seemeilen zurück, umgerechnet reist die nur aus 13 Mann bestehende Besatzung also siebeneinhalbmal um die Erde.

Angetrieben wird die Emma Maersk von einem der größten Dieselmotoren der Welt, der außerdem äußerst treibstoffeffizient ist. Möglich wird der geringe Schwerölverbrauch durch ein modernes Recyclingsystem. Es fängt Motorwärme auf und leitet sie als Energie zurück in die Maschine. Ein Silikonanstrich sorgt für einen geringeren Widerstand des gewaltigen Rumpfes im Wasser.

Die Dokumentation begleitet den Schiffsgiganten auf seiner Reise von Malaysia nach Spanien, auf einer Strecke von 13.000 Kilometern, die vom Indischen Ozean bis ins Mittelmeer reicht. Schiff und Mannschaft durchqueren Piratengebiete, haben gefährliche Manöver zu bestehen und kämpfen gegen Maschinenprobleme sowie die glühende Äquatorsonne, die die Fracht bedroht. Dabei lautet das oberste Gebot für die Emma Maersk: Der Fahrplan muss unter allen Umständen eingehalten werden.

Samstag, 11.05.13
13:00 - 18:00 (300 Min.) VPS 14:15
Stereo