11.05.2013
01:30 Uhr
Berlin - Geheimoperation Tunnel Ein Film von Sam Benstead und Jonathan Hacker | PHOENIX

Die 50er Jahre waren politisch geprägt vom Kalten Krieg. Ost und West standen sich hochgerüstet und feindselig gegenüber. Jeder Konflikt konnte den Beginn eines neuen Weltkrieges bedeuten, dieses Mal mit dem Einsatz von Nuklearwaffen auf beiden Seiten. Vor diesem Hintergrund entwickelt sich 1954 die britisch-amerikanische "Operation Gold", eine der spektakulärsten Spionageunternehmungen der Nachkriegszeit. Es sollte ein Tunnel nach Ostberlin gegraben werden, um geheime Telefonate im sowjetischen Hauptquartier abzuhören.

In den 50er Jahren herrscht der Kalte Krieg zwischen Ost und West. Die verfeindeten Machtblöcke drohen, bei einem offenen Schlagabtausch Atomwaffen einzusetzen. Um mehr über die Absichten des Gegners zu erfahren, kommt es zu einer spektakulären Spionageaktion. Mitten in Berlin soll unbemerkt ein Tunnel bis unter den sowjetischen Sektor gegraben werden, um dort Telefonkabel aus dem sowjetischen Hauptquartier anzuzapfen und Telefonate nach Moskau abzuhören. Die versiertesten Spezialisten für schwierige Bauvorhaben vom Ingenieurskorps der US Army werden für die "Operation Gold" eingeflogen. Im Februar 1955 ist es dann soweit: Die Telefonkabel sind in Reichweite. Britische Spezialisten müssen nun aus dem Wust von Kabeln die richtigen herausfinden und sie so manipulieren, dass niemand etwas merkt. Dann gibt es am 21. April 1956 einen Wassereinbruch, der die Sowjets dazu bringt, die Kabelschächte zu untersuchen. Als schließlich Offiziere der Roten Armee den Tunnel und seine Funktion entdecken, feiern sich beide Seiten mit viel Propagandaaufwand in den Medien: die Amerikaner und Briten für ihren Wagemut und die gewonnenen Informationen, die Sowjets für die Aufdeckung einer Aktion des "imperialistischen Westens".

Aber damit ist die Geschichte der "Operation Gold" noch nicht zu Ende. 1962 wird George Blake, einer der entscheidenden britischen Geheimdienstoffiziere, als sowjetischer Spion entlarvt. Es wird klar, dass Moskau von Anfang an über die Aktion informiert war. Damit scheint die Operation gescheitert, ein großer Batzen des US-Miltärbudgets wurde buchstäblich in den Sand gesetzt. Erst die Analyse jüngst geöffneter Geheimdokumente lässt noch eine andere Schlussfolgerung zu. Die Beteiligten von damals durften bislang nie über ihre Beteiligung an "Operation Gold" reden. In dieser Dokumentation sprechen sie über ihre Erlebnisse und Erinnerungen und setzen zum ersten Mal das vollständige Bild dieser hoch geheimen Aktion zusammen.

Nacht von Freitag auf Samstag, 11.05.13
01:30 - 02:20 (50 Min.)
Stereo