• 10.11.2013
      23:15 Uhr
      Ilse Koch - Die Hexe vom Buchenwald PHOENIX
       

      Es ist einer der Aufsehen erregendsten Prozesse der Nachkriegszeit: 1947 steht in Dachau eine Frau vor Gericht, die die Weltöffentlichkeit nur unter einem Namen kennt: "Hexe von Buchenwald". Gemeint ist damit Ilse Koch, die Ehefrau des früheren Kommandanten des Konzentrationslagers, Karl Koch. Grauenhafte Erzählungen ranken sich um die Kommandeuse, die bekannteste ist ihre angebliche Vorliebe für Lampenschirme aus tätowierter Menschenhaut. Wie wurde aus dem Dresdner Arbeiterkind die "Hexe von Buchenwald" und was machte sie nach dem Krieg zur meistgehassten Frau, zum Symbol für das NS-Grauen?

      Sonntag, 10.11.13
      23:15 - 00:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Es ist einer der Aufsehen erregendsten Prozesse der Nachkriegszeit: 1947 steht in Dachau eine Frau vor Gericht, die die Weltöffentlichkeit nur unter einem Namen kennt: "Hexe von Buchenwald". Gemeint ist damit Ilse Koch, die Ehefrau des früheren Kommandanten des Konzentrationslagers, Karl Koch. Grauenhafte Erzählungen ranken sich um die Kommandeuse, die bekannteste ist ihre angebliche Vorliebe für Lampenschirme aus tätowierter Menschenhaut. Wie wurde aus dem Dresdner Arbeiterkind die "Hexe von Buchenwald" und was machte sie nach dem Krieg zur meistgehassten Frau, zum Symbol für das NS-Grauen?

       

      Jahrelang lebt Ilse Koch mit ihrer Familie in der Kommandantenvilla auf dem Ettersberg, während nur wenige Meter nebenan Zehntausende Menschen hungern, gefoltert und zur Zwangsarbeit verpflichtet werden, und dabei einen qualvollen Tod finden.

      KZ-Insassen sind ihre Dienstboten. Zeugen sagen nach dem Ende des Krieges im Buchenwald-Prozess aus, dass Ilse Koch selbst Häftlinge anzeigt, die anschließend harte Bestrafungen über sich ergehen lassen müssen. Von sexuellen Obsessionen, die sie an den Häftlingen auslebt, ist die Rede. Von einem sadistischen Naturell. Von persönlicher Bereicherung.

      Wer aber war die "Hexe von Buchenwald"? Anhand der Prozess-Protokolle geht der Film dem Leben der Ilse Koch auf dem Ettersberg bei Weimar nach und erkundet, wie sie an einem solchen Ort ein kleinbürgerliches Leben führen konnte, mit dem erklärten Ziel, ihrem Mann "nach der Arbeit" abends "ein gemütliches Heim" zu schaffen? Wie hat sie selbst ihre Rolle als Ehefrau an der Seite eines KZ-Kommandanten gesehen?

      Woran können sich die Häftlinge erinnern, die im Prozess auftraten? Und was ist dran an den Vorwürfen? Ein beklemmendes Bild "der Kommandeuse" zeichnen nicht nur die Aussagen von Ilse Koch und von ehemaligen KZ-Häftlingen, darunter Eugen Kogon, der mit seinem Buch "Der SS-Staat" das System der deutschen Konzentrationslager erhellt hat.

      Bei den Recherchen zum Film ist das GMD-Team auf völlig neue Quellen zum Leben Ilse Kochs gestoßen; etwa auf die Erinnerungen eines gewissen August Heinrich Bender. In seinen Aufzeichnungen über sein Wirken als Lagerarzt im KZ auf dem Ettersberg ab 1938 schwärmt er von Ilse Koch als "hoch gebildet", gesegnet mit ihrem Aussehen und ihrer Figur: "Sie hätte beim Film Karriere machen können." Im Buchenwald-Prozess hatte Bender noch behauptet, Ilse Koch nicht zu kennen. Er war damals zu 10 Jahren Haft verurteilt worden, kam allerdings nach drei Jahren Haft frei und führte jahrzehntelang ein Leben als Hausarzt in einem kleinen Dorf in Nordrhein-Westfalen. 1993 schrieb er - der ehemalige SS-Sturmbannführer - seine Erinnerungen nieder, nach seinem Tod im Jahr 2005 gelangten sie ans Bundesarchiv in Koblenz.

      Die Aufzeichnungen, die im Rahmen des Filmes zum ersten Mal an die Öffentlichkeit kommen, verdichten sich zusammen mit Ilse Kochs Aussagen im Prozess zu einem verstörenden Bild einer der berüchtigtsten Frauen des Dritten Reiches, für die das Urteil schon vor dem Ende des Buchenwald-Prozesses gesprochen schien.

      Film von André Meier

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      Sonntag, 10.11.13
      23:15 - 00:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

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